Kultur

WDR will gebührenfinanzierte Inhalte verkaufen

Die WDR Mediagroup plant nach Angaben von Horizont.net, eigene Inhalte zu verkaufen: WDR Mediagroup plant On-Demand-Portal. Die von uns finanzierten und für uns produzierten Inhalte sollen nach Ablauf der üblichen sieben Tage in den Mediatheken in einer eigenen Plattform vertrieben werden. Das heisst, die Nutzer und Finanziers des Öffentlich-Rechtlichen Systems sollen dann die Möglichkeit erhalten, die Inhalte auf Wunsch nochmal zu kaufen. Klingt komisch, scheint aber durchaus Teil einer Strategie zu sein. Horizont zitiert Michael Loeb, den Geschäftsführer der WDR Mediagroup:

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

„Ich würde Inhalte, an denen wir die Rechte haben, nach Ablauf der Nutzung in den Mediatheken gerne mit starken Partnern wie Studio Hamburg oder der Bavaria mit einem eigenen Portal kommerziell verwerten“. „Mein Ziel ist es, das, was rechtlich möglich ist, auch auszuschöpfen“, so Loeb weiter. „Es macht doch keinen Unterschied, ob ich Inhalte auf CD oder DVD vertreibe oder im Internet.“

Öffentlich finanzierte Inhalte sollten auch nach Ablauf der sieben Tage in einer Mediathek der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Eine offene Lizenzierung, z.B. durch die Verwendung von Creative Commons Lizenzen bietet sich da an. Der NDR zeigt in Pilotprojekten, wie das realisierbar ist. Dies kann auch eine eigene Lizenz sein, wie es das Creative Archiv der BBC macht. In der Regel wird gegen eine offene Lizenzierung und Bereitstellung der Inhalte nach den sieben Tagen damit argumentiert, dass man nicht die Rechte dafür besitzen würde. Hier wird aber genau von diesen Inhalten gesprochen, wo die Rechte wohl geklärt sind. Ich glaube nicht, dass es in der aktuellen Diskussion zur Zukunft des Systems dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk gut tut, nun eine solche Diskussion zu starten.

Als Gebührenbezahler finanzieren wir die Erstellung der Inhalte und sie sollten uns auch zur Verfügung stehen.

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5 Kommentare
  1. Eigentlich unglaublich, dass bei den vielen Milliarden Euro, welche die öffentlich-rechtlichen SendeANSTALTEN jedes Jahr bekommen, keine Möglichkeit besteht, die Inhalte, an denen die Konsumenten selbst die Rechte halten sollen, kostenlos zu beziehen sind. Ein weiteres Indiz, dass mit diesem System ganz groß was faul ist.

  2. Für was wurde denn da der PC als „Neuartiges Rundfunkgerät“ mit GEZ-Gebühren belegt? Ist doch Müll :(

    Dabei mochte ich das WDR bisher eigentlich immer ganz gerne, zumindest von der Sympathie geht das nun wohl ein wenig in Richtung Minus.

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