Datenschutz

Realnamenpflicht bei Facebook

Der chinesische Dissident, Journalist und Blogger Michael Anti hat ein Problem: Seine Facebook-Seite wurde ihm entzogen, er hat keinen Zugriff mehr darauf. Facebook hat ihn gelöscht, weil er nicht seinen Originalnamen Zhao Jing nutzt – unter den ihn außerhalb Chinas aber kaum jemand kennt. Er war auch einer meiner Kontakte und ist nun nicht mehr auffindbar, also zumindest virtuell bei Facebook. Zhao Jing, der auch schon zur Jury der Deutsche Welle BOBS gehörte und im vergangenen Jahr als Michael Anti auf der re:publica über Meinungsfreiheit im Netz diskutiert hat, kritisiert nun öffentlich und zurecht die Policy von Facebook, nur noch Realnamen zuzulassen und damit Dissidenten zu gefährden.

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„I’m really, really angry. I can’t function using my Chinese name. Today, I found out that Zuckerberg’s dog has a Facebook account. My journalistic work and academic work is more real than a dog,“ he said.

Seine Argumentation ist, dass er unter dem Namen Michael Anti in den vergangenen Jahren bekannt wurde und auch viel publiziert hat. Sein richtiger Name aus chinesischen Zeiten würde kaum jemand kennen. Zugleich würde aber der Hund von Mark Zuckerberg ohne Personalausweis-Namen eine Seite bekommen (Medienwirksames Zitat, aber der Hund läuft wohl als Fanseite und versößt damit nicht gegen die AGB.) Die Reaktion von Facebook ist folgende:

Facebook said it does not comment on individual accounts, but added that it believes a „real name culture“ leads to more accountability and a safer and more trusted environment for people who use Facebook.

Trotzdem ist das eine wichtige Diskussion, vor allem mit dem Verweis auf Dissidenten, die oft in repressiven Staaten Plattformen wie Facebook nutzen und durch die Realnamenpflicht gefährdet sind. Es ist einfach zu sagen, man solle dann einfach kein Facebook nutzen. Der Punkt ist, warum und ob Facebook es repressiven Sicherheitsapparaten so einfach machen möchte, die Opposition im Lande zu überwachen und gegebenfalls einfacher auszuschalten, wenn diese sich über Plattformen wie Facebook vernetzen und Proteste organisieren.

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67 Kommentare
  1. Genau aus diesem Grund will Facebook doch auch die Realnames haben. Z.b. gibt es da auch eine Zusammenarbeit mit US Sicherheitsbehörden. Man hat wohl Angst das sich hinter Pseudonymen Terroristen oder Schwerverbrecher verstecken könnten.

    Freiheit und Menschenrechte interessieren Facebook doch gar nicht. Hier geht es nur um Macht und Profit.

  2. > a „real name culture“ leads to more
    > accountability and a safer and more trusted
    > environment

    Damit hat Facebook vermutlich auch noch Recht, v. a. mit dem ersten Teil bzgl. der „accountability“.

    Nicht begreifen wollen oder können die Menschen hinter Facebook wohl aber nicht, daß „accountability“ nicht per se etwas Positives ist.

    Wenn bspw. ein Staatskritiker für seine Äußerungen „accountable“ gehalten wird, dann kann das für diese Person extrem unangenehme Konsequenzen haben, im schlimmsten Fall sogar die Vernichtung seiner Existenz — nicht zuletzt physisch.

    Generell ist die Haltung von Facebook bzw. voran Mark Zuckerberg, daß Menschen nur eine einzige (kohärente) Identität besäßen und alle, die dies nicht so hielten, nicht integer seien, grotesk (, um nicht zu sagen schizophren), widerspricht allen psychologischen Einschätzungen der (multiplen) Persönlichkeit des Individuums und führt in seiner datenbank-algorithmischen Rigorosität letztlich zu einer brisanten Vermischung all der verschiedenen Rollen, die wir alle tagtäglich einnehmen.

  3. Fällt das nicht unter eine Art ‚Künstlername‘? So etwas steht, u.A. auch bei Verfolgung, doch durchaus in diversen Ländern auf legalen Füssen.

    Wie würde es sich denn mit z.B. Nicolas Cage (Nicolas Coppola) oder Klaus Kinski (Klaus Nakszyński) verhalten wo das Pseudonym tatsächlich den Realnamen ersetzt? Eventuell auch auf dem Ausweis eingetragen.

    Daneben ist es durchaus sehr verbreitet das Asiaten einen westlichen Zweitnamen haben. Mehrere befreundete chinesischstämmige Amerikaner nutzen einen englishen und einen chinesischen Namen, je nach Situation.

    Ich hatte kürzlich noch einen älteren Japanführer in der Hand indem Geschäftsleuten geraten wird sich einen japanischen Namen mit auf die Visitenkarte drucken zu lassen. Das wäre nicht ungewöhnlich.

    Hm….

  4. Man braucht nicht facebook um im Netz sichtbar zu sein und zu publizieren. Mittlerweile muss man das schon explizit sagen.

    Wer bei facebook ist, ist selbst schuld.

  5. Facebook ist Mist. Fertig. Und ja, StudiVZ auch.

    Er soll doch bitte andere Dienste nutzen. Ggf. halt twitter und Co. mit Links auf sein Blog.

  6. Is ja klar wieso FB die echten Namen haben will und das Marks Hund ne Seite bekommst is ja auch klar weil er der Gründer ist.

    Was soll man schon dazu sagen?!

  7. Was ist eigentlich mit Atze Schröder? Wenn der da ein Account hat/haben will, muss er sich unter seinem bürgerlichen Namen anmelden? Und wenn nicht, warum sollte der chinesische Dissident nicht einfach auch sagen, dass „Michael Anti“ sein Künstlername sei? Sonst müssten man die Hälfte der Künstlerprofile löschen, weil beispielsweise kaum ein Hollywood-Star mit seinem bürgerlichen Namen bekannt ist.

  8. Na da bin ich mal gespannt, wie es sich dann bei der Benennung von Band-FB-Profilen gestaltet oder von Firmen etc. Aber ich muss vielen Kommentatoren zustimmen, wer bei FB ist, ist selber schuld. Mich hat man schon vor Jahren verständnislos angeschaut, weil man mich nicht auf WKW oder stayfriends gefunden hat, ebensowenig auf FB. Wenn ich heute sage, nee, ich verweiger FB immer noch, bekomme ich nun mehr und mehr verständnisvolles Nicken.

  9. Mhm.
    Also, mal ganz vorsichtig gefragt: Vielleicht ist es ja keine so sehr gute Idee, seine Hoffnungen auf eine bessere Welt auf Firmen zu gründen? Und gerade Facebook war noch nie Anwalt irgendeiner freiheitlichen Idee. Facebook hat eine Geschäftsidee. Das ist nicht verwerflich. Es ist aber eben auch nicht mehr.
    Ich halte es für ein Mißverständnis, zu glauben, Unternehmen ließen sich auf etwas anderes als ihr Eigeninteresse festlegen.

  10. durch den Protest des chin. Jornalisten wurde nur erreicht, dass die Marke Facebook an Wert gewonnen hat. Somit ein Gewinn für Facebook.

    Mir stellt sich die Frage, warum er nicht einfach eine eigene Webseite/Blog/Newsfeed… was auch immer nutzt.
    Wenn einem ein Produkt nicht zusagt (hier: AGB) nimmt man ein anderes.

  11. Ausgerechnet Facebook moniert, wenn jemand seinen Realname nicht angibt, wo die mit unseren Daten nicht gerade zimperlich umgehen – Datenschutz ist bei Facebook ein Fremdwort, wie man oft genug nach lesen kann.

    Bevor die von uns den Realnamen haben wollen, sollen die doch bitteschön sich erst mal um ihren Datenschutz kümmern, das wäre oberstes Gebot.

    Lieber verzichte ich auf Facebook, als da jemals meine Daten rein zu stellen, kann nur jedem raten sich erst mal zu informieren wie Facebook mit den Daten der User umgeht.

    lg lupa

  12. warum ist der FB-account für den journalisten so wichtig?
    alle kennen ihn nur unter seinem pseudonym!
    und weiter:
    in d-land melden sich sofort tausende für die gutti-group an.
    so ein verhalten ist in anderen ländern genauso typisch für user, sie werden follower des geschehens.
    …nur dass sie dort dann tatsächlich auch auf die strasse gehen.

    die relevanz von FB ist für weltweite politische aktionen imho immernoch unabstreitbar, wer das nicht begreifen will(!) sieht nicht das grosse ganze.
    versucht mal freunde zu einer diaspora-demo einzuladen, ätsch, geht nicht :D

  13. Und woher weiss Facebook, was ein echter Name ist? In diversen Ländern dieser Welt gibt es keine Ausweispflicht, geschweige denn nPAs.

  14. Was ich nicht verstehe, 90% meiner Facebook-Freunde haben wie ich einen Fake-Namen. Wo ist das Problem? Hab ich da bei der Anmeldung bei Facebook irgendwas übersehen? Ich hätte mich da niemals mit meinem richtigen Namen angemeldet.

  15. An dieser Stelle schaue ich einfach mal auf die Rückseite meines Personalausweises und stelle fest: Bei mir gibt es eine Stelle auf der Rückseite der für „Ordens- oder Künstlername“ freigelassen wird. Ich kenne das juristische Prozedere dahinter nicht (wie man also einen Künstlernamen einträgt), aber offenkundig wird mir vom Gesetzgeber das Recht auf einen Alias zugestanden. Das recht geht sogar soweit, das alle herkömmlichen Personalausweise diese Feld besitzen. Nur die AGB des Fratzenbuchs kennt ihn nicht? Hmmmm.

  16. Nochmal ne Anmerkung, natürlich ist es scheiße, dass der Account gesperrt wurde. Und, dass Facebook stark an dem chinesischen Markt interessiert ist und sich vll beliebt machen will naja.. wer weiß.
    Aber, als User kann man nur eins machen, das Produkt nicht mehr kaufen/nutzen. Und wenn dass alle Leute machen würden die FB eigentlich scheiße finden aber trotzem dort aktiv sind dann müsste FB vll. auch mal seine AGBs überdenken…oder obsolet werden

  17. Also ich hatte auch mal das Problem bei Facebook das mein Account gesperrt wurde, nach einigen Wochen (!) nahm man mit mir Kontakt auf (nachdem ich vorher versucht hatte Kontakt herzustellen) und verlangte von mir eine Kopie eines Lichtbildausweises einzusenden.
    Ich habe dann mehrmals auf die problematik zwischen meinem Realnamen auf dem Ausweis und meinem anderslautenden Usernamen (unter dem mich Kontakte kennen) bei Facebook hingewiesen .. Leider bekam ich immer nur die gleichen Antworten ..

    .. ich habe dann einfach ohne Sinn und Verstand den Ausweis eingescannt und verschickt. Und obwohl nichts vom Ausweis irgendwie zum Profil passte wurde mein Account dann wieder freigeschaltet.

    Also was ich damit sagen will – ich habe nicht den Eindruck, das es eine Systematik zu den Accounts bei Facebook gibt…

    Wenn das nicht funktioniert hätte wäre das durchaus ärgerlich, da ich weder Interesse an einen Account mit meinem Realnamen habe noch Lust habe mir meine 2 tausend „freunde“ wieder zusammenzusuchen …

    Aber wer weiss was noch kommt ..

    1. Habe das Problem gerade. Ich wurde gesperrt weil ich die Vokale aus meinem Nachnamen genommen habe. Habe die Prozedur jetzt mit einem teilweise geschwärzten Ausweis vollzogen.
      Wie lange hat das bei dir gedauert?

      Ich denke auch das Facebook da komplett ohne Logik vorgeht. Sehr viele meiner Kontakte benutz Fantasienamen und hatte auch noch keine Probleme.

  18. facebook – pah – eine plattform die ich nur dann ansehen kann wenn ich mitglied bin? allein das hat mich von anfang an von diesem verein fern gehalten – realnamenpflicht und die ganzen anderen unsäglichkeiten bestätigen dieses zu anfang eher vage gefühl

    klar, das ‚einzugsgebiet‘ dieses portals ist schon extrem groß und damit für politisches arbeiten nicht zu unterschätzen, gerade wenn man aus einer ausserparlamentarischen Opposition heraus agiert und eventuell noch verfolgt wird, für das was man denkt… – das ist und wäre für mich aber auch der einzige Grund dort einen account einzurichten. Mit der realnamenpflicht ist dieser grund nun auch obsolet und gesichtsbuch nur noch das was es schon immer war…

  19. Als ich gestern nach längerer Zeit mal wieder in YouTube einloggen wollte, kam die Meldung ich bräuche dafür nun einen Google EMAIL Account.

    Meine Reaktion: Nein Danke!

    Und so sollte man es mit allen Plattformen halten, die die Privatsphäre nachhaltig versuchen einzukassieren. Also, Facebook raus nächste Plattform und über die alte Plattform ordentlich in diversen Foren schimpfen. Das hilft!

    Mundpropaganda ist die beste Waffe gegen solche Praktiken.

  20. Dann müsste Helmut Kohl seinen auch gelösch bekommen denn er ist ja als Hennoch Kohn geboren,
    Er könnte „sei Mädsche“ Angela Merkel dann auch als seine Tochter in der Öffentlichkeit annerkennen.

    Joschua Fischer wäre auch betroffen / ein krimineller der sich Joschka nennt.

  21. Die Idee, die ursprünglich hinter Facebook stand, war eigentlich recht gut. Aber Facebook krankt am üblichen Heldensymptom: die Leute nutzen es, weil es keine Alternativen gibt – trotz der vielen Mängel. Und Facebook glaubt des sei perfekt, eben weil es so viele nutzen.
    wenn jetzt einer kommt, der es richtig macht, gehen alle ohne zögern dorthin.
    Aber bis so jemand kommt werden die Leute alle Schikanen murrend ertragen, weil sie sich von Facebook abhängig glauben – manche Deppen wissen ja nicht mal mehr, wie man einen Mailaccount einrichtet, ohne Facebook sind sie von jeder Kommunikation abgeschnitten :).

    Ich hoffe ernsthaft, dass Facebook mal ernstzunehmende Konkurrenz bekommt, die auf die User hört und damit diese Hypeblase zum platzen gebracht wird.

  22. eigentlich sagt der letzte Absatz von Nr.4 alles, was man zum Thema Zuckerberg’scher Philosophie wissen muss. Denn diese steht wirklich erwiesenerweise konträr allen sozialpsychologischen Erkenntnissen. Amen.

    Wenn’s denn der Klarname sein soll, dann sei zu beobachten, ob dies nur in Regime mit Klarnamenpflicht (meist repressivere, aber auch sowas wie Südkorea z.B.) auf FB eingeführt wird, oder ganz global. In ersterem Fall ist es eigentlich eindeutig Kuschen vor dem Regime, um nicht gesperrt zu werden, im letzteren Profitmacherei und eine verklärte Grundhaltung.

    Und nein, „der ist halt noch jung, der weiß es nicht besser“ ist keine Ausrede für den Zuckerberg. Soweit ich weiß hat „moot“ in noch jüngeren Jahren schon erstaunliche Reden über das Recht auf Anonymität gehalten…

  23. @32. Phaidros
    Was würdest du dir denn von einem Konkurrenten wünschen? Also was könnte derjenige besser machen als FB? Es muss ja ein Mehrwert geboten werden, damit die Leute dahin wechseln.
    Der Wert muss aber so hoch sein, dass er über die Bequemlichkeit siegt.

  24. @Dirk Becker: AFAIK ist es nicht ganz einfach, einen Künstlernamen eingetragen zu bekommen, und in den Fällen, wo man bei Facebook einen anderen Namen *braucht*, ist die paßausgebende Stelle die letzte, die diesen Namen kennen sollte.

    Andererseits wäre genau der Künstlername eine Gelegenheit, einen Haufen deutscher Popstars bei Facebook rauszukegeln. :-)

  25. Tja, jetzt, wo die ganze Welt im Glauben ist, dass die Revolutionen in Nordafrika nur durch Facebook zustanden gekommen sind, ist FB mittlerweile auch beim letzten Technikverweigerer angekommen.

    Es ist traurig, aber leider scheint für viele Leute Internet = Facebook zu sein.

  26. Zu Facebook hätte ich viele Fragen.

    z.B. Was ist mit der Geschäftsfähigkeit von Kindern. Wenn sichein 11 Jähriger dort einfach anmeldet (geht das so einfach?).
    Klar können Eltern sowas wie „Benutzergruppen“ einrichten, aber Facebook geht mit Daten von Kindern und Jugendlichen um. Ist in gewisser Weise Vertragspartner und benutzt diese Daten auf verschiedenste Art. Ob die Eltern immer davon wissen ist auch so eine Sache, aber eigentlich müsste Facebook beim Umgang mit eingeschränkt geschäftsfähigen Personen vor großen Problemen stehen. zumindest wenn dann die Eltern kommen und sagen: Moment, irgendwelche Benutzerprofile von Kindern weiter geben oder aufzeichnen. Das geht mal gar nicht!

  27. @scanlines

    selbst wenn der Mensch genau eine Identität hat, führt das noch lange nicht dazu sich überall mit eben dieser, vollumfänglich zu „outen“.

  28. Und wenn ich mich bei Facebook Wilhelm Meier nenne, dann ist das okay, weil Facebook ja auch gar nicht wissen kann, wie ich tatsächlich heiße. Das wiederum bedeutet ja, dass Facebook gerade Prominente User durchleuchtet und sobald irgendwas am account (hier der falsche Name) nicht stimmt, wird (vermutlich aus fadenscheinigen Gründen) der Acc. lahm gelegt. Mir war und ist dieser Verein Facebook schon immer suspekt und steht konträr meiner Vorstellungen gegenüber, weshalb ich auch gut darauf verzichten kann. Und wer ohne Facebook keine „Freunde“ mehr hat, hatte eh nie welche.

  29. Der Ruf nach Alternativen zu Facebook ist schön und gut, aber wer wäre bereit, dafür auch etwas zu bezahlen?

    Denn letztendlich erbringen Facebook, Twitter & Co. zweifelsohne eine Leistung für ihre Nutzer, die eigentlich auch bezahlt werden müsste. Aber in den Köpfen der User hat sich dummerweise schon lange die Mär eingenistet, dass es im Internet ja alles kostenlos und umsonst geben muss.

    Wer ist jetzt wirklich schuld an dem Dilemma?

  30. Ich nehme an Carlos Estevez fliegt dann auch raus, wenn er sich als Charlie Sheen anmeldet? Facebooks Politik der Offenheit aller Kundendaten bei gleichzeitiger vollständiger Willkür der Geschäftsleitung ist immer wieder faszinierend.

  31. @Otzelotz

    Wenn ich ein Produkt anbiete muss ich mich an Standards halten, egal ob es was kostet oder nicht.
    Nur weil es umsonst ist darf es nicht von Kritik ausgenommen werden. Außerdem stellt sich die Frage ob ein kostenpflichtiges Produkt besser mit den Daten seiner Kunden umgeht.
    Bei Facebook ist der User das Produkt, und nicht nur bei Facebook, der Kunde sitzt irgendwo anders.

  32. Es gibt Gott sei Dank keine Teilnahmepflicht auf Deppendorf und Söhne.

    Wer meint, es sind ALLE da, der liegt falsch.

    In Deutschland ist es nur ca. zwei Mille.

    82 Millionen Deutsche, davon zwei Drittel volljährig, von denen fast alle im Netz. Darf man hoffen, daß Deutsche nicht doof sind?

    Elfi

  33. Spätestens jetzt dürfte der Name „Michael Anti“ doch eh verbrannt sein… jeder chinesische Staatsbeamte, der nun danach googelt, weiss in Sekunden, wer sich dahinter „verbirgt“.

    Aber viel interessanter: Wie kam Facebook überhaupt darauf, den Account zu sperren? Wer hat „Michael Anti“ angeschwärzt? In Anbetracht der Flut von Nickname-Accounts ist das doch schon seltsam. Und: Gibt es für Ihn denn keine andere möglichkeit zu publizieren?

    Wer so bekannt ist, dürfte doch auch auf jeder anderen Plattform – und sei es irgendwo selbst gehostet – genügend zulauf finden.

  34. Hand einer Firma befindet und die Inhalte von einer Firma kontrolliert werden.

    Facebook kontrolliert damit für sein Netz (und dieses ist heute bereits von immenser Bedeutung) wer was sendet und kann auch die Empfänger kontrollieren. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Angesichts der Bedeutung von Facebook wäre es wichtig Regeln ähnlich der Netzneutralität für FB zu fordern.

    Noch besser wäre natürlich eine Internet-ähnliche Struktur von sozialen Netzwerken. Jeder kann sich den Knoten (die Firma) aussuchen (oder gegebenfalls auch selbst hosten), auf der er seinen Account und sein Profil erstellt. Aber die verschiedenen Knoten können sich miteinander vernetzten, dass heißt ein Orkut-Nutzer kann einen Freund auf Facebook haben und mit ihm Daten austauschen. Dies würde die Macht des einen Marktführers ein wenig brechen, die FB-Verweigerer könnten aber dennoch mit Menschen auf FB kommunizieren. Von allein passiert das aber nicht, dafür müssen wir uns einsetzen.

  35. Das Beispiel Facebook zeigt ziemlich gut wie ein Internet ohne Netzneutralität aussähe. Schon seit Jahren baut Facebook ein Parallel-Internet auf, nur dass sich dieses in der
    Hand einer Firma befindet und die Inhalte von einer Firma kontrolliert werden.

    Facebook kontrolliert damit für sein Netz (und dieses ist heute bereits von immenser Bedeutung) wer was sendet und kann auch die Empfänger kontrollieren. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Angesichts der Bedeutung von Facebook wäre es wichtig Regeln ähnlich der Netzneutralität für FB zu fordern.

    Noch besser wäre natürlich eine Internet-ähnliche Struktur von sozialen Netzwerken. Jeder kann sich den Knoten (die Firma) aussuchen (oder gegebenfalls auch selbst hosten), auf der er seinen Account und sein Profil erstellt. Aber die verschiedenen Knoten können sich miteinander vernetzten, dass heißt ein Orkut-Nutzer kann einen Freund auf Facebook haben und mit ihm Daten austauschen. Dies würde die Macht des einen Marktführers ein wenig brechen, die FB-Verweigerer könnten aber dennoch mit Menschen auf FB kommunizieren. Von allein passiert das aber nicht, dafür müssen wir uns einsetzen.

  36. @Mnementh

    Aber das gibt es doch schon, nennt sich Internet.

    Es ist immer wieder verwunderlich wie versucht wird das Prinzip „Internet“ im Internet neu zu vermarkten.

    Facebook ist doch für den Benutzer nichts weiter als ein Framework für einen „persönliche“ Internetseite.

    Jeder könnte auch seine Webseite aufmachen, zu seinen Freunden verlinken, Bilder hochladen, Kommentare zulassen usw. Mit der passenden Software kann man auch jeden Schnickschnack einbinden lassen, wie bei Facebook und Co.
    Nur müssten die Leute die Technik irgendwie selbst pflegen usw.
    Selbst wenn man ein Facebook-zum-selber-installieren anbietet, würden die Leute natürlich das einfachere Produkt vorziehen.

    (sieht aus wie Facebook ist nur Dezentral organisiert /als Gag: DE-Zentral -> DE-Facebook)

  37. Nun steht doch hier schon sein realer Name und das Pseudonym nebeneinander und wahrscheinlich überall im Web. Damit ist das Kind doch sowieso schon in den Brunnen gefallen. Sowas ist unumkehrbar. Dumm gelaufen.

    Konform hätte man unter dem realen Namen einen FB-Account aufgemacht und dann eine Fanpage erstellt unter dem Pseudonym – diese beide allerdings nie selber miteinander in Verbindung gebracht, schon wäre sie selbständig. Nur FB wüßte Bescheid und evtl. chinesische Hacker irgendwann… nuja, gewagt halt…

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