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Anonym telefonieren mit Prepaid-SIM

Philip Banse beschreibt, wie man in Deutschland noch anonym Prepaid-SIM Karten für Handies kaufen kann: Anonym telefonieren mit Prepaid-SIM. Das lustige ist: Er bezieht sich auf einen US-Podcast von „Off the Hook“ (MP3), die wiederum dies vom 24C3 berichten.

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Die Ortel-Prepaid-Karten werden u.a. in E-Plus-Läden verkauft. Bevor man die SIM-Karte nutzen kann, muss sie freigeschaltet werden. Das geschieht entweder per Online-Formular oder Telefon von einem Festnetzanschluss. Dabei werden Name, Vorname, Adresse, Geburtstag, Telefon- und SIM-Kartennummer abgefragt. Ein Besucher des 24C3 berichtet in Off the Hook, dass er falsche Angaben gemacht habe und anschließend telefonieren konnte. (Außerdem sind die Ortel-Tarife v.a. für Auslandsgespräche sehr günstig.) Wie Ortel die Angaben verifiziert, wollte mir eine Firmen-Sprecherin nicht sagen: “Das kommunizieren wir aus Sicherheitsgründen nicht.”

Update (Ralf, 12.1.2008): Der AK Vorrat bietet seit zwei Tagen eine Tauschbörse für Prepaid-Karten an:

Um an der Tauschbörse teilzunehmen, sendet man eine mit mindestens 10 Euro aufgeladene, freigeschaltete Prepaid-Handykarte zusammen mit ihrer PIN und einem frankierten Rückumschlag an den Arbeitskreis (Adresse: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Marcus Brauner, Hilgenborn 22, 34593 Knüllwald Remsfeld). Nach wenigen Tagen erhält man eine andere, ebenfalls mit 10 Euro aufgeladene Handykarte mitsamt Rufnummer und PIN-Code zurück gesandt. Mit dieser Karte kann man nun telefonieren, ohne dass die eigenen Personalien bei dem Anbieter gespeichert sind. Auch der Arbeitskreis protokolliert keinerlei Daten der Tauschpartner. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung betont, dass der Tausch von Handykarten vollkommen legal ist.

Das hilft recht sicher gegen eine Stammdatenabfrage (wer gehört zu welcher Telefonnummer) durch die Strafverfolger und Dienste, die auch ohne Richterbeschluss möglich ist. Gegen die Vorratsdatenspeicherung der Gesprächsdaten hilft es jedoch nur, wenn man auch ein nicht-registriertes Handy benutzt, denn dort wird auch die Gerätekennung (IMEI) gespeichert.

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17 Kommentare
  1. aaaaalt

    Man kann auch jmd. nehmen der voraussichtlich in den nächsten paar Monaten abgeschoben wird und für Kleingeld in einen Laden schicken. Über derartige Handys geben Leute Bestellungen bei ihren Dealern u.Ä. auf.

  2. Alles Qutsch !
    Anonym is da Nix !

    In welchen Funkzellen ist das Handy die ganze Nacht (oder morgens nach dem Aufstehen) eingebucht ?
    In welcher Zelle wird das Handy täglich ausgeschaltet ?
    Wer hat meine anonyme Nummer auf seinen Handy gespeichert ?
    Wer ruft meine anonyme Nummer an ?
    …das würde bedeuten ich darf meine Nummer niemand geben, darf das Handy nur unterwegs nutzen, muss es immer noch außerhalb meiner Homezone ausschalten und den Akku entfernen.
    Da ist ein öffentliches Telefon praktischer und anonymer !

  3. emmanuel goldstein wird sauer, wenn man seine ukw-radio-show, die auch im netz gesendet wird, als „podcast“ bezeichnet, auch wenn mitschnitte danach per feed zum download angeboten werden.

  4. @sepp: Ganz Richtig
    Ein entsprechendes Verfolgungsinteresse vorausgesetzt, sind allerdings auch Telefonzellen nicht wirklich sicher… Die Wanzen werden eben immer kleiner und billiger.
    Wer nicht angepeilt werden will, sollte auf die elektronischen Petzen verzichten. Aber das ist bestimmt für die Generation unter 25 kaum noch vorstelltbar: Kein Schlußmachen per SMS, keine funkübertragenen Einkaufzettel, keine Spontanverabredungen mehr.
    – Die Welt von morgen ist nicht bunt. –

  5. Ach, mit britischen Prepaidkarten geht das auch ohne die Angabe falscher Informationen.
    Nach England fahren, Vodafone-Laden suchen, Karte kaufen (registrierungsfrei!), die britische Variante von Reiseversprechen einschalten (dann sind auch Telefonate in DE bezahlbar), telefonieren.
    Kann mit deutschen Vodafone-Aufladekarten geladen werden.

  6. …anonym funktionierts auch beim angebot des discounters PLUS: die karte kauft man anonym in einer plus-filiale, alles andere läuft konplett online, wobei die gemachten angaben zur person nicht per post verifiziert werden. habe dies mit einer freundin grade getestet, und es hat problemlos funktioniert.

  7. Hi, das mit dem Kartentausch ist richtig erkannt. Normalerweise sind jeweils Daten zu einer Sim registriert und wenn man seine registrierte Sim weg gibt, weiß man nicht, was der Andere damit macht.

    Mein Tip, Messe Sim-Karten. Sind bereits registriert und freigeschalt. 100% anonym! Wer mehr wissen möchte, bitte bei ulf@ukx.de melden.

  8. in hamburg lässt sich in fast jedem – und das ist nicht irgendwie rassistisch gemeint – türkischen telefonladen eine anonyme karte samt gebrauchtem anonymen handy kaufen, auch aktuelle geräte.
    dabei spielt es auch keine rolle, welches netz man will.
    registrierte karte 5 euro, anonyme 10 euro…

    ;-)

  9. Das ist ja Genial!!wenn man sich eine anonyme karte zuschicken läst was für adresse gibt ihr da an?Etwa richtige priwat adresse?Wo bleibt dann die anonymität?

  10. Ist schon Interessant, nur im nicht suveränen Deutschland,
    ist der User mit Adresse zu registrieren! D2 Vodafon in
    England braucht das nicht.
    Verwerfliche Bevormundung, und freiheitliche Einschränkung.
    wohin das Auge sieht. Und was passiert mit dem Daten.
    Werbe Märte und „Verfassung“ verwerten erstmal.

    Fazit, in DEutschland sind 82 Millionen Verdächtige unterwegs.
    Die es gilt, für Zions Garden und Commerz, gefügig zu machen!!!!

  11. Einfach bei Aldi eine Prepaid Karte für 12€ kaufen, da sind dann auch schon 10€ Guthaben dabei. Die SIM kann online aktiviert werden.
    Um einen fiktiven Namen zu verwenden, kann man die App „Fake Name Generator“ verwenden. Die Daten werden vom Betreiber des Netzes o² nicht überprüft.
    In den Vor- und Nachnamen der vom Generator angezeigt wird, am besten noch ein Vokal oder/und Umlaut anhängen, so wird es unwahrscheinlicher das man unabsichtlich jemanden sein Identität klaut.

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