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Frontal21: Ausgebeutet für das iPhone

Frontal21 hat heute über „Ausgebeutet für das iPhone – Wie Apple in China produzieren lässt“ berichtet:

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Frontal21 blickt auf die Werkbank der Welt und fragt nach dem Preis, den Chinas Arbeiter für Rekordgewinne zahlen.

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34 Kommentare
  1. Das ist scheiße. Aber der Beitrag suggeriert, dass das nur bei Apple-Zulieferern so sei. Es ist doch bei bei anderen Herstellern kein bisschen anders. Die Zulieferer sind die selben. Und das ist ja das dramatische :(
    Oder irre ich mich? Gibt es Ausnahmen?

    1. Ist aber trotzdem gut, dass so etwas aufgedeckt/publik gemacht wird.
      Und bei den Preisen, die das iPhone kostet..

      Dass in der 2. und 3. Welt die Menschen für uns sich zugrunde arbeiten ist ja wohl jedem bekannt.. Interessiert aber leider niemanden..

      1. Sorry, aber das sind nun wirklich keine neuen Erkenntnisse. Die Vorfälle, auf die hier Bezug genommen wurde, liegen ja auch schon einige Zeit zurück und wurden auch schon publiziert. Das hätte man schon lange wissen können (wenn es Einen wirklich interessiert).

        Dieses Thema wurde wieder hervorgeholt, weil es es zum Launch der neuen iPhone-Generation gerade „passt“.

  2. hab den bericht auch gesehen, einfach nur krass…
    …man hört auch von kinderarbeit + natürlich praktikas bei foxxcon, damit schüler einen schulabschluss bekommen

    ich wusste das von den selbstmorden schon länger…die vergiftungen und alles waren für mich aber neu

    mMn ist das eine neue art blutgeld, nur mit produkten… :-(

  3. Befürchte, dass die Arbeitsbedingungen leider branchentypisch sein dürften.

    Sicherlich könnte Apple durch seine massive Nachfragemarktmacht hier Änderungen durchdrücken. Inwieweit die das tun oder mehr tun können, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall wäre es wünschenswert, wenn Apple da mehr tun würde.

    Foxconn stellt für die meisten großen Marken Geräte her. Kann mir nicht vorstellen, dass in den Werken, in denen für Microsoft oder Nintendo gebaut wird, bessere Verhältnisse herrschen.

    Daher ärgert mich die vorherrschende einseitige Ausrichtung gegen Apple. Zu einer ausgewogenen Berichterstattung würde für mich gehören, dass man darauf hinweist, dass es auch andere Hersteller betrifft, oder darstellt, ob und wie andere Hersteller hier einen anderen Weg gegangen sind.

    Aber auf Apple rumhacken ist seit einiger Zeit in. Der Name zieht und bringt Quote. Berichte über die Zustände bei der Produktion für LG oder HTC wären nicht so „interessant“.

    1. natürlich, wen die produktionskosten „nur“ 1/3 des gesamtpreises ausmachen und der gewinn dabei trotzdem noch 50% beträgt ;)
      kennst noch andere hersteller bei denen das der fall ist? :))
      beispiel KiK, das unternehmen ist wegen schlechter arbeitsbedingungen in indien etc. auch aufgefallen….und nicht weil es grad ‚in‘ ist :p

    2. Wie völlig egal ZDF-Frontal-Moderatorin Hilke Petersen das Schicksal irgendwelcher chinesischer Arbeiter ist, sieht man allein an ihrem stets widerwärtig dreckigen Grinsen, das sie natürlich auch für die Anmoderation dieses Beitrags selbstverständlich nicht ablegen konnte.

    1. Moin, moin,
      Kaufstreik wäre das einzig Richtige und dafür muss man sich eine grosse Firma aussuchen, die auch die Möglichkeiten hat, an den Verhältnissen etwas zu ändern. Leider dürfte die Aussichten dafür recht gering sein, befürchte ich. Mir wäre fürs erste schon mit Mitteilungen geholfen, welche Firmen zu halbwegs anständigen Bedingungen fabrizieren. Da dürfte Nokia besser dastehen, soweit ich weiss…

  4. Zu den Hinweisen auf die lückenhafte Berichterstattung – ja wenn das überall so ist, was bleibt dann als logischer Schluss? Das ganze System ist irgendwie krank. Die Zuschauer sollen aber ja nun nicht vom Sofa fallen! :-)

    Erinnert mich übrigens an Dokus wo immer mal wieder über Missstände in der Lebensmittelproduktion berichtet wird, da wird auch gern verschwiegen dass es manche Probleme nicht nur in dieser einen Mega-Mastanlage gibt u.ä.

  5. Wenn „Kauf-Streik“ hier die Reaktionen hervorruft, dann gute Nacht. Komisch, dass hier niemand mal auf die Idee kommt, das Wort Kapitalismus oder Globalisierung in die Tasten haut.

  6. Zum Vergleich:

    Ein Hausmädchen bekommt 150Euro Gehalt im Monat welches für eine Familie die ganze Hausarbeit macht.
    Das trifft für Frauen aus Kambodscha zu, die in Malaysia arbeiten gehen.

    Quelle:
    http://www.ki-media.co.cc/2011/10/taking-pound-of-flesh-problems-faced-by.html
    600Malaysian Ringgit sind rund 25Euro.

    Hat sich jemand gefragt, warum es in Deutschland nicht möglich ist ein Hausmädchen zu haben damit Frauen in Deutschland weniger Stress haben und auch leichter einen 4 oder 8 Stunden Job nehmen könnten?
    Soweit zum Thema „Lebensqualität“ in Deutschland.

    Wenn man dann das Gehalt verdoppeln würde und das Hausmädchen 300Euro im Monat in Deutschland verdient wäre allen geholfen.

    ICH mache das nicht mit und bin darum Raus aus Deutschland.

    Freundliche Grüße von David
    Phnom Penh, Kambodscha
    rausausdeutschland(ad)gmail.com

    1. Toll, wenn das so billig, ist, andere Menschen für sich arbeiten zulassen, könntest du ja auch gleich noch einen Koch, einen Chauffeur, vier Sänftenträger und einen Luftzufächeler einstellen. Die brauchen nicht viel, paar Euro, eine kleine ärmliche Kammer, ein 70-Stundenwoche… du hast es dir verdient, du Perle der Menschheit.

      (Kleiner Tip: Auch „Hausmädchen“ sind Frauen/Menschen, und auch sie würden lieber gern ihr eigenes Leben leben, als dir den A… abzuwischen, nur weil du der dicke Master mit der Kohle bist).

  7. „Das iPhone – Ausgebeutet für eine Schlagzeile“
    Foxconn produziert genauso für Sony, Microsoft und Nintendo. Jeder der eine Leadtek Grafikkarte in seinem Rechner hat, hat bei foxconn gekauft. Das ist keine Rechtfertigung für die schlechten Arbeitsverhältnisse, aber es ist Apple spezifisches Problem.

    1. Ja, nur dass Apple Hardware das Dreifache vergleichbarer Hardware kostet, die vielleicht unter ähnlichen Bedingungen gefertigt wurde.

      Religion, auch die um Apple-Produkte, ist immer irrational.

  8. In Asien gibt es sicher teils extreme Arbeitsbedingungen. Die extreme Kehrseite im Westen ist aber auch, dass er, wie seine Schuldenkrisen zeigen, allgemein weit bis extrem über seine Lohnverhältnisse lebt. Würden sich Europa und Amerika ein wenig von der niedrigen asiatischen Lohnscheibe abschneiden und endlich die Einnahmeseite ihrer Staatshaushalte ausgleichen, hätten sie sicher auch bessere Chancen im globalen Kostenwettbewerb.

    1. Das Folgende ist sicherlich nicht leicht zu verstehen für jemanden, der von Wirtschaftsfragen komplett unbeleckt ist, aber ich versuche es trotzdem mal.

      Schau: Leuten, die in Europa für ein Laib Brot EUR 3,00 zahlen müssen, anstatt EUR 0,10 in Südostasien, und die so wenig Geld verdienen, dass sie vor dem Monatsende nichts mehr haben, kannst du nicht noch weiter den Lohn kürzen (und somit den Konzerngewinn steigern), ohne dass sie verhungern.

      1. Das mit dem Lecken lasse ich mal als unbewiesene Unterstellung unkommentiert so stehen. Im übrigen bin ich ganz allgemein der Meinung, dass das Lohnniveau in Deutschland, wahrscheinlich auch im Westen allgemein, also auch beim Bäcker viel zu hoch und das Besteuerungsniveau, insbesondere der millionen- und milliardenschweren Rendite-Parasiten viel zu niedrig ist.

  9. klar, es ist bei fast allem so, deshalb muss man bewusst und weniger konsumieren. Bei apple ist es aber noch grausamer, weil es dabei nicht um geiz ist geil geht sondern um lifestyle und ideologie. wenn diese aber auf extremer ausbeutung basieren und dennoch soooo viele menschen begeistern, dann ist da etwas richtig faul…

  10. Ich ging bislang davon aus, das denen wenigstens ihr Image so irrsinnig wichtig ist, dass sie mit Akribie dafür Sorgen, dass es auch in ihrer Produktionskette nicht zu Skandalen kommen kann. Zumal es ihre Gewinnmarge absolut zuließe, auch für jeden kleinsten ihrer Arbeiter ein extrem stylisches (+gutes) Unternehmen zu sein. Interessant: Beim Umgang mit ihren Arbeitern relativiert die Applewelt durch Vergleich mit anderen schlechten Firmen. Warum reicht ihr allumfassender Anspruch, sich besser als die Besten zu messen, nicht auch zu denen hinab, die dafür sorgen, dass Apple überhaupt existiert?
    Und wieder einmal das alte Lied… wenns um persönlichen Profit geht, scheert sich der Mensch meist einen Dreck um die äußeren Umstände und arbeitet letztendlich gegen sich selbst.
    Shame on you, Apple.

    1. So lustig ist das ist nicht. Es gibt durchaus gut Kleidung ohne Kinderarbeit zu kaufen, ein Shirt kostet dann ca. 10 EUR. Kann man bezahlen. Jeans liegen unter dem dt. Levis Preise. Einfach mal im Netz suchen, das Zeug sieht aus wie bei den bekannten Firmen, kein Ökokram oder bunter Firlefanz.

      Bei Hardware ist dies schwieriger. Indem man Firmen wie Apple, die viel damit verdienen anschwärzt, ändert sich dort vielleicht in der ganzen Branche mal was.

      Jetzt wo Apple ins Billigsegment will, ist dies noch gefährlicher.

    2. Doch StefanM, ist schoa lustig …

      Und wer den ganzen Cheiss vom ZDF und N-TV nachplappert wegen Billigsegment, hat erstmal gar keine Ahnung.
      Das 3GS kostet 369 EUR und Null-Euro-Verträge gab es schon immer, egal ob 3GS, 4 oder auch 4S. Zweifelt irgendjemand daran, dass die im nächsten Vierteljahr 3000 Trilliarden iPhones verkaufen?
      Manche Leute tun so, als würden für die die Regeln des Marktes nicht zutreffen. Du bist der Markt!

  11. Es ist doch ganz einfach: Fast jeder weiß heute von den Arbeitsbedingungen hinter den glitzernden Gadgets. Es ist eine Konsumentenentscheidung: „Möchte ich das unterstützen?“

    Die meisten sagen „ja,“, ihnen ist es wichtiger, das tolle Gadget zu haben, als durch Nichtkauf Druck auf den Hersteller auszuüben. Jeder ist sich selbst der nächste, und die Tränen und das Blut dahinter sieht man dem iSchnickschnack ja nicht an. Nur sollten die iGadgetkäufer, wenn sie selbst einmal in eine Notlage geraten, in Armut oder Unglück, nicht rumheulen, wenn es andere dann auch nicht kümmert. Sie werden natürlich trotzdem rumheulen.

  12. Vor ein paar Jahren hat ein Freund in aufrechter Erregung über die Arbeitsbedingungen in China versucht, alle dort komplett oder teilweise produzierten Dinge aus seinem Haushalt zu entfernen. Es ist ihm nicht gelungen, weil einfach kaum noch etwas übrig geblieben wäre.

    Von Foxconn und anderen Ausbeutern weltweit hergestellte Produkte (Elektronik, Spielzeug, Textilien, Verbrauchsgüter,…) finden sich zuhauf (!) in jedem Haushalt in den Industrienationen. Wir profitieren also alle von der Ausbeutung. Jeder Hinweis auf Apple, Sony, Microsoft, Intel, Dell, HP, usw. usf. ist also Heuchelei. Wenn wir die Sache wirklich ernst nehmen brauchen wir diese Produkte (also auch Textile, Spielzeug,… s.o.) nur nicht mehr zu kaufen.

    Abhilfe ist übrigens in Sicht: Im größten Niedriglohnland Europas, Deutschland, sind die Löhne in der Masse schon langsam auf einem Niveau angelangt, dass selbst polnische Fachkräfte lieber Zuhause bleiben. Die im Frühjahr noch laut Beschriene Schwemme an „Frendarbeitern“, die uns unsere Abeitsplätze / Wohnungen / Frauen (weitere Phobien nach Belieben ergänzen) wegnehmen, ist komplett ausgeblieben.

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