Nur kurz, aus dem Off: Drüben beim „mentalschnupfen“ gibt es ein lustiges Fundstück. Und zwar aus einem älteren Wikipedia-Eintrag über „De-Mail“, dem Leuchturmprojekt für rechtsverbindliche eMails, mit dem wir in den nächsten Jahre sicher noch viel Spaß haben werden.
Wesentliche Zielsetzung neben der integeren und vertraulichen Nachrichtenübermittlung ist die Nachvollziehbarkeit der elektronischen Kommunikation und die Authentizität der Nachrichten auf Basis bekannter und verständlicher Technik. Eine grundlegende Anforderung an De-Mail ist deshalb auch die Benutzerfreundlichkeit und einfache Bedienbarkeit.
Ach, ihr kennt den Text? Und ihr habt euch auch schon gefragt, ob der aus einer Werbebroschüre des Innenministeriums stammt? Nun, fast. Zumindest darf man annehmen, dass er von einem Berater aus dem IT-Stab im Bundesministerium des Innern verfasst wurde. Aber lest selbst.
(via Zivilschein@Twitter)
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9 Kommentare zu „De-Mail: Astroturfing in der Wikipedia?“
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[…] herum, um die de-Mail in ein besseres Licht zu setzen. Das hat mentalschnupfen herausgefunden. (via) var flattr_wp_ver = ‚0.9.11′; var flattr_uid = ‚17973’; var flattr_url = […]
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Na, das ist jetzt aber inflationäre Verwendung des Begriffs „Astroturfing“.
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Na es geht schon in die Richtung. Klingt wie die Präsentation und hat somit nichts im Wiki zu suchen (in einer Zeitung müßte das mit „Anzeige“ gekennzeichnet sein).
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@Manchmal:
na dann machen wir das doch ;)
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Wenn ich das richtig verstehe, hat der BMI-Mitarbeiter seinen Namen richtigen Namen angegeben. Also: kein astroturfing. Lediglich vanity editing.
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@Torsten: Darüber kann man streiten, finde ich.
Weil ich finde, dass man von einem Wikipedia-Nutzer nicht erwarten muss, dass er die Motivation und Lebensläufe der an einem Artikel beteiligten Autoren recherchiert (Und ja, da lassen wir mal aussen vor, dass das besser wäre und Information in der Wikipedia ohnehin nicht vertrauenswürdig sind …).
Und selbst wenn ein Mitarbeiter offen editiert, bekommen solche Einträge immer ein POV-Geschmäckle.
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POV ist es, aber eben kein „astroturfing“.
Denn hier fehlt das entscheidende Element der Täuschung. Die gab es hier nämlich nicht: der BMI-Mitarbeiter ist mit Ralnamen reingegangen, hat anderen Wikipedia-Autoren seinen Arbeitgeber genannt und sogar eine offizielle Freigabe für einen Text aus seinem Ministerium zugeschickt.
Die Texte zeigen keine Manipulationsabsicht, sondern eher das Bemühen „sein“ Projekt zu erklären und einige Falschinformationen zu beseitigen. Er technische Richtlinien verlinkt und andere Belege gesucht.
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@Torsten: Das ist schön und gut, zeigt aber gleichzeitig doch das Problem: Gegenüber dem normalen WP-Nutzer ist dieser Vorgang zunächst nicht transparent (und ich war zu faul, nochmal nachzuhaken, ja).
POV ist mir da zu wenig. Ob es bereits Astroturfing ist (oder nur Community-Versagen), darüber kann man streiten. Trotzdem Danke für die zusätzlichen Infos.
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[…] Nacht schrieb ich noch, dass wir noch viel Spaß mit “De-Mail” und Konsorten haben werden. Here we […]
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