Generell

bundestag.de: Benutzerfreundlichere Videomitschnitte

Mit der konstituierenden Sitzung am Dienstag um 11h soll der Videomitschnitts-Bereich der Website des Deutschen Bundestags etwas moderner werden, so verlautet es die Parlamentsverwaltung heute in einer Pressemitteilung.

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Danach soll es zu jeder vor dem Plenum gehaltenen Rede eine separate Video-Datei (auch in „DVD-Qualität“) zum Herunterladen geben, dessen Erscheinen über einen RSS-Feed je Volksvertretetenden veröffentlicht wird. Dass es auch einen RSS-Feed je Sitzung oder Ressort geben wird kann man derzeit nur annehmen.

Ferner soll es ab morgen dann die Möglichkeit geben die Mitschnitte samt Video-Player mittels HTML-Code einbinden zu können. Es würde überraschen, wenn man hierbei nicht auf Flash zurückgreifen würde. Über die Formate und technischen Spezifikationen der Videodateien ist noch nichts bekannt.

Ob auch die Sitzungen der Ausschüsse entsprechend verfügbar gemacht werden sollen, lässt die Mitteilung offen. Dies wäre unter demokratischen Gesichtspunkten ein wirkliches Novum. Laut bisherigen Nutzungsbedingungen (PDF) des Aufzeichnungs-Dienstes werden alle öffentlichen Sitzungen der Gremien aufgezeichnet und auf Anfrage zur Verfügung gestellt. (Nur war bislang die Bereitstellung nur auf physischen Trägern limitiert und mit Entgelten verbunden.)

Wenn man auf bundestag.de in die aktuelle Beschreibung des „Videoaufzeichnungsservice“ schaut, heisst es bezüglich der Nutzungsrechte:

Für die aktuelle, parlamentarische Berichterstattung stellt das Parlamentsfernsehen sein gesamtes Bildmaterial TV-Anstalten kostenlos und frei von Rechten Dritter zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist, dass die Bilder für Produktionen im Bildungsbereich oder für Informationssendungen verwandt werden, die in einem direkten Zusammenhang mit der Arbeit des Deutschen Bundestages stehen. Bildmaterial des Deutschen Bundestages darf weder veräußert noch verliehen werden. Werden die Bilder für andere Zwecke verwandt, ist eine vorherige Zustimmung durch den Deutschen Bundestag erforderlich.

Der Begriff der „TV-Anstalt“ scheint mir hier nicht als einziges überholt: Was ist mit Menschen, die Zusammenschnitte von Debatten machen wollen, was mit eher künstlerischen Produktionen oder politischen Parteien und Akteuren, die sich mit ihren Gegenübern auseinandersetzen wollen? Hier besteht meiner Einschätzung auch noch etwas Formulierungsbedarf. Die Embed-Möglichkeit ab morgen ist aber sicherlich auch für Blogs oder Online-Enzyklopädien gedacht.

Links:
Suche im bisherigen Videoarchiv von bundestag.de
Mediathek des Bundestages mit weiteren Produktionen

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18 Kommentare
  1. Wenn es darum geht, dass die Arbeit der Volksvertreter transparent und nachvollziehbar werden soll, dauert alles Ewigkeiten. Man gewinnt manchmal den Eindruck als sollten die Leute nicht an Information kommen. Die paar Penunzen, die notwendig wären um sämtliche Dokumente parlamentarischer Arbeit online verfügbar zu machen (mit entsprechend geeigneten klar definierten Schnittstellen) sollten nun wirklich zu leisten sein (Peanuts). Bin mir sicher der ein oder andere kreative Kopf würde die so zu erlangenen Rohdaten schon aufhübschen und akzentuiert verständliche Info einem breiten Publikum verfügbar machen.

  2. Wenn ich Volksvertreter wäre, würde ich nun, da meine Worte aufgezeichnet werden und mir um die Ohren gehauen werden könnten, meine Reden noch verschwurbelter und schwammiger formulieren.

  3. Lieber als Flash wären mir zum Download angebotene Videos, die man sich dann auch aufbewahren kann … gute Videos würden sich automatisch auf YouTube wiederfinden und so auch in Blogs einsetzbar sein.

  4. Da hier so oft von offener API die Rede ist: Warum setzen wir uns nicht mal hin, und spezifizieren eine solche? Wie wäre es mit einem dedizieren XML-DocType, in dem dann alle Aussprachen und Abstimmungen des Parlaments abefasst und veröffentlicht werden. Daneben eines für die Veröffentlichung der Eckdaten von Abgeordneten (Name, Alter, Partei etc.)…

    Gut nur ein grober Vorschlag. Was wir eigentlich mal bräuchten, wäre eine Aktion im Sinne der Plakatremixe, um überhaupt Ideen und Anregungen für die Ausgestaltung einer solchen API zu entwickeln. Ich für meinen Teil habe nämlich alle Schwierigkeiten, mir eine solche API auszumalen und das als angehender Informatiker (hauptsächlich, weil ich nicht genau überblicken kann, welche Daten so im Parlamentsbetrieb anfallen und welche davon für die Öffentlichkeit interessant sein könnten). Wenn ich mir dann den unbescholtenen Bürger oder IT-Fernen Bürokraten in Berlin vorstelle, ich glaube kaum, das uns da irgend jemand wirklich folgen kann…

    Außerdem gehört es zum guten Ton konkrete Vorschläge zu machen…

    1. Die Menge der Daten, die anlässlich einer einzigen Plenarsitzung anfallen, ist nicht zu unterschätzen. Gerne nehme ich Anregungen entgegen, was denn in solch einer API abgebildet werden soll.

      Übrigens: Die EMBED-Funktion der Videos geht auf eine Anregung der CDU/CSU-Fraktion zurück.

  5. Hossa, da lag ich mit XML ja gar nicht so falsch. Die Überlegungen in dem Dokument sind allerdings noch immer sehr abstrakt…ok, ich weiß, das steht noch am Anfang.

    Ich werd´s mal im Auge behalten.

  6. @erlehmann

    Flash funktioniert immer. Quicktime hingegen nur wenn das Wetter schön ist und sämtlicher andere Rotz der da mit drin steckt auch im Hintergrund vom OS läuft. Und Flash lässt sich wunderbar abschalten ohne auf notwendige Scripts zu verzichten. Es lässt sich jedenfalls sehr einfach einbetten, wie Youtube schon lange zeigt.

  7. Also ich find das gut
    immerhin ein guter schritt richtung
    opengovernment für mich!!!

    gucken wir ma wies weitergeht
    muss wenn ich wieder da bin ma meine gemeinde fragen wie die zu sowas stehen

    ;)

  8. Aha, Flash funktioniert also „immer“? Sag das mal meinem Smartfon. Oder den Leuten, die PulseAudio als Soundausgabe benutzen. Natürlich kann (viele sagen: sollte) man den Internet-Explorer-Usern entgegen kommen, nachhaltig funktional ist allerdings nur die Verwendung offener Standards und die gibt es nun einmal: Hast du Firefox, Chrome oder Opera, wird auf jeder Plattform, auf der der Browser läuft, Theora-Video und Vorbis-Audio abgespielt.

  9. @erlehmann
    Offene Standards schön und gut, wie Du schon sagst bewegt man sich damit ein wenig auf die IE Nutzer zu. Da die Mehrheit der Internetnutzer immer noch den IE nutzt, ist der Schritt durchaus nachvollziebar. Wenn die Bundestagsverwaltung bei der Umsetzung darauf achtet, auch für IE-Nutzer möglichst geringe Barrieren einzuziehen, ist das eigentlich lobenswert. Dabei gilt auch das zusätzliche Installieren kostenloser Tools als Barriere.

    Im Übrigen sehe ich das ganze ziemlich locker. Das wichtige an der Meldung ist, das die Verwaltung überhaupt bereit ist, solche Inhalte der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Welche Technik genutzt wird, ist zunächst mal nachrangig, das werden die Nutzer sich doch eh zurecht konvertieren ;-).

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