Juli Zeh und Ilija Trojanow haben zusammen in der FAZ den Aufruf „Wir sind die Urheber“ kommentiert: Was die Autoren umtreibt. Sie fragen sich, ob die Unterzeichner überhaupt verstanden haben, was sie unterschrieben. Die Frage kann man stellen.
Es gibt keine einzige Gesetzesinitiative zur Abschaffung des Urheberrechts. Aber es gibt eine Menge Gesetzesinitiativen zur Überwachung des Internets. Provider sollen ihre Kunden beobachten und deren Daten offenlegen. Privaten Nutzern soll als Strafmaßnahme der Internetzugang gesperrt werden. Auch der Einsatz von „deep packet inspection“, Trojanern zur Online-Durchsuchung oder Vorratsdatenspeicherung kann mühelos mit dem „Schutz von Urheberrechten“ begründet werden. Ähnliche Vorstöße, den angeblich rechtsfreien Raum des Internets unter Kontrolle zu bringen, wurden bereits – teilweise erfolgreich – im Namen von Kinderpornographiebekämpfung und Terrorismusverfolgung unternommen. Geht es hier wirklich vor allem darum, die Kultur gegen „Geiz und Gier“ zu verteidigen?