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War Googles Abhöraktion kein Code-Fehler ?

Google hatt in den letzten 3 Jahren mit seinen „Street-View-Cars“ auch Kommunikationsinhalte (u.A. Websites, E‑Mails) von WLAN-Benutzern aufgezeichnet. Google hat behauptet, dass das durch einen Code-Fehler passiert ist – also genauer, dass da noch alter Code mit drin war, der eigentlich nicht gebraucht wurde und der irgendwie übersehen wurde. Auf wired konnte ich aber heute…

  • Andreas Pohl

Google hatt in den letzten 3 Jahren mit seinen „Street-View-Cars“ auch Kommunikationsinhalte (u.A. Websites, E‑Mails) von WLAN-Benutzern aufgezeichnet. Google hat behauptet, dass das durch einen Code-Fehler passiert ist – also genauer, dass da noch alter Code mit drin war, der eigentlich nicht gebraucht wurde und der irgendwie übersehen wurde.
Auf wired konnte ich aber heute lesen, dass ein Anwalt meint, er habe Beweise (pdf), dass Google den Code mit Absicht benutzt hat, um die Standorte der WLANs besser ermitteln zu können. Schließlich hatte Google ein Patent auf ein solches Vorgehen angemeldet.
Update
Aus den Kommentaren ist dieser Link bemerkenswert. Kristian Köhntopp bringt dort Verständnis für Googles Vorgehen auf.

Über die Autor:innen

  • Andreas Pohl

    Andreas Pohl ist Software-Entwickler und technical opinionist.


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14 Kommentare zu „War Googles Abhöraktion kein Code-Fehler ?“


  1. Das macht doch überhaupt keinen Sinn.

    Wie will man anhand von Netzwerk-Nutzdaten die Position genauer bestimmen als mit GPS? Klar das WLAN ist immernoch – sagen wir 20m – vom StreetView-Auto weg. Aber ich kann mir echt nicht vorstellen, dass man mittels Beobachtung des Timings der Datenübertragung auf mehr als 20m Genauigkeit kommt und dass Google diesen Ärger dafür auf sich nehmen würde. Ich mein die sind ja nicht blöd und sie haben etwas zu verlieren. Abgesehen davon, hätten die tatsächlichen Nutzdaten auch überschrieben werden können wenn es nur um das Timing ginge.

    Kurz – es macht keinen Sinn.


  2. earl

    ,

    Der Anwalt hat es nicht kapiert. Natürlich hat Google absichtlich von den WLANs mitgeschnitten, aber nicht die Nutzdaten.

    Jeder Laptop liest alle WLANs in Reichweite, um festzustellen, welche es gibt und welches er dann nutzt. Das gilt auch nach der Verbindung noch, man muss alle Pakete empfangen, um entscheiden zu können, welche für einen Bestimmt ist. Die Luft ist kein Switch, sondern ein Hub.


  3. Horst

    ,

    Ein recht schönes Beispiel, das Juristen vor allem mir Dummheit gesegnet sind.


  4. Kinch

    ,

    Verstehe ich das richtig? Der „Beweis“ ist die Vermutung, dass Google das absichtlich hätte machen können, weil sie ein Patent auf so eine Technologie haben?

    Das klingt sehr dünn.


  5. BesorgterBürger

    ,

    wahrscheinlich erhofft sich der Anwalt, das Google wegen der PR keinen Prozess will und sich vorher außergerichtlich einigt…


  6. Alphager

    ,

    Das Patent (http://www.patentlens.net/patentlens/patents.html?patnums=US_2010_0020776_A1&language=&) redet nur davon, Management- und Control-Frames zur bestimmung der Data-Rate (und darüber die Entfernung zwischen den Stationen) auszuwerten.


  7. ja bestimmt das soll man glauben das die die Daten nicht verwendet haben wers glaubt .….. warum gibt es niemanden der solche Sachen bestraft


  8. […] Update, 4th of June 2010: There seems to be some evidence that it was not an accident. […]


  9. Es war kein Fehler von Google diese Daten mitzuschneiden, die Erklärung warum Google ‑und nicht nur Google- so arbeitet, die gibt es hier: http://blog.koehntopp.de/archives/2860-Wie-man-aus-Versehen-WLAN-Daten-mitschneidet.html


  10. @Kenny1987: Schau Dir mal dieses Video an, da wird ganz gut erklärt, dass sich nicht nur Google der WLAN-Daten bedient, um genauere Lokalisierungsinformationen zu bekommen. http://mirror.fem-net.de/CCC/26C3/mp4-ipod/26c3-3600-de-location_tracking_does_scale_up_iProd.mp4


  11. Bin schon überrascht, dass netzpolitik von dem Köhntopp-Artikel, den ich für nachvollziehbar und wichtig in dieser Diskussion halte, erst jetzt erfahren hat.


  12. […] interessiert wie unbrauchbar eine solche Datensammlung überhaupt ist. Doch jetzt kam heraus, das die Aufzeichnung kein Versehen war und in Anbetracht der Tatsache das die Suchmaschine lokale Suche für sehr wichtig hält und […]


  13. Jens Best

    ,

    Es wird Zeit, dass der wahre Kern des Datenschutzes auf netzpolitik.org wieder mal in den Vordergrund tritt und sich etwas klarer zu einer neuen digitalen Öffentlichkeit bekannt wird.

    Das Verlinken von halbgaren Meldung über die Klagesucht von Anwälten (nimmt langsam ein Ausmaß an, die an die legendäre „Spielsucht“ erinnert), das Verlinken also von jedem Pseudo-Google-Gebashe dient vielleicht dem Anschleimen bei irgendwelchen staatlichen Teutschen „Datenschutz-Beauftragten“, aber nicht dem Netz.


  14. […] interessiert wie unbrauchbar eine solche Datensammlung überhaupt ist. Doch jetzt kam heraus, das die Aufzeichnung kein Versehen war und in Anbetracht der Tatsache das die Suchmaschine lokale Suche für sehr wichtig hält und […]

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