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„Qualitätsjournalismus“ klaut Beiträge aus dem Netz

Diesmal wurde Spiegel TV auf frischer Tat erwischt : Spiegel TV sucht sich im Internet fremde Inhalte, um u. a. damit Sendungen zu gestalten, mit denen Werbeeinnahmen generiert werden. Die Urheber der fremden Inhalte werden vorher nicht gefragt, und man bietet ihnen auch kein Honorar an.

  • Ralf Bendrath

Diesmal wurde Spiegel TV auf frischer Tat erwischt :

Spiegel TV sucht sich im Internet fremde Inhalte, um u. a. damit Sendungen zu gestalten, mit denen Werbeeinnahmen generiert werden. Die Urheber der fremden Inhalte werden vorher nicht gefragt, und man bietet ihnen auch kein Honorar an.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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30 Kommentare zu „„Qualitätsjournalismus“ klaut Beiträge aus dem Netz“


  1. Ähm, dumme Frage, gibt es dazu eine Quelle?


  2. markus

    ,

    Klick mal auf „erwischt“.


    1. War grad noch nicht. Zumindest meine ich das.

      Wohl zuviel Holzkleber geschnüffelt. Ich habs, Ursula ist schuld! :D


  3. und ich dachte im ersten Moment, das wäre ein Video davon, wie die Spiegel TV- Journalisten gestellt werden :P^^


  4. Rainer

    ,

    Ist nicht das erste Mal, dass Spiegel TV das macht. Von einem Freund wurden Videos von der Bundeswehr bzw. der Freizeit der Wehrdienstleistenden auf den Stuben, die er auf YouTube veröffentlicht hat, auch ungefragt für eine Sendung verwendet.


  5. Rainer, ich kann Ihrem Freund nur raten, dafür (wie ich) eine Nachhonorierung zu verlangen, zur Not mit anwaltlicher Hilfe. Nur so lässt sich das künftig verhindern.


  6. dompfaff

    ,

    Ach das meinte der Heidelberger Apell mit der „Gratiskultur im Internet“.
    Diesem sogenannten „Qualitätsjournalismus“ der nichtmal in der Lage ist eine DPA-Meldung kritisch gegenzulesen weine ich keine Träne nach. Sollen sie verrotten.


  7. Ich bin rechtlich nicht so sattelfest, aber ist es nicht so, daß man das Urheberrecht beim Einstellen von Videos an youtube verliert?


  8. LOL .. so so .. das ist also das wahre Gesicht das hinter dem heidelberger appell steht… tja.. wenn die herren qualitätsjournalisten schon nicht mehr in der lage sind die einfachsten Regeln zu beachten…dann muss man natürlich die blogger verurteilen.. wir sind ja oft nur irgendwelche spinner die sich ihr hinr rausgetwittert haben..

    es ist so lächerlich. die merken gar nicht das sie sich immer weiter ins knie schießen.. und bei den kalibern die hier benutzt werden, dürfte davon auch nicht mehr all zu viel übrig sein.

    wenn ich einfach ein bild verlinke.. und nicht angebe von wo ich das geklaut hab.. dann bin ich so gut wie geliefert.. wenn ich via soulseek mir ein paar gig musik ziehe.. bin ich auch am arsch..

    die klauen videos im netz, verdienen damit einen arsch voll geld.. und das einzige was denen einfällt ist sich zunächst einmal zu entschuldigen???

    ja ne ist klar… die herren und damen journalisten dürfen das ja… ist ja für die allgemeinheit und so.

    entschuldigt wenn ich mich heir so unsachlich aufrege.. aber bei sowas kommt mir wirklich die galle hoch..


  9. piratenwahl, in den YouTube-AGB steht Folgendes:

    „8.2 Sie behalten sämtliche Eigentumsrechte an Ihren Nutzerübermittlungen.“

    Wäre ja auch schon kurios, wenn eine Plattenfirma ein Promovideo von Madonna auf YouTube stellt und dadurch die Urheberrechte verlöre …


  10. Michael

    ,

    Na, endlich. Wenn der SPIEGEL so was macht, dann wird die Welt war „Piraterie“ angeht vielleicht etwas lockerer und die Erkenntnis setzt sich durch, dass hier gar nix „geklaut“ wird, sondern nur weiter verbreitet.


  11. Norbert

    ,

    …und mit der Trennung von Redaktion und Inhalt nehmen sie es auch nicht so genau…

    http://sites.google.com/site/pipiperfekt/der-ordner/Ulla.jpg?attredirects=0


  12. Norbert

    ,

    KORREKTUR:

    Ich meinte natuerlich Trennung von Redaktion und WERBUNG.

    SORRY


  13. privatevendetta

    ,

    Ein hübscher Freudscher Fehler!


  14. Martin

    ,

    Uebertreibt ihr hier nicht ein bischen? Is doch egal, dass Spiegel TV das Video benutzt hat. Was n so schlimm daran? Is doch nur n kleines Video, das ja eh auf YouTube hochgeladen wurde, damit es jeder angucken kann. Hier wird doch immer von Creative Commons gepredigt.^^
    Ich finde ihr macht aus einer Fliege einen Elefanten.
    Und wenn jetzt jmd. kommt mit, dass Spiegel TV damit Geld verdient (Werbung)… na und? Wuerde doch behaupten, dass das Geld da gut angelegt ist ‚)
    Also alles halb so schlimm.


    1. Martin

      ,

      Ich wuerd net grad auf Wikipedia hinweisen…
      Wikipedia als Quellenangabe ist nicht so schlau.


  15. Manni

    ,

    Ne klar, mit Urheberrecht und Creative Commons Lizenzen kenne die sich bei Wikipedia bestimmt „net“ aus. Nochmal Gna.


  16. Martin

    ,

    Was heisst Gna?

    Du weist schon, was Wikipedia ist, oder? Bzw. wo die Artikel herkommen?

    Lies mal das:
    http://www.smh.com.au/technology/technology-news/wikipedians-are-a-bunch-of-egocentric-introverts-study-20090708-dcnk.html

    oder das:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,627591,00.html

    Ich wett, dass du danach nimmer so ueberzeugt von Wikipedia bist^^


  17. @15 Martin

    Sehe ich genauso.
    Nur weil Spiegel damit Geld verdient ?
    Letztendlich stammen auch viele Bloggerinfos von Spiegel / Zeit / Taz / Sueddeutsche und co…

    Oder glaubt jemand wirklich, wir wüssten was in Afghanistan abgeht, ohne diese Blätter und Nachrichtenagenturen ?

    Und wer „freut“ sich nicht darüber, dass Zensursula es auf die Titelseiten geschafft hat ?

    Leben und leben lassen… ;-)


  18. @Kowalski und Martin

    wenn ein blogger was schreibt und die inhalte von einer anderen quelle hat… wie z.b. netzpolitik.org, metropolis.org usw etc pp … dann verlinkt man auch dahin und gibt damit seine quelle an. das hat was mit respekt vor dem anderen zu tun.

    die damen und herren vom spiegel haben sich einfach mal bedient.. das geht schon mal gar nicht. und wenn man damit geld verdient.. was sie ja definitiv getan haben.. dann gehört es für mich jedefalls zum guten ton den macher der daten (film,ton whatever) vorher (!!) zu fragen und ggf. einen teil der einahmen zu kommen zu lassen.

    das ist der große unterschied.

    blogger verdienen damit kein geld. nur respekt und applaus. oder auch mal nen preis.. oder ein stipendium .. aber das ist nie der lebenszweck eines blogs ..

    deswegen.. von mir auch ein gnaa


    1. Martin

      ,

      Was heisst jetzt gna?
      Klaert mich ma bitte jmd. auf^^


  19. knikker

    ,

    @Martin & Kowalski

    Also ich denke, da sollte differenziert werden zwischen Informationswiederverwertung/Informationsverbreitung (im uebrigen nur sinnvoll mit Quellenangabe, sonst bleibt das ganze sowieso fragwuerdig) auf der einen Seite und der Verwendung von urheberrechtlich geschuetztem Material ohne Einwilligung des Rechteinhabers auf der anderen.
    Wenn die Spiegel-TV-Fuzzis den Inhalt des Videos/Blog-Beitrags verwenden unter Angabe der Quelle und vielleicht darauf aufbauend ’nen Kommentar oder Hintergrund-Bericht bringen ist das sicherlich kein Problem.
    Aber einfach Filme aus dem Netz zu ziehen und im TV zu verwerten, ohne den Urheber vorher zu fragen verstoesst gegen geltendes Recht (vorausgesetzt natuerlich, die Nutzungsvereinbarungen auf Youtube sind diesbezueglich wasserdicht).
    Und DAS ist hier das Problem – Leute die eine journalistische Ausbildung haben (sollten!) und in der Lage sein sollten, ’ne vernuenftige Recherche zu leisten, bedienen sich im Internet und hinterfragen die Sachen auch gar nicht weiter – null Hintergrundrecherche – sondern verwursten direkt die Materialien zu eigenen Geschichten … nicht gerade professionell und dazu widerrechtlich, wie ich finde.


  20. […] Spiegel TV wurde beim Klauen erwischt. [Netzpolitik.org] […]


  21. @Martin ..sorry das wird jetzt nicht nett.. aber du hast gefragt °^v^°

    eigentlich ist Gna die Dienerin und Botschafterin der Göttin Frigg.

    hier bezieht sich dieser ausdruck auf etwas anderes. (ich kann da jetzt nur für mich sprechen)

    also
    das gna ist die kleine schwester vom narf. das gna wird von der gequälten kreatur immer dann ausgesprochen, wenn sie etwas lesen,hören,sehen muss, von dem sie nicht begreifen kann, wie jemand auf solche ideen kommt.

    es ist auch ein fluch und eine zahnärtzliche empfehlung. hilft es doch, nicht aus verzweifelung in die tischplatte zu beißen.


    1. Martin

      ,

      Vielen Dank fuer die Info :)


  22. […] Die Presse Wenn sich das nächste Mal ein Medienvertreter hinstellt und über das Urheberrecht im Internet jammert und das Google die anspruchsvollen Inhalte nutzt, um Geld zu verdienen, dann sei daran erinnert, dass sich auch die Qualitätsmedien kostenlos im Netz bedienen. So hat Spiegel TV einen Videoclip aus einem Blog ohne Rücksprache mit dem Ersteller ausgestrahlt. Nun fordert dieser, mit Unterstützung von Udo Vetter, Geld für sein Video. (gefunden via Netzpolitik.org) […]


  23. […] Wort Qualitätsjournalismus wird in den letzten Wochen arg strapaziert.Im Grunde geht es darum, dass […]


  24. eben gefunden: http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2199, burda will aber angeblich was zahlen. mal sehen.

Dieser Artikel ist älter als 16 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.