Generell

Ambitioniertes Projekt?

Buecher-wiki.de ist ein Wiki für Bücher. Soweit, so gut. Sehr ambitioniert ist allerdings die verwendete CC-Lizenz. Ich weiss ja nicht, wer auf die Idee der Lizenz gekommen ist. Aber eine „CC-Namensnennung-KeineBearbeitung-Nichtkommerziell-Lizenz“ eignet sich zumindest nicht für ein partizipatives Projekt. Da steht ja schon im Namen, dass keine Bearbeitung erlaubt ist.


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2 Kommentare
  1. Moment mal!

    So wie ich mit meinem wikipedianischen Halbwissen die CC-Lizenzen verstanden habe, beziehen die sich doch vordergründig auf das WERK, nicht aber auf den Autor als Einzelperson.

    Wenn also alle, die zum Buecherwiki beitragen ein Autorenkollektiv darstellen und das Werk der komplette Inhalt des Bücherwikis ist, dann schützt sich damit besagtes Autorenkollektiv vor einer Verwurschtung (sowohl finanziell als auch inhaltlich) ihres Werks außerhalb ihres Einflußbereiches.

    Auf buecher-wiki.de steht doch eindeutig: „Inhalt ist verfügbar unter der CC Lizenz“ womit ganz offensichtlich der Gesamt-Inhalt der Webseite gemeint ist.

    Innerhalb des Autorenkollektivs müssen natürlich Veränderungen der Beiträge einzelner Autoren erlaubt sein, wenn tatsächlich nach dem Wikiprinzip gearbeitet wird.
    Die Beziehung Autor zu Autorenkollektiv müßte also entsprechend extra geregelt werden…

    Da tun sich gleich ein paar Fragen auf:
    Ist die CC denn für solche Fälle gerüstet? Kann man verschiedene CC-Lizenzen auf verschiedenen Ebenen anwenden? (z.B. Artikel/Rubrik/Gesamt-Werk bzw. Autor/Autoren-kollektiv/Gesamt-Kollektiv)
    Falls ja, müßte die Lizenz auf der übergeordneten Ebene entsprechend mindestens genau so streng sein wie diejenige darunter.

    Für das Bücherwiki hieße dies:
    Artikel: Nicht-anonym/Nicht-kommerziell/
    Platform: Nicht-anonym/Nicht-kommerziell/Nicht-Bearbeiten

    So ein mehrstufiges System wäre prinzipiell sinnvoll, weil innerhalb des Kollektivs kommerzielle Verwertung vielleicht ausdrücklich erwünscht ist. Etwa wenn man möchte, daß die Autoren an den Werbeeinnahmen der Plattform mitverdienen, aber das Gesamtwerk trotzdem vor finanzieller Verwertung durch Dritte geschützt bleiben soll.

    Ebenso ist es den Autoren evtl. egal ob unter jedem Schnipselchen, das sie beigesteuert haben ihr Name steht, aber sie möchten als Teil des Autoren-kollektivs im Rahmen des Gesamtwerks unbedingt genannt werden…

    Oder ist es etwa Sinn und Zweck der CC, solche Multilevel-Hierarchien zu beseitigen, zugunsten eines homogenen globalen Pools in dem nur Einzel-Autoren schwimmen, die mittels Creative Commons Lizenzen ihre rechtlichen Ansprüche gegen den Rest der Welt geltend machen?

    Das würde zwar vieles transparenter machen, paßt aber vielleicht auch nicht so recht zu den real existenten Sozial-Strukturen! Erstens gibt es immer noch Offline-Werkentstehungsprozesse, bei denen eben nicht die Urheberschaft jedes einzelnen Bits zu jedem einzelnen Autor zurück verfolgt werden kann und zweitens gibt es Autorenkollektive die sich bewußt als Einheit verstehen.

    Statt ausgewählte Plattformen in einem Satz pauschal für blöd zu erklären, könntet Ihr ja mal Aufklärungsarbeit leisten, und die oben genannten Fragen für Laien wie mich ein bischen ausführlicher erläutern.

    Danke!

  2. Hi,

    das ist jetzt IMHO und IANAL.

    Weltbild nutzt keine weitergehenden Rechte als diejenigen, die sie von den Autoren der einzelnen Stücke zugestanden bekommen. Ich als Autor sende denen meinen Text unter der oben angesprochenen Lizenz, mehr nicht. Ein Recht zur Bearbeitung, kommerziellen Nutzung (imho fängt das bei der Werbung schon an) hat weder Weltbild noch ein anderer Autor, jedenfalls nicht aufgrund der Lizenzierung.

    Etwas anderes wäre es, wenn Weltbild schriebe „Mit Übersendung ihrer Texte geben Sie uns alle Nutzungsrechte, unbeschränkt in Zeit, Raum und Art. Wir werden den Text dann unter cc-by-nc-nd veröffentlichen“. Das wäre immer noch problematisch, weil eine Bearbeitung dann weiterhin ein Lizenzverstoß wäre, aber das müsste dann Weltbild mit dem ändernden Benutzer ausmachen, nicht mehr mit dem ursprünglichen Autor.

    Soweit so unklar? Andere Ansichten?

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