„Bricht das Internet 1997 zusammen?“ titelte die ZEIT im Jahre 1996 und wenn man den Artikel durchliest, könnte der weitgehend auch 2010 erschienen sein.
Die neuen Anwendungen sind aber nicht nur datenhungriger, sondern auch rücksichtsloser. Bei einem elektronischen Brief ist es egal, ob er erst nach dreißig Sekunden ankommt. Bei einem InternetTelephonat müssen die Datenpakete dagegen per Expreß versandt werden, weil sonst die Stimmen stocken. Deswegen verwenden die meisten Programme zum Telephonieren im Internet auch ein Übertragungsprotokoll, das die Höflichkeitsregeln im Netz mißachtet. Wenn es dort nicht bald zugehen soll wie auf den ständig verstopften Highways von Los Angeles, hilft nach Meinung der meisten Internet-Ökonomen nur eines: Mautstellen, die ihre Gebühren dem Verkehrsaufkommen anpassen. Dann müßten Vielsurfer für die Überlastung bezahlen, die sie verursachen. Und die Netzbetreiber hätten eine Einnahmequelle, um bei Bedarf breitere Datenstraßen zu bauen.
Jetzt haben wir 2010 und bisher ist ohne Mautstellen nichts zusammen gebrochen.