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Kölner Wahlcomputer sind verbrannt

Lustige Sache: Die Stadt Köln hatte einen Grossteil ihrer Wahlcomputer an die Herstellerfirma Nedap verliehen. Diese benötigte diese für die Wahl in den Niederlanden. (Sind ja Computer, da wechselt man eben mal die Software) Allerdings brandte zuletzt das Nedap-Lager und dabei sind 364 Wahlcomputer aus Köln vernichtet worden. Aber alles kein Problem sagt Nedap: Köln könne die ja neu kaufen. Denn sie waren nicht versichert. Die Stadt Köln findet das nicht lustig. Und vielleicht steigt sie ja durch den göttlichen Zufall wieder auf Papier und Stift um.

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18 Kommentare
  1. Vielleich macht man sich ja auch mal gedanken über Wahlmethoden, die nach dem Stand der Technik sicher sind. Herkömmliche Wahlen mit Stimmzettel und Urne sind fast so leicht manipulierbar, wie die Nedap-Dinger.

  2. Wobei mittlerweile schon in diversen Foren gemutmaßt wird, da könnte jemand „nicht lange gefackelt“ haben. Hmm… das wär ein netter Titel für einen Blog-Beitrag ;-)

  3. Ich habs gestern in der „Lokalzeit“ (WDR) gesehen und mich sehr über den Schlusssatz im Beitrag geärgert: „Der Hersteller versichert, dass bis zur nächsten Wahl 2009 neue Geräte bereitgestellt werden können, so dass man nicht auf die gute alte Wahlurne zurückgreifen muss.“

    Ich habe eine email an die Redaktion geschrieben, warum ich jederzeit die „gute alte Wahlurne“ vorziehen würde, und gefragt warum sie kein kritisches Wort über eine eventuelle Neuanschaffung verloren haben. Bisher noch keine Antwort.

  4. Dass Nedap für die Ersatzbeschaffungen bezahlt werden will, ist doch das Sahnehäubchen an der Geschichte. Tolles Geschäftsmodell: Ich sammle meine waren wieder ebim Kunden ein, fackle sie ab und dann darf der Kunde sie noch einmal kaufen…

  5. @Hanno Zulla:

    Papierwahlen sind manipulierbar. Da braucht man andere Ideen als zum Hacking berüchtigter Betriebssysteme, aber es geht. Da schützen auch keine öffentlichen Auszählungen, denn man kann z.B. ja schon vor Öffnung des Wahllokals etliche Stimmzettel in der Urne unterbringen. Und die eingegangenen Briefwahlstimmen, lagern die auch überall im Tresor?

  6. Stefan: Die Zahl der abgegebenen Stimmzettel muss aber mit der Liste der anwesenden Wähler übereinstimmen. Und weil man vorher nicht wissen kann, wer wählen kommt, müsste man *nach* Schließung des Wahllokals so viele Häkchen machen, wie man vorher Stimmzettel eingeworfen hat. Und dafür müssten alle Wahlhelfer eingeweiht sein.

    Der entscheidende Unterschied ist, dass an einer zentralen Stelle die Software *aller* Wahlcomputer manipuliert werden kann, das ist bei der Zettelwahl so nicht möglich.

  7. @Stefan:

    Für eine erfolgreiche Manipulation des Ergebnisses einer Papierwahl muss man Mitwisser an mehreren Stellen haben. Es reicht nicht, in einem einzigen Wahllokal Daten zu verändern, sondern muss möglichst Mitwisser in mehreren Wahllokalen haben.

    Für eine erfolgreiche Manipulation einer elektronischen Wahl reicht es, an zentraler Stelle ein oder zwei Personen als Mitwisser zu haben.

    Das ist Faktor 10 oder mehr von Personen, die vorbereiten, manipulieren, mitwissen und dauerhaft schweigen müssen.

    Und deshalb ist Deine Behauptung, dass es „fast so leicht“ wäre schlicht unwahr.

  8. @ Stefan: Sorry, aber Du hast offensichtlich keine Ahnung vom Ablauf einer Wahl.

    Ich war bereits mehrmals Wahlhelfer. Eine der ersten Aufgaben besteht darin, vor der Öffnung des Wahllokals in Gegenwart aller ehrenamtlichen Helfer die Urne zu kontrollieren. Da darf nichts drinliegen. Und beim Auszählen dürfen nicht mehr Stimmen als tatsächliche Wähler vorkommen, sonst macht der Wahlleiter Ärger.

    Theoretisch wäre es natürlich möglich, aber extrem aufwändig, eine Wahl zu manipulieren. Dazu müssten sich aber hunderte Personen auf offizieller wie ehrenamtlicher Ebene an den verschiedensten Stellen an der Manipulation beteiligen. Das ist wenig praktikabel. Und macht Stimmzettel-Wahlen sehr sicher.

  9. wunderbar….

    jetzt dürfen die Kölner endlich wieder demokratisch wählen!
    Super.

    Weg mit dem Scheiß und her mit den zetteln und den Kommissionen. Es ist schließlich unsere Zukunft!“

  10. stefan, ich kann mich den Vorrednern nur anschließen, eine Zettelwahl ist keineswegs so leicht und vor allem umfangreich zu manipulieren wie die mit Wahlcomputern. Falls Du noch nie Wahlhelfer warst, hier habe ich mal beschrieben wie das bei uns so ablief. Und an der stelle an alle:
    macht Wahlhelfer!!1!

  11. Ich finds lustig und wenn das nicht mal ein schöner Zufall ist ,gerade jetzt wo die Wahlcomputer eh wieder im Gespräch sind und die Verhandlung dazu läuft ;)

    Es gibt anscheinend doch noch sowas wie GERECHTIGKEIT *g*

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