Generell

Löschen statt Sperren: Evaluationsstatistik des BKA

Auf Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hat das BKA mal eine erste, wenig aussagekräftige, Evaluationsstatistik über ihre Löschbemühungen verschickt, die heute allen Budnestagsabgeordneten zugegangenen ist. Hier ist das PDF (Hier als ODS). Interessant sind da einige Zahlen. Beispielsweise werden Server in Grossbritanien nicht so schnell gelöscht. Die Quote ist in Russland um einiges höher. Mehr Analyse gibts zu einem späteren Zeitpunkt. Die genauere Analyse ist auf postalischem Weg zu den Abgeordneten. Da spielt vermutlich eine gewisse Hinhaltestrategie eine Rolle. Am Montag ist das Thema im Unterauzsschuss Neue Medien im Bundestag. Wenn man die genaueren Analysedaten schon heute per Mail verschickt hätte, könnten sich die Abgeordneten ja mindestens einen Tag besser vorbereiten und kritischere Fragen am Montag stellen.


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

Hier ist der Hintergrundbericht der Grünen: BKA-Statistiken werden veröffentlicht – endlich fundierte Datenlage für alle [Update].

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
23 Kommentare
  1. Örks, wasn das für ein PDF?

    Über Seiten zerhackte, damit unleserliche und unübersichtliche Tabellen (+ Deppenapostroph „URL’s“).

    Da müssen wir aber mal schnell was maschinenlesbares draus machen.
    So ist das doch Mist.

    Ist das echt das Format, das das BKA geliefert hat?
    Die Besten der Besten der Besten?

  2. Weiß jemand, ob es einen Livestream der Anhörung geben wird?

    Zeit: Montag, 25. Oktober 2010, 12:30 bis 15 Uhr
    Ort: Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal 4.900 (Europasaal)

  3. Die Evaluationsstatistik erinnert mich eher an die Ziehung der Lottozahlen. Als fundierte Datenlage würde ich das kastrierte Excel-Sheet so jedenfalls nicht bezeichnen. Ah, ich sehe es gerade, Konstantin v. Notz tut das auch nicht:

    Soeben haben wir als anfragendes Büro eine erste – wenig aussagekräftige – Evaluationsstatistik der bisherigen BKA-Berichte erhalten.

    Nicht nur, dass das Verfahren weiter intrasparent bleibt, auch die Frist von einer Woche ist – in Abhängigkeit vom Löschansatz – wenig zielführend. Ist inzwischen eigentlich geklärt, welche Inhalte „gemeldet“ werden?

    Kinderpornographie nach § 184b, wie im Zungangserschwerungsgesetz vorgesehen, oder auch „Jugendpornographie“ nach § 184c (vgl. Censilia-Initiative)?

    So langsam grenzt das, was das BKA da betreibt an aktiver Sabotage.

  4. Soweit ich das sehe, hat man also in den berücksichtigten 9 Monaten rund 1400 URLs den jeweiligen nationalen Behörden in insgesamt 8 Staaten gemeldet. Nur drei dieser Staaten (USA, Russland, Niederlande) hatten jeden Monat mindestens einen Fall – diese reagieren dafür auch deutlich häufiger als die sonstigen.

    Klar sagen muss man, dass diese Quote nach einer Woche nicht eben überragend ist. Was allerdings komplett fehlt, ist eine Betrachtung nach einem längeren Zeitraum – und leider auch eine, WARUM nicht gelöscht wurde. Das muss ja nur eine unterschiedliche Rechtsauslegung des jeweiligen Sachbearbeiters sein…

  5. So etwas schickt dieses BeKnA… Fachpersonal den Abgeordneten? Kein Wunder das die nichts gebacken bekommen was mit KomPuter und InderNet zutun hat.

  6. @Thek: Inbesondere wäre dabei noch zu bemerken, dass sich das Meldeverfahren im Laufe des Evaluationszeitraums mehrfach und zum Teil gravierend verändert hat (Erweiterte Zusammenarbeit mit dem INHOPE-Netz z.T. erst seit Sommer, etc).

  7. Bitte immer schön auf dem Teppich bleiben: Das hat rein gar nichts mit einer Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zu tun. Es ist eine Anlage zu den BKA-Antworten im Rahmen der Anhörung vor dem Unterausschuss Neue Medien am Montag.

    @piercyha: Ja, es gibt einen Livestream.

  8. Dieser Arschwisch von „Stastistik“ ist eine Unverschämtheit seitens des BKA. Kompletter Dreck. Nach diesem Zahlenmüll kann niemend, der guten Willens ist, auch nur ansatzweise irgend was schliessen, geschweigen denn irgend etwas entscheiden. Arrogante Bande. Glauben die wirklich, dass sie damit durchkommen?

  9. Äh, mal zum Verständnis, ob ich völlig bescheuert bin.

    Die Angabe „Gesamt“ im Monat Januar von 104 sind die Websites, die KiPo hosten.

    Die Prozentangaben bei den Staaten dann, wieviele von diesen 104 im jeweiligen Staat gehostet wurden.

    Wie kann bspw. die USA hier 51% haben? Das wären 53,04 Websites.

    Und wenn ich die Prozentangaben der Länder zusammenrechne, komme ich auf 87%. Wo sind die anderen 13% geblieben?

    Das ist doch alles ein schlechter Scherz.

    1. OK, ich sehe gerade im ODS, die Prozentangaben sind „ausführlich“ und werden wohl für die Ansicht gerundet.
      In den USA sinds nämlich genau 50,9615384615385%, also tatsächlich 53 Websites.

      Die Addition der Prozente ergibt aber trotzdem immer noch keine 100, sondern 86,58.

  10. Also, äh, wie schon so schön von zerebrumm ausgedrückt: das ist eine Unverschämtheit.
    Aussagelos ist noch eine harmlose Begrifflichkeit für diese Zahlenspielchen.

    Unübersichtlich, unklar, undefiniert – eben unverschämt.

    Was das BKA damit belegen oder widerlegen will ist mir ein Rätsel.
    Es bleibt spannend, was da den Abgeordneten nun „auf postalischem Wege“ zugestellt wird.

    Ich hoffe mal, „postalisch“ heißt nicht auch gleich „in Papierform“, sondern digital.
    Wobei man angesichts der Excel-Datei auch dann mit Facepalms Deluxe rechnen muss.

    Hier mal die Metadaten der bei den Grünen abrufbaren (wohl „Original“-)Datei:

    Comp Obj User Type : Microsoft Excel 97-Tabelle
    Author : woerne01
    Last Saved By : Marco Herb
    Create Date : 2010:07:20 07:08:01
    Modify Date : 2010:10:15 10:51:05

    Wie sehen: die Besten der Besten arbeiten nur mit der besten der besten Software.

    Interessant auch, daß diese „zusammenfassende Statistik“ schon Ende Juli angelegt wurde und man wohl nicht gleich zu Beginn des Evaluationszeitraums vernünftig dokumentiert hat (wobei das natürlich eine Unterstellung ist, vielleicht hat man da erst beschlossen, irgendwie anders abgelegte Daten zusammenzuführen).

    Komisch allerdings, daß die Datei schon sechs Tage alt ist, aber erst heute damit rausgerückt wurde und die detaillierten Infos auch noch mal dauern.

    Ach ja…

    1. Dieses Vorabdokument ist Bull, da ergibt nichts einen korrekten mathematischen Wert oder gar so etwas wie Sinn.

      Wenn das ernsthaft vom BKA kommt und die tatsächlich damit ihrer Evaluationspflicht nachkommen wollen, dann gibts die berühmten zwei Möglichkeiten: (1) bodenlose Inkompetenz oder (2) böswillige Sabotage.

  11. Nachtrag zu meinem Kommentar #4:

    Nicht nur, dass das Verfahren weiter intrasparent bleibt, auch die Frist von einer Woche ist – in Abhängigkeit vom Löschansatz – wenig zielführend. Ist inzwischen eigentlich geklärt, welche Inhalte “gemeldet” werden?

    Kinderpornographie nach § 184b, wie im Zungangserschwerungsgesetz vorgesehen, oder auch “Jugendpornographie” nach § 184c (vgl. Censilia-Initiative)?

    Im mir selbstverständlich noch nicht vorliegenden Begleitschreiben wird auf die Änderung des Löschverfahrens hingewiesen. Ebenso findet sich ein (imo nicht ganz eindeutiger) Hinweis, dass lediglich Fälle nach § 184b erfasst sind. Das macht statistische Übersicht allerdings nur bedingt sinnvoller.

    @ede/#8: Dein Einwand ist korrekt. Evtl. hat Markus den Hinweis im Blogbeitrag von Konstantin v. Notz missverstanden.

    @scanlines/#14:

    Interessant auch, daß diese “zusammenfassende Statistik” schon Ende Juli angelegt wurde und man wohl nicht gleich zu Beginn des Evaluationszeitraums vernünftig dokumentiert hat

    Die Zahlen sind identisch mit denen der fortlaufenden Evaluation, wie sie u.a. Anfang Juli der Bundesregierung präsentiert wurden. Über die Methodik und Qualität Aufbereitung darf man freilich geteilter Meinung sein. Siehe auch: http://www.netzpolitik.org/2010/da-schau-an-bka-kann-doch-loschen/

    @scanlines/#16: Es existiert ein 14-seitiges Begleitschreiben, das spätestens am Montag mit den An-/Unterlagen zur Anhörung auf bundestag.de veröffentlicht werden soll – wenn es das BKA nicht noch (wie im Vorjahr) zur Verschlusssache erklärt.

  12. @ede/#8: Dein Einwand ist korrekt. Evtl. hat Markus den Hinweis im Blogbeitrag von Konstantin v. Notz missverstanden.

    Ok, es ist irgendwas dazwischen. Sagen wir mal, es brauchte wohl eine Erinnerung und aufmunternde Worte, damit die Statistiken ihren Weg in die Anlage fanden. So zumindest unser Stand.

  13. @Ede#8 & Jörg-Olaf#18:

    nochmal in aller Deutlichkeit: Dass das BKA die \Statistik\ nun vorgelegt hat, begründet sich schlicht und einfach damit, dass das Innenministerium und das ihm unterstellte BKA eine parlamentarische AuskunftsPFLICHT gegenüber den MdBs haben, dem das Ministerium nun, nachdem wir seit Wochen darauf pochen, endlich nachgekommen ist. Das geht auch dem Begleitschreiben klar und deutlich hervor.

    Darüber, dass wir – am letzten Werktag vor der Anhörung – immer noch auf die uns nun
    hoffentlich bald erreichenden monatlichen Evaluierungen, die ja bei Weitem mehr Punkte enthalten (siehe unseren Blogbeitrag) müssen, wie z.B. Grund der Nicht-Löschung etc. pp., warten müssen, kann sich ja jeder ein eigenes Bild machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.