Kultur

Das Netz ist auch die Welt

Miriam Meckel hat in einem Beitrag neun Dimensionen aufgezeigt, wie sich Journalismus paradigmatisch verändert: Journalisten an der Crowdsourcing-Front.


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* Journalisten verlieren einen großen Teil ihrer Interpretationshoheit.
* Es entstehen neue journalistische Rollenbilder, z. B. als Aggregatoren oder Broker, die für die Sammlung relevanter Informationen im Netz oder als Schnittstelle zur Verbindung unterschiedlicher Communities zuständig sind.
* Es gibt kein Publikum mehr, sondern mehr oder minder aktive Communities.
* Medienmarken werden durch individuelle Brands journalistischer Persönlichkeiten ergänzt oder ersetzt.
* Es gibt keine fertigen „Stücke“ mehr. Journalistische Produkte werden zu „permanent content beta“.
* Es gibt keine „write-read“-Hierarchie mehr, sondern nur einen endlosen Wechselwirkungsprozess zwischen „write“ und „read“ einer unbegrenzten Zahl von Beteiligten.
* Wer sich als Journalist nicht auf das Netz als Recherche-, Kollaborations- und Kommunikationsplattform einlässt, ignoriert seine publizistische Verantwortung.
* Es gibt keine netzunabhängige journalistische Weltsicht. Das Netz ist auch die Welt. Es gibt nur eine arrogante Verweigerungshaltung derer, die glauben, schlauer zu sein als ihre Leser.
* Das Netz entlarvt jede noch so kleine journalistische Fehlleistung. Es dekonstruiert auch den Verweigerungsjournalismus.

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5 Kommentare
  1. Ja, ja der Medienwandel. Frau M. hat nur die schon längst bekannten Punkten zu diesem Thema aufgezählt. Wo ist jetzt das besondere? Muss man jetzt hier wirklich den Focus und M. Merkel „fullquoten“? Der Text wurde doch schon absichtlich als Thesentext gebaut. Reingefallen.

  2. naja.
    Ist zumindest korrekt und ready to sign zusammengefasst.
    Kann man so ein paar Menschen um den Latz knallen, die immer noch sher überrascht sein/tun werden.
    Also einfach mal „Danke!“

  3. Als Journalist lehne ich so einen Quatsch über publizistische Verantwortung ab, das ist ja ähnlich platt wie die Ethik, die Kant seinem Diener Lampe servierte. Auch der geballte Unsinn vom permanent content beta unfertiger Stücke stösst übel auf. Wohl eine Verwechslung mit permanenter Berichterstattung bei Themen, wo man am Ball bleiben muss. Schon mal ein unfertiges Stück bei einem Redakteur abliefert und dazu „permanent content beta“ gesäuselt?

  4. Naja. Wenig innovativ. Wobei sie meines Erachtens in zwei Punkten etwas daneben liegt oder sich zumindest unklar ausdrückt:

    Es gibt kein Publikum mehr, sondern mehr oder minder aktive Communities.

    und

    Es gibt keine „write-read“-Hierarchie mehr, sondern nur einen endlosen Wechselwirkungsprozess zwischen „write“ und „read“ einer unbegrenzten Zahl von Beteiligten.

    Die Kommunikation muss nicht immer auf der selben Plattform stattfinden. Natürlich wird es in Zukunft auch weiter Nachrichtenportale geben, bei denen Kommunikation kein „must have“ sondern – aufgrund der einfachen Implementierung – eben ein nettes, aber unwichtiges Extra ist. Portale wie der Spiegel kämen durchaus ohne eigenes Forum aus. Ein eigenes Forum ist aber nicht zwingend eine Veränderung des status quo. Jedes größere Medium hatte es in der Vergangenheit unter dem Titel „Leserbriefe“, so richtig analog und altmodisch halt.

    Was sich verändert ist der Grad der Beeinflussung durch die höhere Reichweite im Netz: Früher hat sich kaum eine Sau für den Leserbrief von Max Müller im Buxdehuder Tageblatt interessiert, egal wie schlecht der Artikel war, auf den sich der Brief bezog. Heute veröffentlicht man eben auf einer anderen Plattform – einem Blog, Twitter, Facebook. Im Idealfall steht der Artikel auch online, so dass ihn auch Lieschen Meyer aus Wien lesen und die Kritik teilen kann – in der analogen Welt hätte sie den Artikel nie zu Gesicht bekommen. Durch Reichweite und Geschwindigkeit kann man natürlich sehr viel schneller die Aufmerksamkeit auf irgendwas lenken. Und dann äußert sich eben nicht eine Person zum Thema wie früher, sondern Artikel und Kommentare verbreiten sich innerhalb weniger Tage viral und locken unzählige Kommentatoren an. Auch, weil die Hemmschwelle wesentlich geringer ist, als wenn man erst noch umständlich Briefe schreiben und diese abschicken muss.

    Im Klartext: Auch früher konnte man zwischen mehr und minder aktiven Communities unterscheiden, genauso wie es früher ebenfalls Wechselwirkungsprozesse gab. Diese Entwicklung intensiviert sich, sie entwickelt sich nicht neu.

  5. Das ist ein Eiertanz um alte Neuigkeiten mit verschwurbelten Formulierungen im peinlichsten Werbetexter-Jargon, „permanent content beta“, „write-read-hierarchie“, würg!

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