Deutschlandfunk: Krankes Internet

Der Deutschlanfunk hat gestern in der Sendung Hintergrund über den „aussichtslosen Kampf gegen Kinderpornographie“ berichtet. Der Titel „Krankes Internet“ klingt etwas reisserisch, der Beitrag ist aber ausgewogen und interessant.


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Jeden Tag werden 200 neue Kinderpornografie-Bilder ins Internet gestellt. Mehr als 15 Millionen Abbildungen kursieren bereits im Netz. Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise 50.000 Konsumenten von Missbrauchsdarstellungen. Flüchtige Webseiten, geschlossene Benutzergruppen und rechtliche Schranken machen den Ermittlern zu schaffen.

Hier ist die MP3.

12 Kommentare
  1. Wow, detaillierte Zahlen. Vermutlich sorgfältig recherchiert, was dann wohl ein Fall für den Staatsanwalt wäre. Der Fall Tauss lässt grüssen …

  2. Die Zahlen sehen in der Tat sehr plausibel aus.
    Bei der Tagesrate und Gesamtzahl werden also seit mehr als 200 Jahren Bilder ins Internet gestellt.

  3. „Die IP-Nummern, also die Adressen der Computer im Internet, wurden bislang von den Serverbetreibern protokolliert und aufbewahrt. Doch kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht diese Vorratsdatenspeicherung verboten. Ermittler, wie Judith Dobbrow, schimpfen: Nun könne die Kripo auf diesem Wege keine Kinderporno-Besitzer mehr dingfest machen.“

    ich dachte, die vorratsdatenspeicherung war nur für die gefahrenabwehr für leib und leben etc. gedacnt? was ist das denn für eine nummer?

    also ausser der drecks-kipo vielleicht auch noch der contentmafia aus der VDS daten gesteckt? das würde mich mal brennend interessieren….

    1. @alle: Die Zahlk önnte durchaus realistisch sein. Man sollte dabei bedenken, dass es schon eine Menge Bilder aus der Vor-Internet-Zeit gab, die im Netz verfügbar sind und diese Zahlen nur die tatsächlich neuen, das heißt zur heutigen Zeit aufgenommenen, berücksichtigen.

  4. Eigentlich ist es gut, dass es einen solchen Übersichtsartikel gibt, aber er könnte etwas weniger reißerisch sein. Auch ist der Aufbau teilweise etwas merkwürdig: so wird erst der mögliche Markt mit reißerischen Zahlen beschrieben, um dann erst darauf hinzuweisen, dass es eventuell keine große Rolle spielt.

    Der Hinweis auf Filter/Speicher-Methoden von IPs ist sogar sachlich falsch.

    Gut finde ich aber, dass mit der Beschreibung der möglichen Therapie auch klar gemacht wird, wie man das Problem an der Wurzel angehen kann. Denn die Diskussion über fehlende Therapien und andere Ansätze ist dringend notwendig!

  5. @markus: Das ist keine Erklärung – schließlich wurden nicht alle FKK-Heftchen auf einen Schlag ins Internet gestellt. Hier wurden schlichtweg zwei unterschiedliche Messgrößen vermischt, Du hast ausgerechnet den schwächsten Teil des Berichts oben zitiert.

    Interessanter fand ich den Part mit der Vorratsdatenspeicherung und die Schilderung eines Konsumenten.

    BTW: Laut dem Europol-Präsidenten sollen nun Pay-per-View-Videos verbreitet werden:

    http://heise.de/-1032329

  6. @Someone

    „Denn die Diskussion über fehlende Therapien und andere Ansätze ist dringend notwendig!“

    überstunden der ermittler, die strafverfahren, die prozesse, die stellung teurer ausländischer strafverteidiger bei ausländern und möglichen knastaufenthalte sind doch v i e l billiger!!

  7. „Die IP-Nummern, also die Adressen der Computer im Internet, wurden bislang von den Serverbetreibern protokolliert und aufbewahrt.“

    Bitte? Können die einfach mal richtig recherchieren? Kann doch nicht so schwer sein…

  8. Hat sich da irgendwas am Beitrag im Laufe des Tages geändert? ich lese da von 15 Millionen bidern und halte dies für eine sehr realistische Zahl.
    Und im Beitrag sind die Probleme ganz gut dargestellt. Das Internet ist halt insgesamt zu „schnell“ und zu unübersichtlich für die derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten.
    Vor allem ist sind die Serverwechsel irgendwohin ins Ausland natürlich sehr problematisch.
    Andererseits find ich es manchmal schon etwas eigenartig: Versucht mal irgendetwas Beleidigendes über irgendeine Person des öffentlichen Lebens ins Netz zu stellen und schon sieht man wie schnell die Justiz da reagieren kann. Und bei einem Thema das eben schon jahrelang durch die Medien geistert ist es anscheined nicht möglich entsprechende Seiten rascher bzw. überhaupt sperren zu lassen?

  9. Interessanter Bericht, dennoch sind mir auch ein paar Sachen aufgefallen:

    Z.B. die Sache mit der Vorratsdatenspeicherung, nur weil das Gesetz außer Kraft ist speichern die Provider doch dennoch weiter ihre Rechnungs-Relevanten Daten für einen gewissen Zeitraum und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die Auskunft verweigern wenn da jemand mit richterlichem Beschluss wedelt. Ich sehe drei Möglichkeiten:
    1. Die Provider haben tatsächlich aufgehört IPs von Flatrates zu loggen, weil die nicht Rechungsrelevant sind.
    2. Die Ermittlungsbehörden sind zu lahmarschig und erkundigen sich nach der Löschung der Daten
    3. Der Bericht ist schlecht recherchiert.

    Der Bericht unterstützt die Sperr-Gegner, denn es wurde erwähnt, dass professionelle KiPo-Seiten eine „Halbwertzeit von einer Woche“ hätten.

    Sehr ungläubig dreingeschaut habe ich gegen Ende als erwähnt wurden Patienten, die feststellten, dass sie vielleicht ein bisschen pädophil sind aus Praxen geworfen wurden… ich meine… selbst wenn sie was angestellt haben (und lt. Bericht haben sie nicht) sollte man diese Menschen wenn sie schonmal bereit und willig sind sich therapieren zu lassen in ihrem Vorhaben unterstützen.

    Ansonsten fand ich den Bericht jetzt nicht soooo neutral aber okay :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.