Mehr oder weniger regelmässig gibt es hier “Die Woche mit Peter Glaser”. Peter Glaser begleitet seit Anfang der 80er Jahre als Schriftsteller und Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs (CCC) die Entwicklung der digitalen Welt. Sein Blog “Glaserei – Bemerkenswertes aus der digitalen Welt” betreibt er bei der Stuttgarter Zeitung.
Was war gut diese Woche?
Gut war, dass GMail ein paar Stunden ausgefallen ist. Mit Mails ist es heute ja ein bißchen wie im Krieg – es kann einen jederzeit treffen. Wir sollten den guten Menschen von Google für die Feuerpause dankbar sein.
In Schweden hat der Prozess gegen die Pirate Bay begonnen. Was denkst Du dazu?
Ich halte den Ansatz der Pirate Bay-Macher für destruktiv. Das ist keine moderne Alternative zum Urheberrecht, und auch nicht zum Copyright, das bekanntlich stärker die Interessen der Industrie vertritt als die der Künstler. Dass sie der Musikindustrie – den Medien insgesamt – ihre Fehler und Eigennützigkeiten in einem Ton pubertärer Großmannssucht unter die Nase reiben, ist unglaublich eitel und hilft den Künstlern keinen Zentimeter weiter. Es ist eine vertrackte Situation, wie immer, wenn die falschen Leute das Richtige sagen. Ich muß an Jörg Haider denken, der auch damit groß geworden ist, dass er das Bonzentum in Österreich angeprangert hat, das nach Jahrzehnten sozialistischer Regierung einen scheußlichen Filz gebldet hatte.
Berlin bekommt eine Schülerdatei. Zeit zum Boykott?
Aber nein, ich finde das pädagogisch vorbildlich. Die Schüler lernen so frühzeitig und ganz praktisch, wie es ist, schnell und effizient überwacht werden zu können.