Fast 2200 Anfragen zur Vorratsdatenspeicherung

Die FDP-Abgeordnete Gisela Piltz hat in einer kleinen Anfrage die Bundesregierung zur Nutzung der Vorratsdatenspeicherung befragt. Herausgekommen ist die Zahl (fast) 2200. Soviel Ermittlungsverfahren wurden von Richtern in Deutschland von Mai bis einschließlich Juli 2008 angeordnet, um Rückgriff auf die Verbindungsdaten von Telefonkunden und Internet-Nutzern zu erhalten.

Tatsächlich und definitiv benutzt wurden die Vorratsdaten dann aber nur in 43 Prozent der Fälle, also in etwa 940 Verfahren. In 29 Prozent der Fälle sei der Rückgriff auf die Daten nicht erforderlich gewesen, bei immerhin einem Viertel der 2186 Verfahren sei dazu keine Angabe möglich.

Dafür, dass viele Provider immer noch keine Vorratsdatenspeicherung betreiben, ist das ganz schön viel. Und die Vorratsdatenspeicherung ist laut dem Bundesverfassungsgericht (momentan zumindest) nur bei schweren Straftaten und beim internationalen Terrorismus zugelassen.

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3 Kommentare

  1. Erstellt am 3. Dezember 2008 um 23:50 | Permanent-Link

    Laut Berliner Zeitung – auf die sich auch der Spiegel bezieht – gelten die zahlen für ZWEI Monate und nicht für drei: “In 2 186 Ermittlungsverfahren haben Richter von Mai bis Juni dieses Jahres den Rückgriff auf die Verbindungsdaten von Telefonkunden und Internetnutzern angeordnet.”

    Interessant, wie viele Schwere Straftaten in der BRD so geahndet werden, oder? 1100 im Monat. Schon krass, wie gefährlich es in unserem Lande zugeht.

  2. Erstellt am 8. Dezember 2008 um 13:15 | Permanent-Link

    hat hier wer den direkten link zur drucksache der antwort zur kleinen anfrage der fdp? die fragen sind online: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/109/1610952.pdf
    aber wo sind die antworten der bundesregierung?

4 Trackbacks

  1. [...] Fast 2200 Anfragen zur Vorratsdatenspeicherung [...]

  2. Von darktiger.org am 4. Dezember 2008 um 23:50

    Schäubles 12.000 Ausnahmen im Jahr…

    Was man nicht so alles aus einem Interview von Wolfgang Schäuble rausholen kann….

  3. Von politik.zweiterklasse.de am 17. Dezember 2008 um 23:57

    Bundestrojaner ist anscheinend durch…

    Bevor das Ergebnis des Vermittlungsausschusses bzgl. der BKA – Novelle fest stand, haben Medienvertreter aus Ihrer Sicht noch mal hart gegen die Gesetzesvorlage geschossen, genutzt hat es aber leider wenig. Ich selbst hatte damals bereits die Ver…

  4. Von Jahresrückblick 2008 : netzpolitik.org am 25. Dezember 2008 um 23:14

    [...] Fast 2200 Anfragen zur Vorratsdatenspeicherung. [...]

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