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Wieder Hausdurchsuchung wegen Tor-Exit-Server

Sören Weber hat bis vor einiger Zeit einen Tor-Exit-Server betrieben. Am vergangenen Donnerstag stand plötzlich die Polizei vor der Tür und beschlagnahmte bei einer Hausdurchsuchung seine Computer und Festplatten, weil er im Verdacht steht, im Besitz von Kinderpornographie zu sein. Er beschreibt die Situation ausführlich in seinem Blog und bittet um Spenden, um die rund 1000 Euro pauschale Anwaltskosten refinanzieren zu können: Der Preis einer freien, weltweiten Kommunikation.

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Ich befinde mich derzeit auf dem zweiten Bildungsweg und lebe von BAföG. Ich werde voraussichtlich in ein paar Monaten mein Studium beginnen. Das Geld ist also derzeit für mich eher knapp und eine Änderung ist auch erstmal nicht in Sicht. Die außergerichtliche Vertretung durch meinen Rechtsanwalt hat mich einen Pauschalbetrag von 1.000€ gekostet. Das ist ein Preis, den ich für das Ideal der Informationsfreiheit gerne zahle – und trotzdem schmerzt es in meiner Situation. Falls du dich in der Lage siehst, mir ein wenig finanziell zu helfen ohne dein Leben zu verschlechtern, würde ich mich über eine Spende (egal wie klein) sehr freuen!

Die Geschichte, Kontakt- und Spendendaten finden sich auf seinem Blog.

Update: Die Spendensumme ist längst erreicht, alles, was darüber gespendet wurde, gibt Sören an das Torproject und eine weitere Organisation weiter.

Hintergrund zu Tor, der Technik und der rechtlichen Lage beschreibt der Netzpolitik-Podcast Folge 99 mit Andreas Lehner: NPP099: Anonymität und das TOR-Projekt

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51 Kommentare
      1. Im Grunde habt ihr natürlich beide Recht, Kinderpornos über TOR zu konsumieren ist ebenso verwerflich wie jemandens Speichermedien zu beschlagnahmen, von denen man wissen dürfte, dass da nichts zu finden ist.
        Davon ab allerdings halte ich den Konsum von Darstellungen von Kindesmissbrauch auch dann für eine Schweinerei, wenn es nicht über TOR geschieht npleser.

        Angesichts dessen aber, dass die Kriminalbehörden das _so_ hinterher sind etc. ist TOR wohl die geeignetste Möglichkeit, wenn man mal recherchieren will o.ä.
        Ich mache das ähnlich, der TOR-Client läuft zwar die ganze Zeit mit, aber idR nutze ich ihn nicht (aus Performance-Gründen). Außer ich misstraue irgendeinem Anbieter aus welchen Gründen auch immer und will unbedingt bei einer bestimmten Handlung maximal anonym sein (z.B. wenn ich eine Abo-Falle vermute).

        Also ich will den Konsumenten hier gar nicht übermäßig in Schutz nehmen, aber im Sinne der Unschuldsvermutung… es könnte eben auch eine Recherche gewesen sein.

        Und Einschüchterungs-Durchsuchungen ohne Aussicht auf Erfolg sind afaik rechtswidrig auf jeden Fall aber wohl verwerflich!

  1. Wenn Technologie wie TOR benutzt wird um Anonym schwere Verbrechen zu begehen dann liegt es in der Pflicht der Betreiber entsprechende Filter zu installieren die solche Seiten sperren.

    Wenn das nicht geschiet wäre es wohl besser Hacker-Software wie TOR zu verbieten. Im Gegensatz zur Vorratsdatenspeicherung wo pauschal die gesamte Bevölkerung überwacht wird ist doch anzunehmen das Leute die solche Verschlüsselungssoftware benutzen irgendetwas ganz schlimmes zu verbergen haben.

    Und nun kommt mir bitte nicht damit das die armen Dissidenten in China das brauchen. Die haben sich gefälligst an die Gesetze in ihrem Land zu halten. Wir müssen die Gesetzmäßige Souveranität die u.a im Völkerrecht garantiert ist aktzeptieren. Deshalb ist es absolut unverantwortlich wenn einige Hacker Kiddies meinen sie dürften Bürgern anderer Staaten dabei helfen die Gesetze in ihrem Heimatland zu brechen. Wenn das die Leute in allen Ländern so machen würden dann würde schnell das weltweite Chaos ausbrechen und das Internet zu einem Rechtsfreien Raum verkommen.

    Deshalb ist es wichtig das jederzeit alle Gesetze eines Landes von dessen Bürgern im Internet geachtet werden auch wenn das Land nicht demokratisch ist. Alles andere würde nur Recht und Ordnung untergraben und den Frieden gefärden, lest Hobbes Leviathan dann wisst ihr was ich meine. Keine Freiheit ohne Sicherheit und das international und jedes Land auf seine unantastbar Souveräne art und Weise.

    1. Wow! Wenn ich nicht wüsste, dass das ein Trollversuch ist, hätte ich arge Schmerzen, nicht darauf direkt zu antworten. So ist es nur ein leichtes Kitzeln, mit dem ich leben kann.

      Leider ist es aber so, dass bei Leuten mit schwachem Meinungsbild unbewusst und unwillentlich (oder bei manchen vielleicht sogar bewusst und willentlich) auch die Inhalte derlei Trollpostings hängen bleiben. Unabhängig davon, ob der Autor diese Meinung tatsächlich vertritt oder nicht, richtet er damit Schaden an.

      Daran sollten Sie mal denken, Herr Konservativer Bürger, Herr Schünemann-Fanboy, Herr Schäuble-Rollstuhlschieber!

    2. Lol, ja klar. Mit Diktaturen geschäfte machen ist vollkommen ok. Aber die Menschen in diesen Ländern auf dem Weg zur Demokratie zu unterstützen das ist etwas ganz schlimmes. Mal wieder typisch für die konservativen schlechtmenschen die nur an ihren eigenen Profit denken.

  2. Also ich fänds besser wenn solche Server nur von Organisationen wie der Digitalen Gesellschaft oder der Piratenpartei betrieben werden. Da kann der Staat bzw die Behörden nicht einfach Repressionen gegen eine Einzelperson vornehmen sondern muss ein sauberes juristische Verfahren anstellen.

  3. Missbraucht ist so ein schlimmes Wort. Natürlich werden Exit Nodes mißbraucht. Von den Chinesen, um Xing und Youtube anzusurfen. Im Iran zum Beispiel Google Mail. In NRW sind es vermutlich die Neonazi-Seiten und in Berlin ausländische Glückspielanbieter.

    Natürlich gibt es auch Menschen die Mißbrauchsbilder von Kindern darüber herunterladen. Aber wollen wir wirklich die Post verbieten weil sie Drohbriefe zustellt?

    Das, was hier gegen die Betreiber von Exit Nodes läuft hat für mich nichts mit Rechtsstaat zu tun. Was hier passiert ist der Aufbau einer Drohkulisse. „Es ist zwar vollkommen legal was du tust, aber wo kommen wir denn hin wenn hier jeder seine Rechte wahrnimmt?“
    Klar darf jeder einen Torserver betreiben. Aber hinterleg am Besten schonmal deinen Wohnungsschlüssel bei der örtlichen Polizei.

    Ich möchte nicht mit den Polizisten tauschen die heutzutage ihren Dienst verrichten, und die meisten machen das wohl auch gut. Das ist aber bei weitem nicht der erste Fall in dieser Richtung von dem ich höre, und zu 90% hätte man sich das komplett sparen können indem man einfach mal die IP in Google eingibt. Das scheint aber entweder politisch nicht gewollt oder technisch nicht machbar zu sein, wobei ich nicht weiß was schlimmer wäre.

    Man kann übrigens einen Node betreiben ohne in die Verlegenheit zu kommen mit dem Freund und Helfer in Konflikt zu geraten. Unter http://www.torservers.net/donate.html kann man ganz einfach einen Exit Node sponsorn. Erstmal habe ich aber 5 Euro an Sören überwiesen. Man kommt ja auch mal einen Tag ohne Essen aus.

  4. Wenn konservative Bürger von schweren Verbrechen reden, dann meinen sie immer – natürlich ohne dies auch nur zu ahnen – ihre ungerechtfertigte Bereicherung. Nur wer vom verbrecherischen Kapitalismus profitiert, kommt auf so kriminelle Forderungen wie: Man habe die Souveränität und die Gesetze Chinas zu akzeptieren. Der selbe Bürger, hat es für seine Bürgerpflicht gehalten, die DDR nicht anzuerkenne.
    Und was den immer wieder vorgeholten Vorwurf der Kinderpornographie angeht. Es gibt Kinderpornographie und dagegen soll vorgegangen werden – keine Frage. Aber wer immer daher kommt, dies rechtfertige die Überwachung, gar den Eingriff in das Leben von Menschen die Informationen verteilen, rechtfertig kriminelle Machenschaften. Kinderkriminalität heißt die Täter finden und die Kinder in Sicherheit bringen, aber digitale Bilder verbieten zu wollen, ist eine derartige Schildbürgerei, dass man sich immer wieder nur wundern kann, wie leicht sonst ganz vernüftigte Leute darauf reinfallen.
    Das Ganze ist so: Die Polizie, der Geheimdienst, wer auch immer braucht eine Vorwand wenn ruhig zu stellen, den Recher nutzen oder hacken ein paar schmudel Fotos ziehen – die wissen ja immer wo welche zu finden sind – und verhaften. Und wenn sich dann keiner mehr traut, sich zu solidarisieren ist der Fall gelaufen. Einschüchterung pur.

  5. Er schreibt in seinem Blog zum Thema KiPo Richtig

    Dieses Problem ist ein gesellschaftliches, das auch auf dieser Ebene mit wirklichen Argumenten und möglichst wenig Emotionalisierung angegangen werden muss.

    und einleiten tut er den Paragraphen mit der Standartphrase

    Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist für mich eine der abscheulichsten Taten, die man einem Menschen zufügen kann.

    Vielleicht liegt das an mir, aber für mich ist die Benutzung des Adjektivs „abscheulich“ alles andere als „wenig Emotionalisierend“. Das soll jetzt kein Vorwurf gegenüber Sören sein, sondern eher den Idioten die es Salonfähig gemacht haben sich erst mal so massiv Distanzieren zu müssen. Könnte ich mich jedes mal drüber aufregen.

    Ansonsten hoffe ich, seiner Privatsphäre zu Liebe, dass seine Daten umfassen Verschlüsselt sind.

    1. Du weist auf einen interessanten Punkt hin, der mir auch beim Schreiben durch den Kopf gegangen ist. Und ich gebe dir vollkommen Recht: diese Distanzierung ist eigentlich sinnlos, weil -wie ich ja auch argumentiert habe- es ein weitgehender Konsens ist. Man distanziert sich ja auch nicht von Raubmord.
      Die Debatten der letzten Zeit haben auch mir leider solch hitzige Diskussionen geliefert, dass ich mich oft gezwungen sehe, erstmal „Wind aus den Segeln“ zu nehmen.
      Danke für’s bewusster machen. :-)

      Die Verschlüsselung besteht für die wichtigsten Dinge und hat mich nach der Aktion sehr beruhigt. Das ist wohl eine Maßnahme, die ich nie mehr vernachlässigen werde.

    2. Ich denke auch, daß man sich nicht verleiten lassen sollte, die emotionalisierende Sprache der Obrigkeit zu übernehmen, um damit die bewußt herbeigeführte Hysterie vor all den Übeln zu unterstützen. Siehe auch http://youtu.be/Kp5p2nMh66E

      Die hysterische Angst, die der Mainstream dem Volk in den Hals geschoben hat, wird ihm noch lange Verdauungsprobleme bereiten.

  6. Als BAföG-Empfänger kann man sich doch unentgeltlich (für dich selber) vertreten lassen.

    Vielleicht liest du dir den entsprechenden Paragraphen noch durch. Oder sag mir, ob ich falsch liege.

    Viele Grüße und Kopf hoch!

    1. Danke für den Hinweis. Leider stimmt das so wohl nicht ganz. Es gibt zwar die Möglichkeit, als BAföG-Empfänger sogenannte „Beratungshilfe“ zu beantragen; in Strafprozessen übernimmt diese allerdings nicht die außergerichtliche Verteidigung (die mich 1000€ kostet).

      Lieben Dank trotzdem! :-)

  7. Sofern keine inkriminiereden Daten auf dem PC gefunden werden, wird die HW vermutlich nach einem halben Jahr wieder zum Besitzer wandern. Die Anwaltskosten kann er sich vermutlich sparen, da bis zum Ende der Auswertung die Akte nicht verfügbar sein wird und Einsicht in selbige daher eben so wenig.

    Das ganze ist ausgesprochen lästig, aber ich kann (auch als selbst Betroffener) die Aktion in Teilen nachvollziehen.

  8. Übernimmt die Kosten eigentlich am Ende der Staat wenn sich die Vorwürfe als falsch und die Beschlagnahmung als gesetzeswidrig herausstellt?

  9. Konstruktiver Vorschlag mit der Bitte um Kritik und Aktionismus (alle Vögel fliegen hoooch):

    Nein ernsthaft:
    Ich fände es gut, wenn sich Techniker und Leute, welche sich mit TOR sehr gut aus kennen (ich leider nicht), vernetzten. Sinnvoll fände ich es darüber hinaus ein Projekt aufzusetzen, welches ermöglicht, die technischen Ressourcen mit den noch zu findenden juristischen Ressourcen zusammenzubringen. Das könnte meines Erachtens zu einer Win-Win-Situation führen. Ich stelle mir vor, daß die Techniker Anwaltskanzleien (evtl. nur bis zu einer Maximalgröße von 2Mann) kostenlos beraten, wie ein TOR-Exit-Node zu betreiben ist. Alles weitere sollte dann klar sein. Anwaltskanzleien können den Betrieb eines Exit-Node als Werbung nutzen (Wir nehmen Ihre Anonymität ernst). Die Kosten für den Betrieb sollten gering und fast von jeder Kanzlei zu tragen sein. Die Techniker können ihre Qualitäten beweisen und wenn schon nicht von Anfang an, zumindest für die Installationsdienstleistungen, oder evtl. anfallende Wartung ein Zubrot verdienen… es gäbe noch mehr Positives aufzuzählen, aber ich denke, jeder selbst kann diese Idee weiterspinnen…

      1. Ein gangbares Modell wäre der Weg über einen eingetragenen Verein: Verein betreibt Node, Anwalt berechnet im Fall des Falles sein Honorar und spendet unmittelbar wieder Höhe seiner Beratungsleistung (oder das, was er mag). Machen es CCC und FoeBuD nicht ebenso?

      2. Ich glaube da wurde was falsch verstanden.
        Ich meinte, die Rechtsanwaltskanzleien sollen die TOR-Server betreiben, nicht die techniker.

        In aller Regel dürften Kanzleien (und auch einzelne Rechtsanwälte) IT-Systeme besitzen und benutzen. Diese könnten nebenbei auch einen Exit-Node zur Verfügung stellen.
        In aller Regel, werden die Kanzleien aber keinerlei technische Kompetenz haben und hier greift meine Idee:
        Die techniker könnten ihre Dienstleistung (Einrichten des Exit-Node) anbieten. Würden sie dies (zumindest anfangs) Kostenlos, dann haben sie als genereller Dienstleister evtl. einen Fuß in der Tür um auch weieter Dienstleistungen anzubieten.
        Umgekehrt hat eine Kanzlei im Falle eines Rechtsstreites, oder konfliktes mit der Polizei wegen des Betreiben eines Exit-Nodes (IN der Kanzlei!) die besseren Karten!

  10. Wie genau sollte die Polizei eurer Meinung nach sonst damit umgehen? Selbst wenn da ein Exit Note läuft, muß der Zugriff nicht durch den erfolgt sein. Nebenan könnte ja noch ein Proxy laufen oder irgendwas anderes. Es ist ja nun auch nicht so das Sören nicht wüsste worauf er sich eingelassen hat.

    1. Aus eben diesem Grund schauen fortgeschrittene Ermittlungsbeamte üblicherweise, ob unter $IP ein TOR-Node läuft (oder lief) und lassen sich allenfalls noch eine Image Installation vom Provider machen (oder machen es selbst).

      In den meisten Fällen seufzen sie einfach und/oder verlangen nach einer Vorratsdatenspeicherung …

      Wenn tatsächlich mal bei einem Betreiber _daheim_ Hardware eingesammelt wird, dann aus Unwissen, Boshaftigkeit oder Spekulation auf einen Beifang. Ggf. auch weil man Soerens Node auf Grund einer – Achtung, Spekulation, keine Unterstellung! – kurzen Laufzeit nicht einordnen, für eine private Verschleierungsmaßnahme hielt.

  11. Sören hat den Tor-Exit nicht in völliger Unwissenheit über mögliche Konsequezen betrieben. Er kannte die Risiken und hat sich trotzdem nicht VORHER eine Unterstützung gesichert. Schade.

    Es gibt genügend deutsche Organisationen, die Unterstützung für Tor-Server Admins bieten (sowohl Anonymität für die Admins als auch Rechtsschutz) und einen zuverlässigen Betreib der Server sicherstellen können: CCC, Privacy Foundation e.V, FoeBud, Zwiebelfreunde e.V., TorServers.net

    Wenn man in Kenntnis der Risiken diese Hilfsangebote ignoriert, dann ist man zu einem erheblichen Teil auch selbst Schuld.

    „Do not try to be a hero. There are no old heros, there are only young heros and dead heros.“

    1. Na DAS ist doch mal ein doppelplusguter Kommentar. Jetzt noch ein paar Links zu den entsprechenden Tutorials – und wir haben in Zukunft endlich ein paar mehr Nodes, über die wir auch auf werbefinanzierten, google analytics etc. verwendenden Blogs kommentieren können. Oder über die wir mal whistleblowing betreiben. Oder ist das Wunschdenken und alle TOR-Sympathisanten sind schon in den Untergrund verschwunden?

      Luther meint jedenfalls: Zwiebeln sind gesund. ;-p

    2. Wie du aus meinem Beitrag entnehmen kannst, liegt der Betrieb des Nodes bereits zwei Jahre zurück. Ich habe schlicht nicht mehr damit gerechnet, dass mich die Zeit nochmal einholt.

      Drei der von dir genannten Organisationen habe ich hilfesuchend angeschrieben, aber leider keine Antwort erhalten. Daraufhin habe ich mir meinen Anwalt selbst gesucht und gezahlt.

      1. Wie mir aus zuverlässiger Quelle bekannt ist, bemühen sich zumindest 2 der genannten Organisationen, Dir finanziell unter die Arme zu greifen. Das ist allerdings nicht so einfach, da ein Verein oder gar eine Partei das Geld entsprechend seiner Satzung zu verwenden hat.

        Praktisch bedeutet diese Unterstützung, dass ein weiterer Tor-Node offline gehen wird. Für 600 Euro kann man einen guten Tor-Node ein Jahr lang bertreiben.

        Für alle anderen nochmals der Hinweis: „Do not try to be hero!“ Der CCC oder anderen oben genannten Vereine könnnen so einen Vorwurf mit geringem Aufwand klären. Die Unterstützung für private Rechtsstreitigkeiten kosten Geld, dass bei der Infrastruktur eingespart werden muss.

      2. @cn: Die Position, dass Organisationen einen TOR-Node ohne juristische Probleme für Einzelpersonen betreiben können, ist eine Sache.

        Der Hinweis, doch bitte nicht den Helden zu spielen, verbunden mit dem indirekten Vorwurf, dass die Rettung des Helden nun das Netzwerk schwächt, ist eine andere. Sorry, aber das geht gar nicht.

        Fakt ist: Wir brauchen viel mehr Helden. Die Frage ist nämlich nicht, oder zumindest nicht ausschließlich, ob ein stabiles und performantes Netz etabliert werden kann, sondern auch, welcher Druck auf die Betreiber freier Kommunikationsstrukturen ausgeübt wird.

        Oder anders: Dezentral ist besser. Immer. Sonst hätten David Hasselhof und Al Gore ja gar nicht erst dieses Internet erfinden müssen …

    1. Und das hilft genau wie, wenn die freundliche Ermittlungsbehörde beim Hoster klingelt und nach der Adresse des (ehemaligen) Betreibers fragt (Es sei denn, man bucht und finanziert auch den Server anonym)?

      Jetzt mal ganz abgesehen von der Frage, ob es mehr Exit-Nodes oder mehr VPN-Anbieter gibt, die unter falscher Flagge segeln …

  12. Sicherlich ist es so, dass das Handeln der Polizei vorschnell und übertrieben wirkt.
    Stellt euch jedoch vor, was passieren würde wenn sie und die Staatsanwaltschaft nicht so handelt.

    Jeder der im Internet irgendwelche illegalen Handlungen vollziehen will, würde einen Tor-Exit Node aufstellen und wenn die Polizei klopft sagt man einfach: „Hey, aber ich hab doch einen Exit-Node, ich kanns also gar nicht gewesen sein!“.

    Eine solche Vorstellung ist auch nicht wünschenswert, somit muss es eine Untersuchung in Sörens Fall geben.

    Wie dem auch sei, ob man Untersuchung wie ich verstehen kann, oder wie der geneigte „Wut-Bürger“ eben nicht:

    Da ich davon Ausgehe, dass auf seinen Datenträgern nichts gefunden wird, ist das Schlimmste was passieren kann eine Störerhaftung, die Kostet Geld. Also spendet alle fleissig!

    1. Doch, vielleicht ist das sogar wünschenswert. Dann sähe man sich evtl. gezwungen mehr Aufwand in das Identifizieren und Verfolgen der Quellen zu investieren und das Problem an der Wurzel an zu gehen.

      Und ein KiPo Konsument der den Aufwand betreibt eine TOR Exitnode zu betreiben, wird doch sicherlich auch eine Verschlüsselung seiner Daten hin bekommen…

  13. Ich habe eine Verständnisfrage:
    Mit dem Tor-Client nimmt man ja am Tor-Netzwerk teil.
    Aber man agiert dann nur als Client und nicht auch automatisch als Knotenpunkt oder?
    Also man selbst leitet keine Datenpakete von anderen Tor-Nutzern weiter, wenn ich das richtig verstanden habe?

    1. Hast du richtig verstanden. In jedem Tor Client kann man jedoch auswählen ob man selbst Zwischenstation stellen will oder einen Exitknoten. Das ist aber nicht die Standardeinstellung.

      1. Öhm, vielleicht sollte man dazu noch etwas weiter erklären, was die Optionen im client sind? Ich hab mir gerade mal vidalia angesehen.
        In den settings gibt es unter [sharing] folgende Einstellungen:
        a) [run as a client ], (b) [relay traffic] und (c) [help censored users to reach the tor-network]. Ersterer und letzter Punkt sollten Sörens Probleme verhindern, da hier a) nix und oder c) nur weitergeleitet wird. Also wird „deine“ IP nicht in irgendwelchen Logfiles eines pron-Servers auftauchen. Mit beiden Optionen kannst du aber z.B. wunderbar in verschiedenen Foren kommentieren, ohne daß per IP zugeordnet werden kann, daß du aus dem dem selben Netz / vom selben Rechner aus schreibst.

  14. Selbst schuld, wenn man einen Exit-Node betreibt. Es ist allgemein bekannt das Kinderporno einen großen Anteil des Tor traffic (mal abgesehen von Bittorent-Sharing) ausmacht, ebenso dass Betreiber von Exit Nodes direkt ihre öffentliche IP nach in’s www tragen, deshalb heisst es schließlich „Exit“-Node. Ich selbst betreibe 2 Tor-Relays und 1 Bridge-Relay seit ca. 6 Monaten, allerdings ohne Exits – kein Problem. Wer ein Problem damit hat KiPo oder andere unangenehme Inhalte zu routen sollte es den Russen / Rumänen / Polen überlassen. Die Polizei hat moralisch einwandfrei gehandelt, ebenso der Gesetzgeber KiPo abzustrafen. Wenn sich der komplette traffic in Tor abspielen würden, hätten wir dieses Problem nicht (ich sage nicht, dass das möglich wäre da auch Chinesen gerne frei surfen wollen). Schuld an diesem Problem sind die ganzen Äffchen, die auf *chan Bilder posten, Leute terrorisieren, das Geschenk der freien Meinungsäußerung auf nicht gesellschaftlich tolerierbare Art und Weise ausbeuten und sich darauf einen runterholen.

  15. Das Thema ist zwar neu für mich, aber wie betreibe ich denn dann auf meinem virtuellen Webserver, der ja nicht bei mir zuhause, sondern im Rechenzentrum irgendwo in Deutschland steht, einen Relay-Server ohne Exit-Node?
    Weiss auch garnicht ob das all-inkl zugesteht, wenn man geringe Bandbreite abzweigt?

  16. Hi zusammen,

    als neuer Node-Betreiber bin ich gerade erst über diesen betagten Thread gestolpert. Freut mich sehr zu lesen, dass die Spendensumme offenbar locker zusammengekommen ist!

    Gäbe es nicht das Risiko eines finanziellen Desasters würde ich meinen Relay umgehend zur Exit-Node machen. Schon aus Prinzip.

    So bin ich allerdings leider noch zu feige, dabei scheue ich die juristische Auseinandersetzung keineswegs.

    Wäre nicht eine Art Rechtsschutzversicherung speziell für Tor-Betreiber mal eine sinnvolle Idee?

  17. Auch ich bin erst gestern mit TOR angefangen und habe das Problem, daß mein TOR-Server hinter dem Router anscheinend nicht erreichbar ist. Auf der Suche nach einer Lösung bin ech eben hierhergelangt.

    Aufgefallen ist mir, daß bei der (ja nun schon 2 Jahre alten Diskussion) wirklich sehr differenzierte Meinungen geäußert wurden.

    Hinzufügen möchte ich daher auch noch mal meine eigene Meinung.

    Meine Meinung hierzu ist, daß wir uns vom Begriff „KiPo“ nicht so sehr einlullen lassen sollten. Dieser Begriff dient inzwischen nurnoch dazu, Gründe zum Zugriff zu konstruieren. Als KiPo werden inzwischen schon wirklich harmlse Bilder, die früher in allen möglichen Zeitschriften abgedruckt waren, eingestuft. Das hat nichts mehr mit der Definition, die einem bei dem Begriff in den Sinn kommt , zu tun. Das ist genau wie mit „Terrorismus“. Da denkt man an Anschläge mit Toten usw., aber inzwischen kann wohl jeder als Terrorist bezeichnet werden, wenn auch nur eine kleine Verhaltensabweichung festgestellt wird.

    Also, wenn Ihr „KiPo“ hört, muß es nicht unbedingt das sein, was man sich unter „KiPo“ vorstellt. Wenn mir jemand nicht gefällt, kann ich immer behaupten, er habe „KiPo“ heruntergeladen, und man wird höchstwahrscheinlich auch etwas finden, wenn der Wille nur stark genug ist. Und da solche Materialien nie veröffentlicht werden, wird´s mit dem Gegenbeweis etwas schwierig.

  18. Öfters gefallenes Argument: Da über Relays Verbrechen begangen werden, gehören die Betreiber bestraft. (Mithilfe) Gut! Also: Festnahme der Vorstände der Telekom, Netcologne, etc…, und Durchsuchung heute noch.
    Was ich sagen will ist: Die „Schweinerei“ ist die Ungleichbehandlung. Die ISP’s tragen mehr zur Verbreitung bei als die Relay Betreiber. Damit sollte das Argument entkräftet sein.
    Weiterhin frage ich mich sowieso, weshalb die Polizei das Internet braucht, um Missbrauch aufzudecken. Die Betreffenden sind doch eh meist im Revier bereits auffällig. Die wenigsten nur filmen das. Zusammen mit Lehrern, die die Kinder kennen und auf Entwicklungsstörungen achten, sollte das auch so gehen. Ich vermute jedoch, dass der Wille dazu fehlt. Die Diskussion ist wirklich nur polemisch seitens der Torgegner.
    Wahrscheinlich ist es zu einfach, vor Allen als guter Held zu glänzen, indem man die 2% Wahnsinnigen, die ihre kranken Abgänge auch noch filmen, leicht schnappt und gleichzeitig hintenrum mit Scheinargumenten Überwachungsmacht sammelt, freie Menschen einschüchtert. Nur: im Haus nebenan, bei den restlichen 98% der Missbrauchsfälle, passiert fast nichts. Denn das ist ja Arbeit sowas aufzudecken. DAS IST DER GRUND.

    Ach übrigens: Frau Märkel benutzt seit einiger Zeit Tor für ihre Emails. Das ist der Account „terrorschnecke1@web.de“ ;) Natürlich mit PGP. Das liest garantiert keiner!

    Also: wir brauchen freie Rede. Dazu muss das Briefgeheinmis gewahrt werden können. Auch Telefonate. Ein Relayserverbetrieb ist deshalb kein begründeter Verdacht auf Beihilfe. Vor allem nach der NSA-Erkenntnis. Es stört noch nicht einmal Ermittlungen: Denn diese 2-3% sind im Verhältnis wenig relevant. Es geht den Tor-Gegnern offenbar nur um leichte Erfolge und politische Macht hintenrum.

    Bitte liebe Richter, Torrelays absegnen, wir kommen sonst aus der NSA Sache nicht mehr heraus.

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