Kultur

Geld verdienen mit Hauptstadt-Journalismus?

Interessanter Artikel auf der Medienseite der FAZ über die Zukunft des (Online-)Journalismus, und wie man damit als Medium Geld verdienen kann: Gehen Sie weg, und kommen Sie bald wieder. Erfrischend anders gegenüber den üblichen Artikeln aus Zeitungen.

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Die beste Chance, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie sich guter Journalismus im Internet (oder meinetwegen: in Zukunft) finanzieren lässt, hat man, wenn man sich die Frage überhaupt stellt. Sie ist nicht identisch mit der Frage, die viele Online-Medien gerne damit verwechseln: Wie schaffe ich es, möglichst billig zu sein?

Und wo wir schon mal bei der Medienseite sind. Beim Tagesspiegel gibt es auch einen Artikel über den Hauptstadtjournalismus: Das ist die Berliner Kluft, Kluft, Kluft … Allerdings verstehe ich auch beim wiederholten Lesen nicht, was der Autor zum Schluss noch mit den Blogs sagen wollte:

Wenn es denn schon keinen Hauptstadtsender gibt und von den privaten Stationen keine größeren Initiativen zu erwarten sind, dann müssen die Hauptstadtstudios von ARD und ZDF ihre Kapazitäten umfassender nutzen. Hier ist viel Luft nach oben. Noch ist es doch so, dass Zeitungsberichte über einen Parteitag bedeutend mehr Vergnügen bereiten, als die späten sonntäglichen Pflichtberichte in ARD oder ZDF. Hieran hat auch die sich gerade in Berlin um Bildblog, Netzeitung oder Re-Publica entwickelnde „Blogosphäre“ wenig geändert. Sie ist stärker auf Netzpolitik und andere Medien bezogen als auf Politik und Gesellschaft.

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4 Kommentare
  1. So ganz hat der Verfasser des Tagesspiegel-Artikels noch nicht ganz begriffen, was Blogs eigentlich sind. Die Netzeitung beispielsweise ist KEIN Blog. Und dass BILDblog sich eben nur um die BILD kümmert liegt im Sinn des Projekts.
    Diese zwei Sätze mit den Blogs hätte der Herr Gäbler sich sparen können, damit zeigt er nur seine Unkenntnis von der Materie.

  2. Was wollte uns der Tagesspiegel-Autor sagen?
    Na, ich nehme zunächst mal an, dass er mit ‚Politik‘ ‚Parteienpolitik‘ meint, oder die der parlamentarischen Ebene, wenn man so will. Und von da bis zu den Themen der Medien- und oder Netzpolitik klafft tatsächlich öfters eine Lücke. Einfach formuliert: ein Parteitagsbericht wäre hier vermutlich nicht zu lesen, nehme ich an, oder wenn dann nur die Teile bezüglich Copyright, Onlinedurchsuchung and the like. Andersrum beschäftigen sich nur relativ wenige Blogs mit, sagen wir, Steuererhöhungen.

    Ich bin kein Fan der Parteitagsberichte, aber ich fand etwa die letzte re:publica für meinen Geschmack etwas zu selbstbezogen. Zugegeben: ich habe sicher viel nicht mitgekriegt und kann das nicht wirklich gut beurteilen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Tagessspiegel-Artikel „Politik und Gesellschaft“ eher im wahren Leben verortet, „Internet/Blogs/Netzpolitik“ eher im virtuellen – was so natürlich Quatsch ist.

  3. Der Artikel aus dem Tagesspiegel ist doch an sich völlig uninspiriert. Wenn ich mir die Schulfrage stelle, was uns der Autor sagen wolle, komme ich nur auf die Antwort: „Berlin ist nicht USA.“ Ach.
    In dem Text werden so oft Ebenen und Mediengattungen gewechselt, dass eine Analyse überhaupt gar nicht möglich ist. Der Satz über Blogs ist dann eigentlich der Höhepunkt dieses munteren Mixes ohne Aussage.
    Den Satz fand ich übrigens sehr witzig: „Zwar ist der Zeitungsmarkt in Berlin besonders dicht und bei den beheimateten Abo-Zeitungen qualitativ bemerkenswert […]“ Früher sagten wir, um bei der Schulanalogie zu bleiben, Eigenlob würde stinken.

  4. Anne, die re:publica ist eine Konferenz über die digitale Gesellschaft. Daher haben wir keinen Anspruch, alle wichtigen Themen der Gesellschaft zu diskutieren. Ich wundere mich an dem Artikel nur, dass der Autor sich beschwert, dass alle Medien zusammen mit ihren ganzen Redaktionen keinen vernünftigen Hauptstadtjournalismus hinbekommen und dann auch noch darauf verweist, dass die Blogs dies auch nicht kennen. Oder so.

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