Öffentlichkeit

Ägyptische Bloggerin Azmaa Mahfouz wegen Kritik vor Gericht

Die Berliner Zeitung berichtet über die ägyptische Bloggerin Azmaa Mahfouz, der dort wegen Kritik am Militär der Prozess gemacht werden soll: Jeanne d’Arc vom Nil.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Nun hat sie in Ägypten erneut eine große Diskussion ausgelöst. Ihr soll der Prozess gemacht werden, weil sie die Militärregierung beleidigt haben soll. Darüber ist in Ägypten eine heftige Diskussion entbrannt, das Land spaltet sich in zwei Lager: Die Aktivisten der Revolution sehen in der Verhaftung von Mahfouz einen weiteren Einschüchterungsversuch der Militärs gegen die Demokratiebewegung.

Ein Kommentar
  1. Ich habe gerade fast 6 Monate mit der Jugend der Revolution in Kairo gelebt, auf dem Tahrir geschlafen und kann den Bericht nur bestätigen: psychologische Kriegsführung in Reinkultur. Es geht darum das Land zu spalten, die Jugend zu separieren, so dass die Mächtigen weiter ihr Spiel treiben können. Leider sind sie auf einem guten Weg. Sie haben erkannt, wie sie die Jugend und den Rest der Bevölkerung gegeneinander aufwiegeln können.

    Am Ende bleibt das Militär, teile und hersche und wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Das alte Spiel perfekt inszeniert.

    Schon Mubaraks Opferung war nur ein gekonnter strategischer Zug. Mit diesem Bauernopfer konnte das Militär weiter die Hoheit behalten, ohne wirkliche Veränderung zu wollen.

    Wie auch? Ein Großteil sämtlicher Infrastruktur und Unternehmen in Ägypten wird von Generälen betrieben. Die haben keine Lust ihr Eigentum und Macht zu verlieren.

    Selbst die Schnellstrassen gehören dem Verteidigungsministerium. Und die Tankstellen dort? Natürlich den Generälen privat!

    Sie haben viel zu verlieren. Sehr viel Geld und Macht, schliesslich gehört mindestens 30 Prozent des Landes ihnen.

    Und wenn man in Kairo unterwegs ist, sieht man eigentlich neben Botschaften nur eine Art von Einrichtung mit schönen Toren, wo alles in langen Streifen schön geplegt ist, mit vielen Blumen und natürlich Goldverzierungen an den Toren: die des Militärs.

    Die best angezogendsten zwei Leute in einem Bus waren sodann natürlich auch: ein General und sein Untergebener.

    Ein Großteil aller ausländischen Gelder (Ägypten lebt von Subventionen wie der USA) landen wo im Land? Natürlich, beim Militär.

    Es wird schwer in Ägypten, sehr schwer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.