Generell

Flatrate muss auch Flatrate sein

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat gegen die Deutsche Telekom wegen irreführender Werbung bei einem vermeintlichen Flatrate-Angebot mit versteckter Drosselung geklagt und gewonnen: Irreführende Werbung für Internet-Flatrate untersagt – Telekom muss auf Geschwindigkeitsdrosselung hinweisen.


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Die Versprechungen waren vollmundig: „Unsere schnellste DSL-Verbindung“, „Luxus-Highspeed-Surfen mit bis zu 25 Mbit/s“, „ohne Zeit- oder Volumenbeschränkung“, so pries die Deutsche Telekom ihr Paket „Call & Surf Comfort VDSL“ in der Werbung an. Erst im Kleingedruckten stand der Hinweis auf die mögliche Drosselung der Geschwindigkeit: Wer in einem Monat 100 GB Datenvolumen überschreitet, bei dem wird der Internetzugang auf 6 Mbit/s verlangsamt – für den Rest des Monats. Diese Information war in einem PDF-Dokument nur umständlich zu finden.

Das Landgericht Bonn hat nun entschieden, dass diese Werbung irreführend sei. Der Verbraucher gehe bei dem Angebot davon aus, dass keine Drosselung der Internetgeschwindigkeit erfolgt, auch nicht nachdem ein bestimmtes Datenvolumen erreicht wurde. Solche Werbeaussagen seien zudem kaufentscheidend. Der Hinweis auf die Drosselung innerhalb der Leistungsbeschreibung sei nicht ausreichend, um die Irreführung des Verbrauchers zu beseitigen.

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12 Kommentare
  1. Die spannende Frage in Sachen Netzneutralität ist: Hat der Traffic von T-Entertain oder anderen Telekom-Angeboten zu dem Limit beigetragen oder nicht? Wurden sie gedrosselt oder nicht?

    1. Nein. Ich habe ein Aktionsangebot vom 2. Quartal 2011 („Handy Flat“), die auf 300MB/Monat limitiert ist, obwohl das nicht im Vertrag steht. Das ist Betrug, aber ich habe kein Geld um mein Recht zu erstreiten…

  2. Boa ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich 1GB Traffic hatte und danach wurde es RICHTIG teuer und auch 5GB sind ne Größe mit der man (1 Person) leben kann (ohne Filesharing und ohne nonstop Videocontent zu gucken).

    Also ich finde das Angebot schon sehr sehr in Ordnung, keine Ahnung was ich so versurfe, aber 100GB scheinen mir schon okay.
    Dass man das aber nicht korrekt ausschreibt ist mir unverständlich. Wie gesagt scheint mir das Angebot in Ordnung zu sein (und auch 6MBit/s sind ja nicht soooo lahm, ich kenne noch Leute mit 7xxKbit/s oder jüngst 64KBit/s) daher frage ich mich eher warum man das so verschleiert.
    Ginge die T-Com damit „ganz normal“ um also in einer Fußnote in der Werbung und ganz normal im Vertrag stehend, dann hätte das Gericht nichts zu meckern und das Angebot wäre – meiner Meinung nach – durchaus passabel (Preis hab ich jetzt nicht berücksichtigt).

    1. Stell dir mal folgendes Szenario vor: Ich bin beruflicher Cutter (oder ein anderer Job für den man schnelles Inet braucht) und hätte einen Sohn. Mein Sohn guckt 2 Tage lang nur Youtube (jetzt bitte keinen Kommentar wegen Kindererziehung, das ist nur theoretisch :D). Bam. Plötzlich sind die 100Gb aufgebraucht und ich verliere Zeit/ vielleicht den Job selbst, weil ich nicht schnell genug downloaden kann. Und was wäre, wenn eine Familie mehrere Mitglieder hätte, noch schneller erreicht.

      Das ist jetzt nur ein Szenario in dem das hier wirklich schädlich sein könnte. Aber auch die Otto-Normal Verbraucher sollten schnelles Internet brauchen, wenn sie deswegen das Paket bezahlt haben.

      Hoffe ich konnte das Problem einigermaßen verständlich machen.
      7kbit/s sind nicht mehr Zeitgemäß, ich kenne natürlich auch Leute mit solchen Leitungen, aber das sind meist Leute die sich totärgern über ihr langsames Internet und nur noch aus dem Vertrag rauswollen…

      Viele Grüße,
      MrMansionIV

  3. Weiß jemand zufällig wie man das jetzt mitbekommt ob das gedrosselt ist/ was mit den Leuten ist, die deswegen gekauft haben?

    Ich habe seit einem Jahr ne 25.000 Leitung bei der T-Com. Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

    Wäre sehr dankbar für eine Antwort,
    Viele Grüße,
    MrMansion

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