Taz-Titelseite: Blogwart Mehdorn

Die TAZ hat die Abmahnung durch die Deutsche Bahn auf die Titelseite genommen und zum Thema des Tages gemacht. In insgesamt drei Beiträgen inklusive dem Kommentar auf der Startseite geht es um die Geschichte. Danke für die Unterstützung.

Kommentar: Ein Bahn-Chef von gestern.
Interview mit dem Abgeordneten Anton Hofreiter: “Es gab weitere Fälle”.
Brisantes Bahn-Memo: Hart bleiben gegen Mehdorn.

Heute Morgen war ich auch Gast beim Deutschlandradio Kultur, um im Radiofeuilleton über den Fall zu sprechen.

Goliath kann nicht gewinnen – Die Solidarisierungswelle für netzpolitik.org nach Abmahnung durch die Deutsche Bahn zeigt, wie das Web 2.0 die Öffentlichkeit verändert hat.

Davon gibt es jetzt schon die MP3. Und hier ist das Transcript: “Notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht durchfechten”.

Update:

Unterstützung gibt es jetzt auch in einer Pressemitteilung des Deutschen Journalistenverbandes: DJV fordert von Bahn Transparenz.

In dem Zusammenhang kritisierte Konken das Vorgehen der Bahn gegen den Betreiber des Internetportals netzpolitik.org. Dort war ein Sitzungsprotokoll der Bahn im Original veröffentlicht worden, in dem es um die Überwachungen ging. Das Verkehrsunternehmen drohte dem Portalbetreiber daraufhin mit rechtlichen Konsequenzen, wenn er das Dokument nicht unverzüglich entferne. „Angesichts der immensen gesellschaftlichen und politischen Bedeutung des Datenskandals gehörte das Papier in die Öffentlichkeit“, sagte Konken. In diesem Fall könne das Unternehmen nicht damit argumentieren, dass Sitzungsprotokolle aus Wettbewerbsgründen stets geheim seien. Wenn das Papier in einem engen Zusammenhang mit den Bespitzelungen bei der Bahn stehe, gebe es sogar ein Recht zum Vollzitat. „Im Zweifel hat das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit und damit letztlich die Pressefreiheit Vorrang.“

Und Stern.de berichtet auch: Bahn vs. Blogger – “Die müssen uns ernst nehmen”

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Digital Rights, Podcast und getagged , , , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

18 Kommentare

  1. Erstellt am 5. Februar 2009 um 11:13 | Permanent-Link

    Das ist mal eine frische Berichterstattung. Doch ausgerechnet heute gab es die Zeitung nicht am Kiosk meines Vertrauens. Damn!

  2. Erstellt am 5. Februar 2009 um 11:19 | Permanent-Link

    Ich bin schwer beeindruckt. Journalismus in diesem Land scheint doch noch erstaunlich flexibel. Welch’ ein Schneeball!

  3. Erstellt am 5. Februar 2009 um 11:29 | Permanent-Link

    Guten Morgen! Schön, dass dradio einen Bericht daraus gemacht hat.

    Eine kleine Anmerkung zur immer wieder gestellten Frage, ob denn die Abmahnung auch als Druckwerk eingehen müsste: warum? Sie ist doch zugegangen, das ist offensichtlich. Und die DB AG bestreitet dies auch nicht, ebenfalls nicht den Inhalt. Was soll denn da ein Einschreiben o. ä. noch bewirken?

    Sofern keine Seite irgendetwas bestreitet (Zugang, Inhalt) ist die Sache juristisch völlig uninteressant.

  4. Marc Behrends
    Erstellt am 5. Februar 2009 um 12:54 | Permanent-Link

    Erstaunlich. Als ob es kein relevanteres Thema für den Titel einer sich selbst ernst nehmenden Tageszeitung geben würde.

    Markus, für dich ist das natürlich aufregend, nach acht Jahren erstmals abgemahnt zu werden. Aber dass die Position der Bahn juristisch haltlos ist, sollte sich inzwischen rumgesprochen haben. Zum BVerfG wird dieser Fall nie kommen, nicht mal zum Amtgericht.

    Aber angesichts der Nachrichtenlage ist das doch eher ein Stürmchen im Wasserglas und die Welle der Berichterstattung ist grotesk überzogen.

  5. Alexander fischer
    Erstellt am 5. Februar 2009 um 13:54 | Permanent-Link

    Finde es gut das hier mal das Dokument und das komplette Ausmaß nachzulesen ist. ich finde auch das sich Großkonzerne in unserer Welt einfach zu wichtig nehmen und meinen sie können sich alles erlauben. Das kann nciht sein udn ich hoffe das Hr. Mehdorn dafür seinen längst überfälligen Hut nehmen muss und hoffe weiter das er so richtig einen von unserer ledislativen draufbekommt. Denn was da abläuft ist eine Sauerei.
    Sollte der Herr hier wirklich ein Verbot bekommen, dass er das Dokument nicht mehr anbieten darf, soll er sich melden dann setz ich es auf meine Webspaces!!

  6. Erstellt am 5. Februar 2009 um 13:57 | Permanent-Link

    Ein großer Sieg für den Webjournalismus. Echt unglaublich, was für Wellen das jetzt schlägt. Die Beudetung von Blogs nimmt in Deutschland immer mehr zu. Danke Markus!

  7. e-punk
    Erstellt am 5. Februar 2009 um 15:02 | Permanent-Link

    und auf taz.de findet man heute nix neues dazu…
    seltsam, dass zum Thema “bloggen” ausschließlich in der Print-Version Stellung genommen wird.

  8. Gunnar
    Erstellt am 5. Februar 2009 um 16:28 | Permanent-Link

    Hallo
    Ist es denn wirklich rechtlich richtig gewesen dieses interne Schreiben zu veröffentlichen? Kann man denn dann jedes bristante Dokument einfach so rausgeben?

    Gruss
    Gunnar

  9. Erstellt am 5. Februar 2009 um 16:48 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Beckedahl.
    Evtl. sollten wir uns zusammenschließen um gemeinsam den Rechtsstreit mit dem Bahnriesen abzuwenden.
    Erneut sind geheime Bahnpapiere der Bahn aufgetaucht…

    –> http://beastybasti.de/?p=393

  10. Erstellt am 5. Februar 2009 um 17:01 | Permanent-Link

    Erstaunlich. Als ob es kein relevanteres Thema für den Titel einer sich selbst ernst nehmenden Tageszeitung geben würde.

    Schau mal, womit die anderen Tageszeitungen titeln – hauptsächlich Varianten von „Papst fehlbar“ und „Obama fehlbar“.

    Ist es denn wirklich rechtlich richtig gewesen dieses interne Schreiben zu veröffentlichen? Kann man denn dann jedes bristante Dokument einfach so rausgeben?

    Die rechtliche Dimension dieser Frage kann wohl nur ein Gericht beantworten.

    Um eine moralische Bewertung abzugeben, nützt es sicher, sich vor Augen zu führen, was hier geschehen ist: Der Öffentlichkeit wurden wahre Informationen „übergeben“, die einen Beitrag zur öffentlichen Aufklärung begangener Untaten leisten und sensibilisieren.

    Ich finde, Medienkonsumenten haben ein Recht darauf, sich ungehindert und ungefiltert zu informieren. Andersherum: Welche Gründe sprächen gegen eine Veröffentlichung ?

  11. Gunnar
    Erstellt am 5. Februar 2009 um 17:12 | Permanent-Link

    @erlemahnn
    Hmmm, das stimmt. Eigentlich gar keine.

  12. Erstellt am 5. Februar 2009 um 19:01 | Permanent-Link

    immerhin bringt die taz diesen OBERBLOcker auf die Titelseite!
    Weiter so!!!!!

  13. Erstellt am 5. Februar 2009 um 19:13 | Permanent-Link

    Die “Betriebsgeheimnisse” der Bahn dürfte es in dem Sinne nicht einmal geben. Denn Eigner der DB ist zufällig jeder Bürger! Das einige Leute auf Kosten der Bürger Kasse machen, dann noch mit Stasi Methoden die veröffentlichung verhindern wollen ist ausgesprochen uncool, aber Bundes- und Landesregierungs Alltag. Wer sich gegen solche Systemversager stellt ist wenigstens kein Jasager Michel!

  14. Hermann Wesseling
    Erstellt am 5. Februar 2009 um 19:22 | Permanent-Link

    Einer der Kommentatoren schreibt, es wäre einmal an der Zeit für Mehdorn, “Größe” zu zeigen. Geht leider nicht: Mehdorn ist ein kurzer Mann und nicht besonders attraktiv. Solche Männer können immer nur beißen. Da hilft nur eins – ein Maulkorb, bzw. in die Wüste schicken. Am besten gleich zusammen mit Tiefensee, der ist genauso überflüssig.

  15. Erstellt am 5. Februar 2009 um 19:53 | Permanent-Link

    Hallo Markus!

    Wie es aussieht, darf Herr Mehdorn gleich da weiter machen ,wo er aufehört hat. Bis zur Bundestagswahl 2009 am 27.09. Da hat er viel Zeit über seine Mitarbeiter noch mehr in Erfahrung zubringen! Tolle Nummer! Scheiß Parteienprorporz!Da zählt das Mitarbeiterchen, das böse gesreente garnichts!!!!

    Herliche Grüße aus Potsdam!

    Martina

    http://www.martinawilczynskimeinung.blog.de

  16. Erstellt am 6. Februar 2009 um 01:46 | Permanent-Link

    Es ist schon gut, das Meinungen nicht einfach durch rechtliche Institutionen Tod geschwiegen werden können.
    Der Mann ist über sein Ziel hinausgeschossen und gehört demzufolge auch abgeschossen.
    Gruß aus dem Norden von
    Thomas

  17. Patrick
    Erstellt am 6. Februar 2009 um 09:55 | Permanent-Link

    Also langsam finde ich den Trubel sehr übertrieben.
    Es war ungeschickt von der Rechtsabteilung der Bahn.
    Alles was da jetzt noch (pathetisch) hineininterpretiert wird, geht am Thema vorbei.
    Medien mussten sich immer schon juristische Auseinandersetzungen liefern, das ist Teil des Systems (und dabei waren sie oft nicht im Recht).

  18. Erstellt am 7. Februar 2009 um 17:53 | Permanent-Link

    Mehdorn ist einer jener skruellosen Manager, die glauben, sich um des Profits willen alles leisten zu können. Wohin das bei den Banken führte, können wir derzeit sehen und werden es wohl auch zu spüren bekommen. In der “Realwirtschaft” gibt es aber ganz ähnliche Leute. Es wird Zeit, dass man auch sie aufs Abstellgleis schiebt. Mehr:

    http://www.blogsgesang.de/2009/02/07/mit-mehdorn-ist-die-krise-bei-den-managern/

9 Trackbacks

  1. [...] Anfrage an den Berliner Datenschutzbeauftragten (deswegen): [...]

  2. [...] durch die Bahn-Abmahnung inzwischen noch bekannter gewordene Netzpolitik.org Blogger Markus Beckedahl hat laut seinem Tweet auch einen “Plan [...]

  3. [...] für dieses Titelbild ist die Abmahnung von netzpolitik.org durch die Bahn, die meiner Meinung nach mehr als [...]

  4. Von Deutsche Bahn AG gibt auf! : netzpolitik.org am 6. Februar 2009 um 15:39

    [...] Dienstag, 03.02.09: Die Welle nach der Abmahnung (Mit Pressespiegel). Donnerstag, 05.02.09: Taz-Titelseite: Blogwart Mehdorn. Freitag, 06.02.09: Der Text: Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung Freitag, 06.02.09: Die [...]

  5. [...] an deren Spitze auch die Massenmedien aufsprangen und die Geschichte sogar als Titelstory brachten. Heut, drei Tage nach der Abmahnung, gibt die Bahn auf und verzichtet auf weitere [...]

  6. Von emplify am 7. Februar 2009 um 16:33

    Links – 07.02.2009…

    Hohes Backlog heute. Da sollte einiges zusammenkommen. Die Innenstadt ist ja Sperrbezirk heute (wobei in Davos ja auch schon das Festnehmen geübt worden ist, ich wetter aber, dass München an der Anzahl der Festnahmen besser sein kann, wenn es will)…

  7. [...] Medien schaffen. Als Beispiele könnte man die Abmahnung der Deutschen Bahn gegen Netzpolitik.org (Artikel auf Netzpolitik) oder die angedrohte Abmahnung der Agentur KemperTrautmann gegen DubistTerrorist.de nennen (Bericht [...]

  8. Von Putting the "KO" in JAKO | Cluetrain PR am 1. September 2009 um 22:46

    [...] JAKO ist unbestritten der Verlierer des Tages auf Twitter und in den Blogs. Ob die Geschichte den Sprung aus dem vormedialen Raum in die Massenmedien schafft, ist ungewiss. Präzedenzfälle dafür gibt es jedoch genügend. So wurde im Februar dieses Jahres aus dem getwitterten Hilfeersuch von Markus Beckedahl wegen einer Abmahnung der Deutschen Bahn die Titelstory der überregionalen Tageszeitung taz. [...]

  9. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 14:06

    [...] Das erzeugt einige Aufmerksamkeit im Netz und ni den Medien bis hin zur TAZ-Titelseite: Blogwart Mehdorn. [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.