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Potentialanalyse im Technologiefeld Open Source in der Hauptstadtregion Berlin

Vor einiger Zeit hat die Verwaltung von Berlin eine „Potentialanalyse im Technologiefeld Open Source in der Hauptstadtregion Berlin“ ausgeschrieben. Methodisch hat man einen Online-Fragebogen an viele Firmen zum ausfüllen geschickt. Dazu wurde noch andere Regionen wie Nürnberg, Paris und Stuttgart befragt, die schwerpunktmässig Open Source fördern. Das war es auch schon. Die Ergebnisse liegen nun in Form einer kleinen Broschüre mit vielen Charts vor. Leider ist diese noch nichts im Netz zu finden.


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Positiv ist, dass es nun mal ein Paar Zahlen gibt.

      Für die gesamte Open Source Branche in der Hauptstadtregion wurde ein Jahresumsatz von 150 Millionen Euro erreichnet.
      Im Technologiefeld Freie Software gibt es geschätzte 9700 Arbeitsplätze.
      84% der Unternehmen haben ihren Aktionsradius weit über die Grenzen der Hauptstadtregion hinaus ausgedehnt. (Kein Wunder, wo es wenig Wirtschaft in Berlin gibt)
      68% der Unternehmen arbeiten schon in Kooperationen / Netzwerken mit anderen Partnern. Weitere 20% sind daran interessiert.
      Knapp 42% haben Kunden in der Öffentlichen Verwaltung (Das ist sehr breit definiert, von Museen bis Ämter)
      35% haben Kunden im Bereich „Telekommunikation“.
      50% der Befragten sind Alleinunternehmer oder Unternehmen mit bis zu fünf MItarbeitern.
      Knapp 47% der Unternehmen haben ihren Hauptgeschäftsbereich in der „Webentwicklung“
      Knapp 46% machen „OSS-Entwicklung

Kann leider keine Charts zeigen, weil noch nicht online. Mehrfachnennungen waren immer möglich.

Kommen wir zu den Punkten, wie man das Technologiefeld fördern kann. Und das ist wenig überraschend sehr langweilig: Arbeitskreise gründen und mal ein Barcamp veranstalten (Kein Scherz, das Barcamp steht da mehr oder weniger als einzigen richtigen Handlungspunkt!). Dazu Netzwerke mit anderen Regionen aufbauen. Und alles auf den Kundenkreis „Öffentliche Verwaltung“ konzentrieren.

Hier hätte ich mir im Allgemeinen etwas mehr Kreativität gewünscht. Einen Arbeitskreis zu gründen, fällt der Verwaltung immer bei einem Problem ein. Das nennt man dann auch Cluster oder Netzwerk. Die Konzentration auf den Kundenkreis „Öffentliche Verwaltung“ finde ich etwas einseitig. Hier sollte man offener mit dem Potential Freier Software umgehen. Ich kenne nur sehr wenige Unternehmen in Berlin, die tatsächlich in diesem Bereich arbeiten. In der Regel arbeiten die meisten Unternehmen im Bereich „Webentwicklung“. Hier ist nichts besonderes vorgesehen.

Insgesamt hätte ich mir viel mehr erhofft. Mit den Zahlen kann man jetzt wenigstens arbeiten. Eine richtige Strategie kann ich nicht erkennen. Das wird wieder auf viele Laber-Runden hinauslaufen und nichts passiert. Schade.

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