Ein Vorschlag von Frank Rieger vom CCC:
Jeder, der personenbezogene Daten (also z. B. Name, Adresse und dazu zugeordnete Daten) von mehr als sagen wir 500 Personen speichert oder verarbeitet, muß einmal im Jahre allen in der Datenbank einen Brief schreiben, in der alle über ihn gespeicherten Daten aufgelistet sind. Der Brief muss ein “Nein, ich will nicht”-Formular enthalten. Der Brief kann mit der normalen Geschäftskorrespondenz verschickt werden oder auch per e‑mail, wenn keine Postadresse vorhanden ist. Die Pflicht gilt EU-weit und die Regierung wird dazu verdonnert in alle Safe-Harbor und ähnlichen Verträge diese Klausel aufzunehmen. Achja, Behörden sind auch dazu verpflichtet.
Und nun erzählt mir nichts von Kosten oder sowas. Im Vergleich zum Schaden den die Datenverbrecher anrichten sind das Peanuts.
Und damit das ganze auch Biss bekommt wird eine Schadenersatzpflicht von 10.000 Euro, zahlbar an den Betroffenen pro Einzelfall, ins Gesetz geschrieben.
Ich finde das zwar nicht so „radikal“ wie Frank selber, denn das wäre die „Wir speichern nicht“-Lösung. Aber gerade daher ist dieser Vorschlag pragmatisch, praktisch und gut für alle Institutionen, die personenbezogene Daten speichern, weil sie sie für Kundenmanagement, Werbezwecke, Arbeitnehmer, Steuerverwaltung, Mitgliederkarteien, „Gefährderdateien“ und so weiter nutzen.
Ergänzen müsste man nach meiner Meinung noch die Auskunftspflicht über die Verwendungszwecke der Daten inklusive verwendeter Scoring-Argorithmen.