Sippenhaftung bei Amazon

Die Frankfurter Rundschau berichtet über zwei neue Fälle von Datenmissbrauch in Deutschland.

Bei Amazon kommt es demnach zu einer Form von Sippenhaftung. Das Kundenkonto eines Mannes soll gesperrt worden sein, weil seine Tochter im gleichen Haus lebt wie ein Mann, der Schulden bei Amazon hat. In einer Mitteilung von Amazon heißt es:

Wir mussten Ihr Kundenkonto (…) deaktivieren, da es aufgrund von Übereinstimmungen bei den angegebenen Daten in Verbindung zu einem anderen Kundenkonto steht, bei dem es Unstimmigkeiten gegeben hat.

Aus diesem Grund wurde das Konto des Mannes sowie aller Hausbewohner gesperrt. Auch nach Beschwerden des Betroffenen habe das Unternehmen nicht reagiert, heißt es bei der FR.

Die Zeitung berichtet auch von einem Berufsschullehrer, der sich unter falschem Namen, aber mit echter Adresse beim Internetportal der Versicherung Hannoversche Leben anmeldete, um ein Angebot als Beispiel für den Unterricht zu erhalten.

Die fiktive Person erhielt allerdings nicht nur Unterlagen von der Versicherung – sondern später auch Post von der GEZ. „Sie verdienen bereits eigenes Geld und (…) halten Rundfunkgeräte zum Empfang bereit?“, fragt die Gebühreneinzugszentrale die nicht existierende Person.

Bei der GEZ heißt es, man habe die konkrete Adresse „für den Versand von Informationsschreiben an die Zielgruppe ‚Junge Erwachsene‘ angemietet“. Die Hannoversche Leben, aus deren Bestand die Daten offensichtlich an den Gütersloher Adresshändler AZ Direkt gelangten, prüft den Vorgang nach eigenen Angaben bereits seit Wochen.

16 Kommentare
  1. Christian Klengert 3. Dez 2009 @ 10:45
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