Generell

Wer braucht schon Computer in Schulen?

Die Netzeitung berichtet: Deutschlands Lehrer mehrheitlich PC-Muffel

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Deutsche Lehrer setzen im Vergleich zu ihren europäischen Kollegen im Unterricht nur sehr selten Computer ein. Wie die Europäische Kommission in einer Studie ermitteln ließ, hat fast jeder vierte Lehrer im vergangenen Jahr kein einziges Mal einen Computer im Unterricht genutzt. Von den übrigen 78 Prozent nutzten deutlich mehr als die Hälfte die Rechner nur sehr selten; in höchstens einer von zehn Stunden, berichten die «Ruhr Nachrichten».

Die gute Nachricht ist ja, dass diese Lehrer mehrheitlich in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen. Die schlechte Nachricht ist, dass bis dahin eine Generation Schüler nicht wirklich in digitaler Medienkompetenz unterrichtet und auf das digitale Zeitalter vorbereitet wurden.

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15 Kommentare
  1. Die schlechte Nachricht ist, dass bis dahin eine Generation Schüler nicht wirklich in digitaler Medienkompetenz unterrichtet und auf das digitale Zeitalter vorbereitet wurden.

    Du meinst wohl, eine Generation wird nicht darin unterrichtet, Word, Excel und Powerpoint zu bedienen …

  2. >>Du meinst wohl, eine Generation wird nicht darin >>unterrichtet, Word, Excel und Powerpoint zu bedienen …

    Ich fürchte doch. Ich sehe zum Beispiel in meiner Schule, dass zwar sehr wenig unterrichtet wird, aber wenn nur mit Microsoft. So wurde im Kunstunterricht etwa beigebracht, wie man mit „Microsoft Paint Shop Pro“ umgeht, und in Englisch lernt man, dass sich das Internet öffnet, wenn man auf „Internet Explorer“ geht. Sämtliche Computer laufen selbstverständlich mit „Microsoft Windows XP Professional“.
    Dabei sollte man gerade den Jugendlichen, die mit Computern aufwachsen den Gedanken von Medienkompetenz und der Freiheit, was unweigerlich daraus hervorgeht, beibringen.
    Statt dessen wird die Generation, die jetzt zur Schule geht mehrheitlich ICQ mit dem Mirabilis ICQ-Client nutzen, sich immer die neueste Windwosversion kaufen, weil sie denken, dann wäre ihr PC schneller und überall ihre Daten eingeben.
    Computer-„Kenner“ werden in dieser Generation selten sein.

  3. Darüber hatte ich schonmal vor 1,5 Jahren geschrieben: Microsoft Training für 300.000 Lehrer. Das liegt vor allem daran, dass die wenigen Lehrer, die Computer einsetzen, meist durch das Intel Schulungsprogramm nur mit den Monopol-Programmen von Microsoft unterrichtet werden. Die Lehrer bekommen dort Tastaturkombinationen erklärt, die sie dann an ihre Schüler weitergeben.

  4. @Coragonis Munro

    >>“Computer-”Kenner” werden in dieser Generation selten sein.“

    Ja, mag stimmen, und die Kenner sind dann diejigen, die schon in der 10. Klasse bei MenuetOS, Slackware,Gentoo oder sowas mitarbeiten und im Nebenberuf selbstständig entwickeln. Die anderen glauben sie haben es schon irgendwie verstanden, das mit den Computern und so.

    @drx

    Digitale Medienkompetenz, wenn sie marktförmig ist, wird doch damit hervorragend ausgefüllt! Die Welt ist schlecht. Kürzer zur Schule gehen, (12.Klasse), schneller studieren dank Bachelor, und dann williges Arbeitstier sein in irgend einer Verwaltung, die auf Copy und Paste inkl. der höheren Schule verzichten kann. Die Organisationen wollen ihre Arbeitsplätze behalten und bauen auf dieses untere Mittelmaß von Kompetenz. (Und werden dann von Heuschrecken verschlankt, womit alles vorher gesagte den Marktwert erhöht hat). Arrgh.

  5. Müssen unbedingt alle Lehrer Computer in ihren Unterricht einbeziehen? Nein. Lehrer mit Sinn für Technik sind sowieso Mangelware und für viele Fächer braucht man einfach keine Computer. Von daher ist das ganze nicht allzu kritisch zu sehen.

  6. Sein wir doch mal ehrlich: Was kann ich an einem Computer besser lernen als durch einen engagierten Lehrer. Ja sicher, engagiert sollte der Lehrer schon sein… aber Mathematica bringt mir zum Beispiel nicht bei, wie ich ein Integral löse. Es tut es einfach. Und warum brauche ich Paint-Shop-Pro wenn ich mir der Hand viel schöneres…? Na, ist vielleicht Geschmackssache.
    Ich halte dieses Tamtam um „Schule Online“ und wie sie alle heissen für reines Marketing um den Kids den PC unentbehrlich zu machen und noch mehr Windoof zu verkaufen. Wirklich lernen tut man damit nicht. Man wendet nur an.
    Darüber hinaus ist es auch nicht wirklich kostengünstiger. Hard- und Software wollen nämlich auch gewartet werden. Wer macht denn das? Dafür wird kein Administrator eingestellt. Das macht ein hierfür schlecht ausgebildeter Lehrer… womöglich in der Zeit, in der er besser das täte, wofür er GUT ausgebildet ist, nämlich zu lehren.

  7. Meiner Meinung nach muss heutzutage in der Schule schon auf das digtale Zeitalter vorbereitet werden. Das geht nur mit Lehrern, die auch in der Lage sind, die Fähigkeiten dafür zu unterrichten. Und dazu braucht es auch Computer, wenngleich nicht überall. Das ersetzt noch keinen futen Pädagogen, aber gute Pädagogen ohne jeglichem Verständnis der digitalen Welt sind auch nicht in der Lage, umfassend Schüler auf die Zukunft vorzubereiten.

  8. Die meisten Fächer dürften bestens ohne Computereinsatz auskommen. Was soll etwa „Paint Shop Pro“ im Kunstunterricht? Wie wärs denn mit Stiften, Farben und echtem Papier?

    Ich betreibe u.a. eine kleine Webseite, deren Inhalte offenbar öfters im Schulunterricht behandelt wird. Jedenfalls trudeln bei mir regelmäßig Mails ein, in denen Schüler ihre Hausaufgaben-Fragen zur Beantwortung an mich weiterleiten, weil sie im Netz keine kopiergerechten Antworten finden. Ich schicke sie dann immer in die nächste Bibliothek, zur guten klassischen Recherche. :-)

  9. Das brauchen auch nicht alle Lehrer können. (Einige ja, aber nicht alle) Jeder Lehrer hat seine Fachrichtung, in der er unterrichtet. Medienkompetenz ist zwar wichtig, aber längst nicht das einzige, was vermittelt werden muss.

  10. Denke mal das die Schueler besser am PC sind als die Lehrer, und auch den Eltern offt ueberlegen…. was machen die den heut-zutage nach der Schule ? (Spiele, hacken, chatten)
    Lehrer wuerden sich doch nur bei den Teens blamieren, und dadurch an Anerkennungsverlusst leiden, da Schueler ihre lehrer nich mehr ernst nehmen…..
    Dazu kommt noch das das Deutsche Schulsistem ziemlich verstaubt ist, sind da doch mehr religions Unterichtsstunden als Geisteswissenschafften auf dem Stundenplan.
    Eine andere Erklaerung ist, das Lehrer nun mal Beamte sind und sich daher auch nicht bewegen koennen, es sei denn sie bekommen eine „Bewegungs Zulage“ oder „Denk Zulage“.

  11. Bei uns an der Schule gibt es nur wenige Lehrer, die Computer regelmäßig im Unterricht nutzen. Bei einem davon wurde während des Unterrichts im Computerraum bei laufendem Beamer, als der Lehrer gerade einem Schüler an seinem Rechner geholfen hat auf dem Administrator-Computer ein Keylogger installiert. Eine Woche später fand man den Ausdruck eines Liebesbriefes einer Lehrerin am Oberstufenbrett.
    Ich denke, dass das ein gutes Beispiel dafür ist zu zeigen, dass eigentlich alle Schülern den Lehrern weitaus überlegen sind. Dass die Lehrer zwar teilweise wissen, wie man mit Word, TurboPlot o.ä. umgehen können, diese Generation aber nicht in der Lage dazu ist, die Medien auch sinnvoll zu nutzen.
    In der Mittelstufe ist es öfters so, dass Lehrer mit den Schulklassen in den Computerrum gehen um dort über bestimmte Themen zu recherchieren. Die Schüler bekommen die gesuchten Informationen innerhalb weniger Minuten über Wikipedia, Wissen.de & Co., während die Lehrer noch verzweifelt versuchen, durch „technische Probleme“ (Monitorkabel rausgesteckt am Lehrer-Computer und die Schüler haben ’ne Menge Spaß) den Rechner überhaupt starten zu können. Wenn die Lehrer dann „drin“ sind sitzen sie meist sprach- & und hilflos vor Google. Währendessen schaffen die meisten es nichtmal, den richtigen Login zu wählen, mit dem man Rechte zum Drucken hat – die wurden den Schülern nämlich wegen Mißbrauchs genommen. Sollten die Schüler Probleme an den Rechner haben fragt man natürlich die Technik-Geeks statt den Lehrer.
    Wenn man die benötigten Informationen dann hat geht’s ab zu YouTube (die dafür nötigen Kopfhörer nimmt man einfach aus einem IPod), spielt irgendwelche Flashgames (z.B. Minigolf – wahlweise mit Multiplayer-part) oder besucht Seiten, die nichts im dem Thema zu tun haben.
    Schöne neue Welt..

  12. Ich empfehle allen, die sich für das thema interessieren mal
    Clifford Stoll: „Log out – Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben“
    zu lesen. Wirklich sehr lesenswert. Vor allem wenn man bedenkt, dass Stoll eigentlich einer DER Internet- und Computer-Gurus ist… oder vielleicht gerade darum :)

  13. Also ich studiere grade, und muss sagen, dass die Vorlesungen bei denen der Dozent was an die Tafel schreibt besser sind also die Powerpoint teile.

    Was sollen auch ein Computer im Unterricht? Rechtschreibung lern ich nicht mit der Rechtscheibehilfe von Word.

    Klar ein sepearten Unterricht der speziell in Computer einführt is sinnvoll, aber der normale Unterricht, warum? Nur weil es neu ist?

    Und von wegen die Generation wird nicht’s von Technik verstehen. Das würde ja auch heißen, dass keiner in deutschland irgendwas von Computern versteht, oder hatten wir etwa in der Schule schon Computer ???

  14. nein, aber ihr habt es euch noch selbst beigebracht.
    diese generation bringt sich nichts selbst bei, sondern verläßt sich darauf, dass das, was auf der microsoftseite steht schon stimmen wird.

  15. Schule und Compi:
    ich finde es toll, wenn ich ab und zu mit meinen Schülern (Sek 1) im Musikunterricht in den Macpool kann. Dann schnetzeln wir die Popsongs auseinander, verlängern die Intros mit loops etc. Ich fühle doch, ob eine Stunde Leerlauf (just for fun) oder effektiv war. Ebenso gerne übe ich mit ihnen Salsatanzschritte. Beides „zwingt“ sie, sich mit Rhythmus sehr intensiv zu beschäftigen.

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