Nachdem die US-Sicherheitsbehörden kürzlich bei einem Treffen mit ihren europäischen Kollegen Interesse an den in der EU künftig anfallenden Daten geäussert haben, spitzt sich auch jenseits des Atlantiks die Debatte darüber zu. Im Senat von Colorado ist bereits ein Gesetzesentwurf eingebracht worden, und bei einer Anhörung des Abgeordnetenhauses in Washington letzte Woche wurden Forderungen nach einer zwangsweisen Speicherung der Kommunikationsdaten unverdächtiger Bürger wiederholt – hier mal wieder unter dem Vorwand der Bekämpfung von Kinderpornografie. Aber auch „Homeland Security“-Minister Michael Chertoff und FBI-Chef Robert Mueller haben sich nun öffentlich dafür ausgesprochen. Mal sehen, ob die recht starken amerikanischen Civil-Liberties-Verbände besser dagegen anstinken können als die noch recht lose organisierte Szene in Europa. Immerhin gibt es dort auch immer noch die Nachbeben des NSA-Abhörskandals im Inland.
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Ein Kommentar zu „USA diskutieren Datenspeicherzwang“
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[…] Etwas mehr als eine Woche nach dem Daten-GAU bei AOL ist jetzt deren Cheftechnikerin (CTO), Maureen Govern, zurückgetreten. Zwei weitere Mitarbeiter aus der Forschungsabteilung von AOL, die die Veröffentlichung der Suchanfragen von 650.000 AOL-Kunden veranlasst hatten, wurden entlassen. Die eigentlich spannende Frage wird sein, ob man bei der Firma auch strukturell aus dem Debakel lernt und die Daten aus den Suchanfragen (zumindest nach einer Weile) komplett löscht. Angeblich denkt man zumindest drüber nach. Da Google und andere Suchmaschinenbetreiber bisher klar gemacht haben, dass sie diese Daten unbegrenzt zu speichern gedenken, wäre ein Schritt von AOL in Richtung Löschung durchaus bedeutsam. Das gilt besonders im Kontext der von der US-Regierung seit einigen Monaten stärker geführten Debate um eine verpflichtende Vorratsdatenspeicherung. von Ralf Bendrath um 15:03 | abgelegt in General, Datenschutz, USA Trackback URL | Comment RSS Feed Tag at del.icio.us | Incoming links […]
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