MALE

  • Dritter Unfall in drei Jahren: Hermes 900 wird zur Crash-Drohne
    Eine Drohne in einem Hangar, von hinten fotografiert.
    Die Hermes 900 beim Schweizer Militär.
    Dritter Unfall in drei Jahren Hermes 900 wird zur Crash-Drohne

    Eine Drohne von Elbit ist auf den Philippinen abgestürzt. In Israel erhielt der Hersteller trotz ähnlicher Vorfälle die weltweit einmalige Erlaubnis zum Flug im zivilen Luftraum. Das plant auch die Schweiz.

    30. Mai 2022 1
  • : Kampfdrohnen: Bundeswehr entscheidet sich angeblich für israelisches Modell „Heron“
    Die von der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzte Drohne in ihrer früheren Version "Heron 1".
    Die von der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzte Drohne in ihrer früheren Version "Heron 1".
    Kampfdrohnen: Bundeswehr entscheidet sich angeblich für israelisches Modell „Heron“

    Laut einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat sich die Bundeswehr nunmehr auf einen Typ ihrer zukünftigen Kampfdrohne festgelegt. Demnach sei geplant, die von Israel Aerospace Industries (IAI) hergestellte „Heron“ in ihrer neuesten Baureihe „TP“ zu beschaffen. Die Meldung geht auf eine Aussage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Tobias Lindner zurück. Lindner ist Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages, vermutlich stammt die Information von dort.

    Drei unbewaffnete Drohnen des Typs „Heron 1“ werden schon jetzt von der Bundeswehr im Einsatzgeschwader Masar‑i Scharif in Afghanistan eingesetzt. Das Verteidigungsministerium hat hierfür einen Leasing-Vertrag mit der Militärsparte des Airbus-Konzerns abgeschlossen. Airbus hat seinerseits vier Drohnen von IAI erworben, von denen eine als Reserve vorgehalten wird. Mindestens drei „Heron“ haben bereits Totalschäden erlitten und mussten ersetzt werden. Die Drohnen werden von Airbus-TechnikerInnen gestartet und gelandet und erst in der Höhe von 1.000 Fuß an PilotInnen der Bundeswehr übergeben.

    „Überbrückungslösung“ von bis zu zehn Jahren

    Die finale Auswahlentscheidung für die neuen bewaffnungsfähigen Drohnen wird vom Generalinspekteur der Bundeswehr getroffen. Hierfür wurden im Verteidigungsministerium „Lösungskonzepte zur Realisierung einer Nachfolgelösung“ erstellt und bewertet. Eigentlich war die endgültige Festlegung auf ein Modell bereits für Ende Dezember angekündigt gewesen. Aus dem Pressebericht geht nicht hervor, ob die nun getroffene Entscheidung lediglich vom Verteidigungsministerium oder bereits vom Generalinspekteur erfolgte.

    Es handelt sich bei der Entscheidung zunächst um eine „Überbrückungslösung“ von bis zu zehn Jahren. Bis dahin plant die Bundesregierung die Entwicklung einer „europäischen Lösung“ für bewaffnungsfähigen Drohnen. Nach mehreren Anläufen haben sich die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens auf eine Vorstudie für eine solche Drohne der MALE-Klasse (Medium Altitude Long Endurance) geeinigt. Der Auftrag für dieses „multilaterale Drohnenprojekt“ ging an die Rüstungsunternehmen Airbus, Dassault Aviation und Alenia Aermacchi. Mittlerweile ist auch Spanien dem Projekt beigetreten.

    Zur Auswahl einer „Überbrückungslösung“ standen lediglich die israelische „Heron TP“ und die US-amerikanische „Predator“, die von der Firma General Atomics hergestellt wird. Zunächst hatte das Verteidigungsministerium den Typ „MQ‑9 Predator B“ geprüft, dem Modell jedoch Schwierigkeiten bei der Zulassung für den deutschen Luftraum attestiert. General Atomics hat deshalb eilig mit der Entwicklung einer Baureihe „Certifiable Predator B“ (CPB) begonnen.

    Das Modell CPB soll 2017 in Serie produziert werden und hat kaum etwas mit der „Predator B“ gemein. Mehrere in den USA gefertigte elektronische Bauteile wurden durch europäische Geräte ersetzt, um dadurch das Zulassungsverfahren zu erleichtern. Hierzu gehört etwa die Funkverbindung, wozu die CPB nunmehr mit einem abhörsicheren und von der NATO zertifizierten Funkgerät der Firma Rohde & Schwarz ausgestattet ist.

    „Gesellschaftliche Debatte“ fiel aus

    Die Entscheidung für die „Heron TP“ könnte politisch motiviert sein. Der israelische Hersteller hat große Schwierigkeiten, seine Drohnen in den boomenden Märkten in arabischen Ländern abzusetzen. Auch hier hat General Atomics mit einem eigens entwickelten Modell „XP“ die Nase vorn.

    Das deutsche Verteidigungsministerium bemängelt seit Jahren die strikten Regelungen der US-Regierung zur Herausgabe wesentlicher Dokumente, die für Zulassungsverfahren der „Predator“ gebraucht würden. Die israelische Regierung sei demnach weitaus freigiebiger. Seit 2011 reisten die Wehrtechnische Dienststelle 61 und das Luftfahrtamt der Bundeswehr für eine „Besprechung zur Zulassbarkeit“ mehrmals nach Israel. An einer „firmeninternen“ Prüfung war auch der Rüstungskonzern Airbus (damals EADS) beteiligt. Airbus fungiert für die israelischen Drohnen als deutscher Contractor.

    Eigentlich hatte die Bundesregierung vor der Beschaffung von Kampfdrohnen eine „gesellschaftliche Debatte“ versprochen. Diese beschränkte sich jedoch auf eine kurze Anhörung im Bundestag. Perspektivisch will die Bundeswehr bis zu 16 bewaffnungsfähige Drohnen kaufen, die dann in Jagel (Schleswig-Holstein) stationiert werden. Ein dortiger Militärflugplatz ist bereits entsprechend umgerüstet worden.

    Entscheidung über Ausrüstung mit „Wirkmitteln“

    Als nächstes wird die Frage der Bewaffnung geprüft. Laut dem Verteidigungsministerium sollen die Drohnen mit „angetriebenen und nicht angetriebenen Luft-Boden-Effektoren“ ausgerüstet werden. Auch Zielbeleuchtungsgeräte sollten montiert werden können. Gemeint sind Systeme, mit denen Ziele per Laser markiert werden um sie dann mit anderen Flugzeugen oder Drohnen zu bombardieren.

    Auch die anvisierte „europäische Drohne“ wird Waffen tragen. Zu den Anforderungen heißt es, die Drohne solle über Aufhängepunkte für „Luft-Boden-Lenkflugkörper und Präzisionsbewaffnung“ verfügen. Die Waffen werden vage als „Effektortypen“ bezeichnet, früher sprach die Bundesregierung auch von „Wirkmitteln“.

    12. Januar 2016 10
  • : Entscheidung zu Kampfdrohnenmodell noch in diesem Jahr – Lenkraketen werden als „Effektoren“ verniedlicht
    Eine militärische "Predator"-Drohne, hier mit Raketen. Einsätze in den USA erfolgten unbewaffnet.
    Eine militärische "Predator"-Drohne, hier mit Raketen. Einsätze in den USA erfolgten unbewaffnet.
    Entscheidung zu Kampfdrohnenmodell noch in diesem Jahr – Lenkraketen werden als „Effektoren“ verniedlicht

    Bereits Ende dieses Jahres könnte das Verteidigungsministerium festgelegen, mit welchem Typ einer bewaffneten Drohne die Bundeswehr für die nächsten Jahre ausgerüstet wird. Dies teilte die Bundesregierung auf Anfrage mit. Demnach ist anvisiert dass der Generalinspekteur der Bundeswehr bis zum 4. Quartal eine Übersicht über entsprechende Vorschläge erhält. Nach seiner Auswahlentscheidung stünde der Beschaffung nichts mehr im Wege.

    Bei der anvisierten Drohne handelt es sich um die sogenannte Überbrückungslösung. Vor drei Wochen hatte die Bundesregierung zusammen mit Frankreich und Italien eine Studie über ein „multilaterales Drohnenprojekt“ beauftragt. Ziel ist die Entwicklung einer bewaffnungsfähigen Drohne der MALE-Klasse (Medium Altitude Long Endurance). Für die Vorstudie warben die Rüstungsunternehmen Airbus, Dassault Aviation und Alenia Aermacchi seit Jahren. Laut der Bundesregierung wollen sich andere Länder in einer späteren Entwicklungsphase ebenfalls an dem Projekt beteiligen.

    Als Termin für die Verfügbarkeit der „europäischen Drohne“ gilt das Jahr 2025. Bis dahin will die Bundeswehr Drohnen anderer Hersteller per Leasingvertrag beschaffen. Nach derzeitigem Stand stehen für die Überbrückungslösung nur zwei Modelle zur Debatte: Die „Predator B“ (auch „Reaper“ genannt) des US-Herstellers General Atomics oder die „Heron TP“ vom israelischen Rüstungskonzern IAI.

    Luftwaffe favorisiert „Predator“

    Soweit bekannt favorisiert die Luftwaffe die „Predator“. Zur Begründung heißt es laut einem hohen General, dass diese weltweit im Einsatz sei und die Bundeswehr im Falle nötiger Reparaturen auf ein weit verzweigtes Service-Netz zurückgreifen könne. Auch die nun vorliegende Antwort beschreibt einen weit fortgeschrittenen Beschaffungsprozess mit General Atomics. Demnach haben etliche Treffen der Luftwaffe und anderen zuständigen Bundeswehr-Dienststellen mit der US-Air Force stattgefunden. Auch die deutsche Botschaft und das Verteidigungsministerium waren beteiligt.

    Die Bundesregierung schreibt nicht, wer für den Leasingvertrag zwischen Bundeswehr und General Atomics verantwortlich wäre. Vermutlich übernimmt dies der Schweizer Rüstungskonzern RUAG. Beide Firmen gingen eine Partnerschaft zur Vermarktung der „Predator“ in Europa ein. Die Beschaffung der ebenfalls in den USA gefertigten Riesendrohne „Euro Hawk“ scheiterte vor zwei Jahren an Fragen der Zulassbarkeit. Damit sich dieses Desaster nicht wiederholt, möchte das Verteidigungsministerium die RUAG zu einer sogenannten Musterprüfleitstelle ernennen. Die Firma begleitet den Prozess der Zulassung dann bis zum Ende. Mit einem Prototyp der „Predator“ würden dann entsprechende Tests vorgenommen. Nach erfolgreicher Musterprüfung durch die Bundeswehr folgt die Serienproduktion. Geplant ist die Beschaffung von bis zu 16 „Predator“.

    Auch mit dem israelischem Verteidigungsministerium führte die Bundeswehr „Abstimmungsgespräche zu Zulassungsaspekten“ der Drohne „Heron“. Der Hersteller hat sich mit Airbus ebenfalls einen europäischen Partner für die etwaige Vermarktung und Zulassung in Deutschland gesucht.

    Hersteller von Raketen wirbt mit „geringen Kollateralschäden“

    Das Angebot von General Atomics enthält auch Angaben über die von Deutschland geforderte Bewaffnungsfähigkeit. Demnach soll die Drohne mit „angetriebenen und nicht angetriebenen Luft-Boden-Effektoren“ behängt werden. Auch Zielbeleuchtungsgeräte sollten montiert werden können. Gemeint sind Systeme, mit denen Ziele per Laser markiert werden um sie dann mit anderen Flugzeugen oder Drohnen zu bombardieren.

    Auch die anvisierte „europäische Drohne“ wird Waffen tragen. Zu den Anforderungen heißt es, die Drohne solle über Aufhängepunkte für „Luft-Boden-Lenkflugkörper und Präzisionsbewaffnung“ verfügen. Die Waffen werden vage als „Effektortypen“ bezeichnet, früher sprach die Bundesregierung auch von „Wirkmitteln“. Würde die „Predator“ mit einer europäischen Rakete bestückt, könnte sich die Bundeswehr für den „Brimstone“ („Zitronenfalter“) der Rüstungsschmiede MBDA entscheiden. Laut dem Hersteller zeichnet sich die Rakete durch einen „geringen Kollateralschäden“ aus. Die Angriffswaffe wurde bereits an „Predator“ getestet.

    https://www.youtube.com/watch?t=70&v=Iw2Jswucfjk

    6. Juni 2015 34
  • : Italienische Militär-Drohnen können jetzt Demonstrationen und Fußballspiele überwachen
    "Predator"-Drohne des US-Heimatschutz (Bild: White House).
    "Predator"-Drohne des US-Heimatschutz (Bild: White House).
    Italienische Militär-Drohnen können jetzt Demonstrationen und Fußballspiele überwachen

    Drei italienische Sicherheitsbehörden haben vergangene Woche ein Abkommen zur Nutzung großer Drohnen des Militärs auch für die innere Sicherheit unterzeichnet. Der Generalstabschef des Militärs sichert zu, Drohnen des Typs „Predator“ („Raubtier“) sowohl der Polizei als auch der Carabinieri zu überlassen. Die Carabinieri unterstehen dem Militär, übernehmen aber Aufgaben der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

    „Predator“-Drohnen des US-Konzerns General Atomics gehören zur MALE-Klasse (Medium Altitude Long Endurance) und können bewaffnet werden. Im Gegensatz zu Großbritannien verfügt das italienische Militär nur über die unbewaffnete Ausführung, jedoch mittlerweile auch in der neueren Version „Reaper“. Die Drohnen mit einer Reichweite von 300 Kilometern sind auf der Luftwaffenbasis Amendola in der Region Apulien, in Sigonella (Sizilien) und dem Flughafen Trapani stationiert. Nach Medienberichten sollen für polizeiliche Zwecke aber die Drohnen aus Amendola zum Einsatz kommen.

    Demnach freut sich die Polizei über die Nutzung der Drohnen, ohne dass damit eigene Kosten verbunden wären. Die „Predator“ könnten nach Einschätzung der JournalistInnen für die Überwachung großer Proteste oder Streiks genutzt werden, für die bislang Hubschrauber eingesetzt werden. Auch Einsätze bei großen Sportereignissen wären denkbar.

    Einsätze bereits bei Gipfeltreffen

    Italiens große Drohnen waren nach eigener Auskunft bereits in Afghanistan, Dschibuti, Irak, Kosovo und Kuwait eingesetzt. Die Militärdrohnen fliegen auch über dem Mittelmeer, um dort die Anstrengungen zur Eindämmung unerwünschter Migration zu unterstützen. Im Herbst vergangenen Jahres hatten Libyen und Italien eine Vereinbarung zur bilateralen militärischen Zusammenarbeit unterzeichnet. Geregelt wird, dass das italienische Militär seine Drohnen bis weit ins Landesinnere fliegen darf, um dort an der Grenze zur Sahara zu patrouillieren.

    Im Bereich der inneren Sicherheit waren die „Predator“-Drohnen bereits zur Kontrolle des Luftraums beim G8-Gipfel in L’Aquila sowie beim italienisch-russischen Gipfel in Bari 2009 in der Luft. Damals war der italienische Zivilschutz mit dem Militär eine Kooperation eingegangen.

    In Europa war der Einsatz von militärischen Drohnen bei „polizeilichen Großlagen“ bis dahin nur vom G8-Gipfel 2003 im französischen Evian sowie der Fussballmeisterschaft Euro08 in der Schweiz bekannt geworden. In Nordamerika waren „Predator“-Drohnen 2010 zu den Olympischen Spielen und dem G8-Treffen in Kanada ins Sicherheitskonzept eingebunden. Das US-Heimatschutzministerium verfügt mittlerweile über eigene „Predator“, die nach einem Zeitungsbericht zuallererst gegen Viehdiebstahl in die Luft stiegen.

    Gebrauchtmarkt für ausrangierte Militärdrohnen

    Dass zivile Sicherheitsbehörden weltweit mittlerweile nach größeren Drohnen schielen, ist bekannt. Auch die australische Polizei zieht die Beschaffung ausrangierter Militärdrohnen in Betracht. Der Polizeiminister Jack Dempsey freute sich vergangenes Jahr über den Rückzug von Militärs westlicher Länder aus Afghanistan oder dem Irak, denn dadurch würden die großen Drohnen bald zu niedrigen Preisen auf den Markt geworfen. Hier müsse die Polizei zugreifen.

    Dempsey begründete seinen Vorschlag mit finanziellen Vorteilen. Verglichen mit der Überwachung aus Hubschraubern oder Flugzeugen ließen sich demnach enorme Kosten einsparen. Zunächst sollten die Drohnen für den G20-Gipfel eingesetzt werden, dann stünden sie für den polizeilichen „Anti-Terror-Kampf“ zur Verfügung. Auch zur Überwachung des Verkehrs und zur Drogenbekämpfung seien sie nach Angaben eines Polizeisprechers zu gebrauchen. Im Gespräch war sogar die Spionage gegen Rockergruppen aus der Luft.

    Auch die Bundesregierung plant die Beschaffung von bis zu 16 Drohnen der MALE-Klasse für das Militär. So wie es aussieht setzen sich gerade die „Predator“-Drohnen von General Atomics durch. Einsätze militärischer Drohnen im Innern wären auch in Deutschland möglich.

    1. Dezember 2014 12
  • : Meilenstein für europäische Tarnkappen-Drohne könnte hohe Investitionen auch in Deutschland nach sich ziehen
    BAE Sytems bringt Erfahrungen seiner Tarnkappen-Drohne "Taranis" in ein neues Drohnen-Projekt mit Frankreich ein.
    BAE Sytems bringt Erfahrungen seiner Tarnkappen-Drohne "Taranis" in ein neues Drohnen-Projekt mit Frankreich ein.
    Meilenstein für europäische Tarnkappen-Drohne könnte hohe Investitionen auch in Deutschland nach sich ziehen

    Großbritannien und Frankreich sind dem Ziel zur gemeinsamen Entwicklung einer Kampfdrohne ein weiteres Stück näher gekommen. Die Regierungen haben nach Medienberichten vergangenen Mittwoch vereinbart, rund 150 Millionen für eine Vorstudie auszugeben. Weitere 100 Millionen Euro sollen später folgen. Eine entsprechende Absicht war bereits bei einer Luftfahrtschau in Großbritannien bekannt geworden. Beauftragt sind die beiden Rüstungsunternehmen BAE Systems und Dassault Aviation, die zu den Marktführern beider Länder gehören.

    Bei dem Projekt handelt es sich nicht um eine Kampfdrohne der MALE-Klasse, wie sie etwa die Bundesregierung bestellen will, sondern um ein „Unmanned Combat Aerial System“ (UCAS). Die futuristisch anmutenden Drohnen werden als sogenannte Nurflügler konzipiert. Sie erreichen große Höhen und hohe Geschwindigkeiten und verfügen über Tarnkappen-Eigenschaften. Während andere Drohnen noch von Bodenstationen gesteuert werden, sollen die UCAS über eine größtmögliche Autonomie verfügen.

    Geplant ist, ab 2030 mit der Serienfertigung zu beginnen. Bei der jetzigen Vergabe handelt es sich um eine Machbarkeitsstudie. Derartige Verträge geben den begünstigten Konzernen eine gewisse Sicherheit für eigene Investitionen. Die eigentliche Entwicklung wird gewöhnlich erst begonnen, wenn Bestellungen für ein Serienprodukt vorliegen. Die jetzt beschlossene Studie soll benötigte Schlüsseltechnologien identifizieren. Hierfür nehmen weitere Firmen, darunter auch Rolls-Royce und Safran teil. Beide arbeiten an Antrieben. Auch die italienische Firma Selex und Thales aus Frankreich übernehmen Aufträge, etwa zu Elektronik und benötigten Sensoren.

    BAE Systems hat mit SELEX bereits an einem UCAS namens „Taranis“ gearbeitet, ein ähnliches Projekt von Dassault firmiert unter „nEUROn“. Beide Firmen hatten bereits an dem gemeinsamen Drohnen-Projekt „Telemos“ gearbeitet, dessen Fortführung nun offensichtlich angestrebt ist. Perspektivisch wollen auch die Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine gemeinsame Tarnkappen-Kampfrohne entwickeln. Dem Projekt „Telemos“ werden hierfür gute Chancen nachgesagt.

    Die britisch-französische Entscheidung dürfte zu weiteren Investitionen in ein deutsches Drohnenprojekt bedeuten: Seit Jahren versucht EADS Cassidian (jetzt Airbus Group), die Bundesregierung zur Förderung seines Projekts „SAGITTA – Open Innovation“ zu überreden. „SAGITTA“ ist ebenfalls als „Nurflügelkonzept“ ausgelegt, der Erstflug eines Demonstrators war für Mitte dieses Jahres angekündigt gewesen. Es handelt sich dabei nicht um einen Prototyp, sondern um ein flugfähiges Modell im Maßstab 1:4.

    Auch das Bundesministerium der Verteidigung ist an Forschungen zu „SAGITTA“ beteiligt, die Universität der Bundeswehr München übernimmt Forschungen zur Untersuchung von „neuartigen Flugführungs- und Missionsmanagementkonzepten“ sowie einer „Schnittstelle Mensch/Maschine in der Bodenkontrollstation zur intelligenten Führung“. Weitere Partner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Oberpfaffenhofen und Braunschweig, die Technische Hochschule Ingolstadt sowie die Technische Universität Chemnitz.

    10. November 2014