Der NDR lässt bluten

Es ist gerade einmal eine Woche her, da prangerten Journalisten des NDR an, dass Daimler Bluttests von Bewerbern verlangt. Jetzt berichtet die taz, dass der Sender genau die gleiche Praxis verfolgt:

Der NDR bestätigte, dass allen Bewerbern, die einen Arbeitsvertrag erhalten sollen, Blut abgenommen werde. „Der Betriebsarzt teilt dem NDR lediglich mit, ob ein Bewerber für die vorgesehene Tätigkeit geeignet ist oder nicht“, sagte Pressesprecher Martin Gartzke. Die Einzelheiten der Diagnose würde der Arzt nicht weitergeben.

Datenschützer und Arbeitsrechtler kritisieren die Maßnahme bereits. Es handele sich um einen Verstoß gegen das Datenschutzrecht. Dort sei geregelt, dass Arbeitgeber nur die „erforderlichen“ Daten erheben dürften. Auf die Frage, welche „erforderlichen“ Informationen aus den Bluttests gewonnen werden können, heißt es beim NDR, die Blutwerte lieferten Anhaltspunkte, ob der jeweilige Beschäftigte „die vorgesehene Wochenarbeitszeit wird bewältigen können“.

Auf diese Weise lassen sich allerdings auch noch andere Informationen erlangen. So könnte der Sender Hinweise auf eine Schwangerschaft erhalten, die er rechtlich gar nicht erfragen darf.

26 Kommentare
  1. maag der handgeknuepfte 4. Nov 2009 @ 18:10
  2. Brausetabs 4. Nov 2009 @ 18:25
  3. theo_testperson 4. Nov 2009 @ 19:39
  4. FrankN.Stein 5. Nov 2009 @ 16:03
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