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Bill Gates kritisiert DRM?

Microsoft hatte in den USA verschiedene Blogger zum Hintergrundgespräch eingeladen, die auch eine Audience bei Bill Gates bekamen. Dabei geistern jetzt über Techcrunch Aussagen von Bill Gates durch das Netz, die von Gulli übersetzt wurden: „Niemand ist mit dem derzeitigen Status des DRM zufrieden. Beim Versuch der Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Benutzern bereitet es…

  • Markus Beckedahl

Microsoft hatte in den USA verschiedene Blogger zum Hintergrundgespräch eingeladen, die auch eine Audience bei Bill Gates bekamen. Dabei geistern jetzt über Techcrunch Aussagen von Bill Gates durch das Netz, die von Gulli übersetzt wurden:

„Niemand ist mit dem derzeitigen Status des DRM zufrieden. Beim Versuch der Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Benutzern bereitet es den Käufern zu viel Kummer. Noch hat es Keiner richtig gemacht, es gibt enorme Probleme damit. Benötigt werden flexiblere Modelle… Die Leute sollten sich die CD einfach kaufen und rippen – dann ist man auf der sicheren Seite. Das Digital Rights Management ist aktuell nicht dort angekommen, wo es sein sollte“.

Viele sehen das jetzt als Kritik von Gates an DRM. Für mich klingt es eher wie eine geschickte Rhetorik. Die berechtigte Kritik an DRM ist ja da. Niemand kann sich im Moment hinstellen und den Verbrauchern erklären, dass alles prima sei. Damit macht man sich absolut unglaubwürdig, das haben auch die Lobbyisten der Musikindustrie verstanden. Deswegen ist es rhetorisch geschickter, die Kritik anzunehmen („Wir haben verstanden“) und besseres für die Zukunft zu versprechen. Natürlich interoperabel, Microsoft ist in diese Richtung ja immer vorbildlich gewesen. Und klar ist DRM noch nicht da, wo man hinmöchte. Das mit dem Trusted Computing (Hardware-mässigem Schutz von DRM) klappt noch nicht wie gewünscht und die Technologien wandeln sich bei Microsoft ja auch regelmässig.

Aktuell zeigt Microsoft ja, dass man „Plays fur sure“ mit „Klappt garantiert nicht mit der nächsten Generation“ übersetzen kann.

Weiss zufällig jemand, was aus den Plänen / Gesprächen der Musikindustrie mit Microsoft aus dem Jahr 2004 geworden ist, den Kopierschutz in Vista auf die Betriebssystem-Seite einzubauen, so dass die CDs ohne Kopierschutz ausgeliefert werden können?

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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2 Kommentare zu „Bill Gates kritisiert DRM?“


  1. Kluge Argumentation, so hatte ich das noch nicht gesehen. Aber da ist in jedem Fall etwas dran!!


  2. Bernhard alter Schwede

    ,

    Ich verstehe Herrn Gates nicht.
    Die Gespräche von 2004 waren doch erfolgreich, und deswegen kann man doch schon seit Windows XP Service Pack 2 mit Windows u.a. keine CDs meher rippen und kein Filesharing betreiben!!!
    Genauso gut funktioniert doch das DRM auch und verhindert das Abspielöen!!!1!

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