Die vergangenen zwei Wochen wurde ich mehrfach gefragt, ob die Netzpolitik jetzt am Ende sei, weil Piraten so schlecht abgeschnitten hätten, der NSA-Skandal nicht zu Massenprotesten auf den Straßen führe und Netzpolitik auch nicht das wahlentscheidende Top-Thema war. Das führte u.a. zu einem Beitrag von dpa und heute.de.
Bei n24 hab ich das nochmal etwas ausführlicher kommentiert. Kurzfassung: Weniger ranten und mehr machen hilft.
Ist die Netzpolitik jetzt am Ende? Natürlich nicht. Beide Beispiele zeigen, dass sich die Diskussion über Netzpolitik immer noch in eigenen Filterblasen befindet und zu wenig gesellschaftlich miteinander diskutiert wird. Vorbei ist vielleicht der Hype, das faszinierende Neue. Jetzt beginnt die Normalisierung. Tabletts, Smartphones und smarte Geräte sind nicht mehr die Zukunft, man nutzt sie einfach. Von Netzpolitik sind immer mehr Menschen betroffen, auch die, die noch nicht online sind. Und die kümmern sich trotzdem nicht um Netzpolitik, genauso wie alle von Umweltpolitik betroffen sind und die den Großteil der Wähler nicht interessiert. Jetzt gilt es umso mehr, dass Brücken gebaut werden müssen und die Netzpolitik das Expertentum und auch mal das Netz verlässt. Die wichtigen gesellschaftlichen Debatten kommen erst noch. Der Marsch durch die Institutionen hat gerade erst begonnen.