Die Süddeutsche Zeitung hat Nicholas Negroponte im Interview gehabt: Vorhängeschlösser sind nur für die Ehrlichen.
SZ: Die inhaltliche Qualität im Netz schwankt stark. Klar, es gibt Wikipedia, andererseits aber den Trash von Youtube, für den Google fast 1,7 Milliarden Dollar bezahlt hat.
Negroponte: YouTube ist ein temporäres Phänomen, eine Mode – Wikipedia hingegen wird bleiben. Dahinter steckt, so wie bei der Open-Source-Software, eine kollaborative Autorenschaft. Das sind keine Einzelaktionen.
SZ: Ein anderes Problem rund um die Freiheit von Information ist die Frage des Urheberrechts, des Verwaltens digitaler Rechte sogar über die Hardware (DRM).
Negroponte: Das gegenwärtige Urheberrecht schützt die Verleger mehr als die Autoren. Die Kanäle der Medien werden vornehmlich geschützt, nicht die Inhalte. Weil es aber inzwischen so viele Wege zu publizieren gibt, reduziert sich das Problem der restriktiven Informationshoheit. Unsere 100-Dollar-Laptops zum Beispiel verzichten völlig auf DRM, also in die Hardware eingebaute Maßnahmen der Informations-Restriktion.
Was mir gerade noch zu seinem Buch „Being Digital“ einfällt, was ich mal vor einem Jahrzehnt gelesen habe: Ich vermisse immer noch die darin prognostizierte Laserdisc. Irgendwie ist die nicht gekommen.