Keine große Überraschung ist die Erkenntnis, dass Apple bei seinen verkauften iPhones weltweit als W‑Lan- und Mobilfunkmasten-Scanner benutzt. Das ist jetzt aber offiziell geworden, nachdem ein Apple-Justiziar einen 13-seitigen Brief an zwei Abgeordnete des US-Abgeordnetenhauses verschickt hat mit detaillierten Informationen. Spiegel-Online berichtet darüber: Apple nutzt iPhone-Besitzer als Umgebungsscanner.
Die tatsächliche Überraschung ist aber die Information, dass bei MacOS‑X – Snow Leopard ähnliches gemacht wird. Das finde ich dreist. In der Voreinstellung, die bei Systemeinstellungen / Sicherheit versteckt ist, sollte man die „Ortungsfunktion“ deaktivieren.
Konkret werden Sewell zufolge im laufenden Betrieb folgende Informationen erhoben:
* Informationen über W‑Lan-Hotspots in Reichweite des Geräts samt der MAC-Adresse – einer für jedes W‑Lan-Gerät einmaligen Kennzeichnung -, der Verbindungsgeschwindigkeit und der Signalstärke. Apple speichert den Angaben zufolge weder den Netzwerknamen (SSID) noch die übertragenen Daten.
* Informationen über Mobilfunkmasten in der Nähe eines iPhones samt ID der Funkzelle, Signalstärke und dem Standort des Geräts.
* Die gesammelten Daten überträgt das Gerät alle zwölf Stunden an Apple, wenn eine verschlüsselte W‑Lan-Verbindung aktiv ist. Sie werden laut Apple mit einer per Zufallsgenerator alle 24 Stunden neu erstellten Identifizierungsnummer versehen, so dass sie nicht zu einem bestimmten Gerät oder Nutzer zurückverfolgt werden können. Gespeichert würden sie dann in einer sicheren Datenbank, auf die nur Apple zurückgreifen könne.
Update:
Da in den Kommentaren oftmals der Einwand kam, das sei ja alles kein Problem und keine Aufregung wert: Ich würde gerne als Verbraucher gefragt und transparent darüber informiert werden, wenn die von mir gekauften Produkte irgendwas im Hintergrund nach Hause telefonieren. Das ist das Problem.