Als ich gestern einen Flug gebucht habe und dabei Kreditkarteninformationen eingeben musste, führte plötzlich ein „s@fer shopping“-Zertifikat vom TÜV Süd zu einer kurzfristigen Verunsicherung. Heise Security berichtet nun über die Thematik, die in der Libri.de-Sache das letzte Mal aufkam und von uns thematisiert wurde: Welchen Nutzen hat das Zertifikat und wie sicher sind überhaupt die damit zertifizierten Seiten?
Safer-Shopping ist ein Gütesiegel, das die Firma TÜV Süd an Online-Shops vergibt. Es soll dem Verbraucher signalisieren: Sie „können […] beruhigt […] einkaufen, da wir den Händler für Sie sorgfältig geprüft haben“. Reiner Seidlitz, bei TÜV Süd verantwortlich für Safer-Shopping, erläutert auf Nachfragen von heise Security, dass das Gütesiegel sich weniger auf die technische Sicherheit als auf Dinge wie Prozessmanagement beziehe. Allerdings prüfe man die untersuchten Web-Shops unter anderem auch auf Cross-Site-Scripting-Lücken. Man sei damit sogar der einzige der von der Initiative D21 empfohlenen Gütesiegel-Anbieter, der so etwas prüfe.
Dumm nur, dass die eigene Seite zum „s@fer shopping“-Zertifikat ebenfalls Sicherheitslücken enthält. Heise kommt zum Fazit:
Den Verbraucher lässt das leider ziemlich ratlos zurück. Seinen verständlichen Wunsch nach einem verlässlichen „hier bist du beim Online-Einkauf sicher“, kann wohl kein Gütesiegel erfüllen – das sicher nicht zufällig an die KFZ-TÜV-Plakette angelehnte Safer-Shopping-Siegel der Firma TÜV Süd offenbar schon gar nicht.
Etwas verunsichert bin ich ebenfalls dadurch, dass der TÜV Süd anscheinend auch Atomkraftwerke untersucht und zertifiziert. Na denn.