Daten-Gau: Studentendaten der Uni Magdeburg im Netz

Aus Dokumentationsgründen sei hier nochmal auf die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg verwiesen, die Daten von rund 44.000 Studenten im Netz frei zugänglich machte. War natürlich nur eine Panne. Ein Mitarbeiter wollte am Wochenende von Zuhause weiter arbeiten und hat mal eben eine Access-Datenbank auf einen öffentlich zugänglichen Server abgelegt. Und dann da vergessen, so dass die Datenbank zehn Tage lang für Suchmaschinen erreichbar war. In den Datensätzen waren Namen, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer, Herkunft sowie Angaben zum Studium wie die Matrikelnummer.

Man klärt natürlich gerade alles auf und hat sich entschuldigt. Unklar ist, warum die Datenbank so einfach kopiert werden kann und wie oft in deutschen Universitäten die Mitarbeiter die gesamten Datensätze aller Studierenden weiter kopieren können.

Für die Studenten unter den LeserInnen: Fragt doch einfach mal Eure Universität, wie die Eure Daten schützen. Dabei kann man auf diesen Fall verweisen und um Informationen bitten, wie jeweils vor Ort solche Vorfälle verhindert werden.

Mehr Zeit für kritische Berichterstattung

Ihr kennt es: Zum Jahresende stehen wir traditionell vor einer sehr großen Finanzierungslücke und auch wenn die Planung und Umsetzung unseres Spendenendspurts viel Spaß macht, bindet es doch sehr viele Ressourcen; Ressourcen, die an anderer Stelle für unsere wichtige Arbeit fehlen. Um Euch also weniger mit Spendenaufrufen auf die Nerven zu gehen und mehr Recherchen und Hintergründe bieten zu können, brauchen wir Eure regelmäßige Unterstützung.

Jährlich eine Stunde netzpolitik.org finanzieren

Das Jahr hat 8.760 Stunden. Das sind 8.760 Stunden freier Zugang zu kritischer Berichterstattung und wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik bei netzpolitik.org.

Werde Teil unserer Unterstützungs-Community und finanziere jährlich eine von 8.760 Stunden netzpolitik.org oder eben fünf Minuten im Monat.

Jetzt spenden


Jetzt spenden

11 Ergänzungen

  1. in gewisser weise kann man sich bei pfizer, amazon und nun auch der uni in magdeburg nur bedanken für so anschauliche munition gegen die vorratsdatenspeicherung. langsam dürfte bei den abgeordneten steter tropfen den stein höhlen. die hoffnung stirbt schließlich zuletzt. und schäuble amtiert ja auch nicht ewig…

    was mir bei den nachrichten in den medien dazu viel zu kurz kommt: die geringe betonung der nichtzurückholbarkeit dieser lecks und das nicht die verbindung bspw. zur elektronischen gesundheitskarte geschlagen wird. dort ist der „datenhaufen“ um ein vielfaches größer und brisanter. weil seine matrikelnummer oder seine bankverbindung kann man ändern, sein blutbild und seine krankengeschichte nicht. die daten wären dann für immer frei…

  2. Naja, mit der Vorratsdatenspeicherung hat das nicht wirklich zu tun, handelt es sich hier ja nicht um Daten, die erst seit diesem Gesetz auf Vorrat gespeichert werden, sondern um Daten, die für die Verwaltung der Studenten erforderlich sind. Von daher liefert diese Panne keine Munition gegen die (in meinen Augen völlig überflüssige) Vorratsdatenspeicherung, da sie auch ohne das entsprechende Gesetz geschehen wäre.

  3. Wen stört es? – Studenten geben Ihre Daten doch sowieso bei StudiVZ ein (freiwillig).
    Danach sind die Daten ja auch öffentlich…

  4. Da geb ich Oli recht.
    Datenschutz hin oder her.
    Im gläsernen Internet, spielt das doch keine Rolle mehr.
    Vor was will man sich denn schützen… ? vielleicht vor sich selbst… ;-)

  5. @ Sven: Ich sehe Schäuble eher als Symptom denn als Antrieb der Überwachungsfantasien.

    @ Oli: Manche, z.B. ich sind bewusst nicht bei StudiVZ. Such dir einen Rhetorikkurs.

  6. Nach fanatisch abwertenden bis falsch berichtenden Artikeln und Kommentaren hier mal etwas besonnenes – danke. :)

    @Oli:
    1. Es ist ein Unterschied, ob man seine Daten (und auch nur eine Auswahl davon) freiwillig irgendwo veroeffentlicht oder ob das andere uebernehmen. Menschen mit Deiner Meinung sind sehr verbluefft, wenn man ihnen aufgrund ihrer (und fremder) Datenschleuderei auf einmal erzaehlt, was sie am kommenden Wochenende vorhaben – obwohl sie der Meinung sind, das nur selbst zu wissen.
    2. Informationelle Selbstbestimmung ist ein Grundrecht. In der Rechtfertigungspflicht ist nicht der, der es wahrnehmen will, sondern der, der es bricht. Wenn ein Grundrecht verletzt wird, ist das auf keinen Fall egal.

  7. Ich studiere in Uni MD und mir ist es scheissegal ob jemand in China kann via Internet meine Handynummer oder, wo ich wohne, wissen.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.