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Politische Psychologie und die Innere Sicherheit

Die Süddeutsche Zeitung hat Thomas Kliche interviewt, der Fachmann für Politische Psychologie ist: „Sicherheitsgefühl ist das Kernprodukt der Politik“.

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sueddeutsche.de: Herr Kliche, wenn Innenminister Schäuble Terrorverdächtige töten lassen oder ihnen die Nutzung von Handy und Internet verbieten will, dann mag das unvernünftig und unsinnig sein. Dennoch sind solche Ideen mehrheitsfähig. Woran liegt das?

Thomas Kliche: Damit solche Vorschläge auf fruchtbaren Boden fallen, müssen bestimmte Grundbedingungen gegeben sein, die in Deutschland jetzt vorherrschen und in sich paradox sind. Es gibt in weiten Bevölkerungsteilen eine Stimmung, die geprägt ist von Resignation und Perspektivlosigkeit. Das Ergebnis ist Misstrauen in die Politik, was schnell Desorientierung zu Folge hat.

sueddeutsche.de: Und das können forsche Politiker wie Schäuble ausnutzen?

Kliche: Sagen wir so: Desorientierung kann umschlagen in einen Wunsch, von der Politik starke und klare Lösungen präsentiert zu bekommen.

Spannendes Interview.

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6 Kommentare
  1. Ähm… Moment… wo ich gerade diese beiden Artikel hintereinander sehe…

    Herr Schäuble will tatsächlich der Polizei ein Mittel zum Abhören von Verdächtigen nehmen? Er will tatsächlich dafür sorgen, dass „Gefährder“, also die, die man doch überwachen sollte, kein Handy mehr haben dürfen und die dadurch noch schwerer zu überwachen sind?
    Wie schizophren ist eigentlich unsere Politik???

  2. Das Volk ist Perspektivlos ???
    Den Volks teil den er meint wüste ich doch mal gerne…

    Oder verstehe ich seine Argumentation nicht ganz oO ?

  3. moin,

    dazu passt ganz gut, der artikel im neuen le monde diplomatique, worin es am schluss heisst: „Es mag auf den ersten Blick wie eine Aufzählung sehr heterogener Tatsachen wirken: dass 80 Prozent der Bevölkerung sich gegen eine Begnadigung Klars aussprachen, dass der Alkohol- und Rauschgiftkonsum ebenso stetig zurückgeht wie die Zahl der durch Raserei verursachten Verkehrstoten, dass der Kampf gegen das Rauchen ebenso rigoros geführt wird wie die unermüdliche kollektive Bemühung um die Steigerung des Wirtschaftswachstums und der Wettbewerbsfähigkeit – vielleicht lassen sie sich allesamt jedoch auch als Zeichen dafür lesen, dass sich das kollektive Über-Ich immer unerbittlicher durchsetzt.“

    und daher der allgemeine kontrollwahn stetig zunimmt

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