Nationale Initiative Printmedien – perfekte Demokratieförderung?

Unserem Kulturstaatsminister Neumann fällt zum Thema Internet nichts anderes als die „Nationale Initiative Printmedien“ ein. Das Thema gab es ja schonmal vor einige Monaten. Etwas verwundert bin ich gerade über eine aktuelle Pressemitteilung der CDU-/CSU-Fraktion zu der Initaitive. Der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB, erklärt: Nationale Initiative Printmedien – perfekte Demokratieförderung.


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Auch und gerade im Zeitalter des Internet bleiben Zeitungen und Zeitschriften für unsere Demokratie unverzichtbar. Sie sind und bleiben der Garant für Meinungsvielfalt in Deutschland. Die Nationale Initiative Printmedien ist die angemessene Antwort auf die zunehmende Verdrängung der Printmedien durch elektronische Angebote.[…] Ziel dieses Gemeinschaftsprojekts ist es, Kindern und Jugendlichen die Rolle und Funktion der Medien bewusst zu machen und ihnen den Stellenwert und die Bedeutung auch der Printmedien für unsere Medien- und Meinungsvielfalt näherzubringen. Auf diese Weise werden der kritische und bewusste Umgang mit den Medien, wird die „Medienkompetenz“ der jungen Menschen gestärkt werden. […] Die „Nationale Initiative Printmedien“ ist ein beispielhaftes Projekt, das den Trend der Zeit nicht ändern kann, aber für die richtige Balance in unserer Medienlandschaft sorgen will. Die Weichen sind gestellt. Nun gilt es, sie zu nutzen und auszubauen.

Liebe CDU/CSU. Die Zukunft der Medien liegt nicht im Printbereich, sondern im Netz. Auch die „Nationale Initiative Printmedien“ wird mit unseren Steuergeldern das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Wie wäre es stattdessen mal mit etwas mehr Medienkompetenzförderung im Internet? Das können nicht nur die jungen Menschen gebrauchen. Oftmals hat es den Anschein, dass gerade die älteren Generationen hier noch etwas Nachholbedarf haben.

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13 Kommentare
  1. Passend hierzu „Im Schleppnetz der Freiheit“:
    http://www.welt.de/welt_print/article2691903/Im-Schleppnetz-der-Freiheit.html
    und „Web 2.0 macht dumm“:
    http://www.golem.de/0811/63435.html

    Zum ersten Artikel gibt es übrigens hier eine ziemlich geniale Aufarbeitung, die kurzweilig und lesenswert ist:
    http://www.weissgarnix.de/?p=681

    Alle diese Artikel weißen ebenso wie die Initiative Printmedien auf eines hin: die Printmedien und Politiker haben Angst vor dem Internet. Da stellt sich die Frage, woher diese Angst kommt. Ist des die Angst vor dem Verdienstentgang oder ist es die Angst vor dem Kontrollverlust?

    [..]Ziel dieses Gemeinschaftsprojekts ist es, Kindern und Jugendlichen die Rolle und Funktion der Medien bewusst zu machen und ihnen den Stellenwert und die Bedeutung auch der Printmedien für unsere Medien- und Meinungsvielfalt näherzubringen. Auf diese Weise werden der kritische und bewusste Umgang mit den Medien, wird die „Medienkompetenz“ der jungen Menschen gestärkt werden.[..]
    Schwachsinn. Absoluter Schwachsinn, der auch noch geglaubt wird! Medienkompetenz heißt, sich nicht nur aus einer Quelle zu informieren und kritisch zwischen den Zeilen zu lesen.

    Wie erwirbt man eher Medienkompetenz: indem man die vorgefilterten Meinungen der Verlage in einfachen Brocken vorgelegt kommt oder indem man im oft widersprüchlichen Gewirr der Nachrichten im Internet nach der Wahrheit sucht?

    Das ist jene Art von Neusprech, die mich wirklich aufregt. Medienkompetenz durch Bewahren von filternden Medien. Mehr Möglichkeiten des Kunden (DRM) durch Beschneidung seiner Rechte. „Sicherheit“ durch Entfernen der Unschuldsvermutung. Argh.

  2. Kleine Korrektur: Diese Iniative wurde nicht von Michael Naumann von der SPD ins Leben gerufen (ehem. Kulturstaatsminister), sondern von Bernd Neumann (jetziger Kultur… bla). ;-)

  3. »…Auf diese Weise werden der kritische und bewusste Umgang mit den Medien, wird die „Medienkompetenz“ der jungen Menschen gestärkt werden…«

    Schmarrn! Was hier gestärkt werden soll ist lediglich der MedienKONSUM, nicht die dazu nötige Kompetenz. Alles dreht sich letztlich nur noch um Kontrolle und Marktmacht. Von Medienkompetenz spürt man in den politischen Wipfeln kaum einen Hauch (Sorry, Johann Wolfgang).

  4. Wiebitte: „Garant für Meinungsvielfalt in Deutschland“ – das hat man heute morgen eindrucksvoll gesehen, als alle Web-Auftritte mit kaum merkbaren Variationen von „Deutschland ist in der Rezession“ aufmachten und man nur noch das Wörtchen „endlich“ vermisste.

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