8 Millionen Anfragen für GPS-Daten in den USA

Der drittgrößte amerikanische Mobilfunkanbieter Sprint Nextel hat im Laufe von zwölf Monaten acht Millionen Anfragen für GPS-Daten Strafverfolgungsbehörden bekommen. Was das bedeutet, ist allerdings umstritten.

Der Datenschutz-Aktivist Chris Soghoian hat in seinem Blog Aufnahmen einer entsprechenden Aussage von Paul Taylor, dem Manager des Electronic Surveillance Teams von Sprint Nextel, auf der nicht-öffentlichen Intelligent Support Systems Konferenz im Oktober publiziert.

Darin wird deutlich, dass der Mobilfunkanbieter ein Web-Interface für die Strafverfolgungsbehörden bereitstellt. Damit können die Ermittler automatisiert „Pings“ durchführen, um ein Mobiltelefon zu verfolgen, indem sie die Mobilfunknummer angeben und GPS-Daten erhalten. Diese „Pings“ können alle drei Minuten durchgeführt werden.

Sprint gibt laut Wired: Threat Level an, Soghoian habe die Angaben falsch interpretiert. Bei der Zahl „acht Millionen“ handele es sich um die Summe der „Pings“ und nicht um die Anzahl der Überwachungsfälle.

Es sei nur in Ausnahmefällen möglich, ohne Richtervorbehalt auf die Lokalisierungs-Daten zuzugreifen. Das trifft zu, wenn jemand die Notrufnummer angerufen hat oder als vermisst gilt. Ansonsten müssten Ermittler eine richterliche Anordnung einholen. Die gelte für jeweils 60 Tage.

Auf acht Millionen Anfragen komme man, weil innerhalb dieses 60-Tage-Zeitraums alle drei Minuten eine Abfrage von GPS-Daten möglich sei. Daher kämen auf eine überwachte Person häufig tausende „Pings“.

11 Kommentare
  1. Franz-Josef Moechbauer 2. Dez 2009 @ 19:43
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