Im Politischen Feuelliton des Deutschlandradio Kultur kommentiert Lars Reppesgaard die aktuelle Diskussion rund um Google, ein Leistungsschutzrecht für Verlage und die gängige Praxis der Buy-Out-Verträge mit Urhebern: Schäbige Inszenierung.
Es ist ein schäbiges Stück, das die Unternehmen hier inszenieren. Anders als die Musikindustrie, die mit ansehen musste, wie sie durch Tauschbörsen und Kopierschutzhacker wirklich enteignet wurde, haben sich die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage freiwillig der Internetlogik unterworfen. Sie könnten mit ein paar einfachen Computerbefehlen verhindern, dass Google ihre Netzseiten findet oder dass jeder im Netz das, wofür er am Kiosk bezahlt, umsonst lesen kann. Doch die Medienhäuser tun genau das Gegenteil. Sie stellen seit Jahren die Texte, die ihre angestellten Reporter und die freien Journalisten für sie schreiben, kostenlos ins Netz. Und sie geben bis heute viel Geld aus, um ihre eigenen Internetseiten so zu optimieren, dass sie ganz oben auf der Ergebnisliste von Google stehen, wenn jemand nach einer Nachricht sucht.