Identitätsmanagement

  • LiveRamp: Datenfirma unterhält „privates Bevölkerungsregister“
    Menschen stehen winkend auf einem Balkon in der New Yorker Börse
    Vertreter:innen von LiveRamp in der New Yorker Börse.
    LiveRamp Datenfirma unterhält „privates Bevölkerungsregister“

    LiveRamp ist Verknüpfungsdienstleister für personalisierte Werbung. Dafür habe das Unternehmen eine Art Bevölkerungsregister angelegt, in dem Einzelpersonen und Haushalten eine Identifikationsnummer zugeordnet wird, sagt eine Studie. Das könnte gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoßen.

    1. März 2024 5
  • : USA plant Internetperso
    USA plant Internetperso

    Die US-Regierung plant wohl auch eine Art Personalausweis/Signaturkarte fürs Internet, damit jeder eindeutig identifizierbar wird. Eine „National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace“ soll in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet werden, CBSNews berichtete über eine Diskussion, wo der Cybersecurity-Koordinator des Weißen Hauses, Howard Schmidt , mehr Details zu den Plänen erzählt hat: Obama Eyeing Internet ID for Americans. Das ganze soll natürlich einem besseren Schutz der Privatsphäre und IT-Sicherheit dienen, in Neusprech heißt das dann:

    „We are not talking about a national ID card,“ Locke said at the Stanford event. „We are not talking about a government-controlled system. What we are talking about is enhancing online security and privacy and reducing and perhaps even eliminating the need to memorize a dozen passwords, through creation and use of more trusted digital identities.“

    Aber alles wird gut: „Es gibt keine Chance, dass daraus eine zentralisierte Datenbank entsteht“, so Schmidt, denn schließlich sollen die Identitäten von Unternehmen verwaltet werden.

    10. Januar 2011 19
  • : Indonesien: 36 Millionen Studentendaten online?
    Indonesien: 36 Millionen Studentendaten online?

    Die Größenordnungen ändern sich, das Prinzip bleibt das gleiche: aus Dummheit werden Millionen von persönlichen Datensätzen öffentlich. Das gilt im Westen wie in Südostasien, diesmal sind es 36 Millionen Studentendaten, die das Bildungsministerium online bereithält. Treespotter hat Details:

    Indonesian Ministry of Education put up a database of students online – public, private and religious schools, including at least some international and expat schools. It’s a work in progress designed to capture all of 36 million students nationwide, searchable by region and attaches the excel files containing the student details – names, date and place of birth and addresses. I’m not sure how many students are presently included – there are hundreds, if not thousands of XLS files, some of them a few thousands names. My estimate is there are some 1 million names at this point. …

    Interestingly enough, some students included in the database that I spoke to didn’t seem to mind. Maybe it’s a sign of a whole new generation of digital native – somewhat with less pressing concerns and expectation for privacy. Students can search names of their classmates (or the hot chick from the other class) and get their address, it’s probably a useful tool for some. I tend to think that they are most likely not fully aware of the consequences. …

    There’s no specific law dealing with privacy and access to public records of individuals in Indonesia, indeed, I’m not sure if school admission records are considered public records at all, most certainly not for private schools. The recently passed ITE Law opens the possibility of civil suits – Article 26 states that electronic publication of private data must be done with individual consent, but explicitly requires a proof of damage and Indonesian courts don’t recognize punitive damages. There might be some laws on protection of children or probably regulations on public records, but I’m not aware of any that specifically deals with this sort of issue.

    In Newsgroups wurde schon angemerkt, dass das eine perfide Strategie der Regierung sei, das Wertesystem nur ja nicht zu amerikanisieren, indem eben persönliche Daten nicht zum Fetisch sondern öffentlich gemacht werden. Kulturell mag da schwach etwas dran sein – und unser Verständnis dafür ebenso schwach. Wahrscheinlicher aber geht mit der Veröffentlichung, so sie freiwillig erfolgt ist, dieses Verständnis komplett verloren.

    Update, grad noch gesehen: Bei Cnet Asia ist die Nachricht auch aufgeschlagen – und von einer Maskierung einiger Details gesprochen. Aber sie merken korrekt an, dass man jetzt die Kontrolle über die Daten schon verloren hat…

    [via infosecnews.org]

    16. Oktober 2008 5
  • : Video-Interview zu Sicherheit, Identität und Datenschutz
    Video-Interview zu Sicherheit, Identität und Datenschutz

    Mir ging es wie Markus: Vor einem Jahr habe ich für Zeit-Online zum Thema Sicherheit, Identitätsmanagement und Datenschutz ein Videointerview gegeben. Das Ergebnis ist jetzt – von einer Stunde auf fünf Minuten zusammengeschnitten – online. Leider immer noch nicht zum einbinden. Zufällig ist es sogar recht aktuell, weil das Bundeskabinett ja gerade den Ausweis für das Netz beschlossen hat.

    Das Video ist Teil einer Interview-Serie zu verschiedenen Aspekten von Datenschutz und Identität im Netz, in der neben Markus und mir auch noch Mercedes Bunz, Seda Gürses und Felix Petersen zu Wort kommen.

    Zum Thema Identitätsmanagement und den Gefahren von Netz-Ausweissystemen hat der Spiegel übrigens gerade einen recht guten Artikel veröffentlicht.

    29. Juli 2008 1
  • : Persönlichkeitsrechte und Identitätsmanagement – und ein BarCamp dazu
    Persönlichkeitsrechte und Identitätsmanagement – und ein BarCamp dazu

    Aus der Reihe „Fundstücke aus ganz verschiedenen Ecken, die gut zusammen passen und komischerweise gleichzeitig in meinem Newsfeed auftauchen“: Joseph A. Cannataci geht im Editorial der neuen Ausgabe von SCRIPT-ed – A Journal of Law, Technology & Society sehr lesenswert auf die Geschichte der Persönlichkeitsrechte ein. Als erstes zitiert er einen Aufsatz von D.W. Robertson von 1980:

    First of all, the modern concept of „personality“ was completely unknown in the sixteenth century. The Greeks had no such concept, and no word for it; in scholastic Latin, personalitas, a word unknown in Classical Latin, meant simply the quality of being a man as distinct from being an animal. During the eighteenth century the word „personality“ came to mean the sum of the characteristics of an individual, and in the nineteenth century it became a reified abstraction with depths, force, and, eventually, the host of problems, difficulties, and aberrations, which you, who have these little things somewhere inside you, now know very well.

    Sein Fazit: Das Recht am Schutz der eigenen Persönlichkeit, vor allem in Form von Datenschutz, wurde und wird stark von deutscher Rechtsprechung getrieben und weiter entwickelt, aber eine strukturierte internationale Debatte dazu steht noch aus:

    In spite of the considerable lead it has taken in such matters in Europe, Germany’s thrust on ius personalitatis is still very much work-in-progress…while the entire subject of Lex Personalitatis cries out for a structured and purposeful debate at the highest levels across Europe. Had this happened earlier perhaps we would not have ended up with two different sections, one on private life and the other on data protection, in the Charter on Fundamental Rights but possibly a more carefully thought-out over-arching, pan-European principle of ius personalitatis. As things stand, some countries are developing and embracing Lex Personalitatis while others profess to go for “fair information practices” but implicitly or explicitly reject the notion that ius personalitatis exists in their law. The extent to which technology and concerns about technology will drive change in either direction remains to be seen.

    Der Stern hat gleichzeitig etwas konkreter die aktuelle Debatte zum Lex Personalitatis zusammengefasst, indem er das Identitätsmanagement in sozialen Netzwerken und die damit verbundenen Probleme für Datenschutz, Identitätsdiebstahl und Social Engineering illustriert. Er zitiert ausführlich Marit Hansen und Jan Schallaböck vom Landesdatenschutzzentrum in Kiel, die an dem EU-Projekt „Primelife“ beteiligt sind. Jan Schallaböck gibt als Tipps:

    – Jeder muss sich klar darüber werden, welche Daten er preisgibt. Das gilt besonders für Hinweise auf den Klarnamen. Verschiedene Pseudonyme für verschiedene Webangebote bieten zumindest etwas Schutz. Aber jeder sollte sich bewusst sein, dass ein Nickname der realen Identität umso leichter zugeordnet werden kann, je mehr Informationen man über sich veröffentlicht.

    - Man sollte sich genau anschauen, was mit den Daten passiert, wie sie vom Betreiber des Angebots genutzt werden können.

    - Man muss sich auch bewusst sein, wie man mit den Informationen anderer Leute umgeht. Ein Beispiel: In vielen Communitys gibt es die Möglichkeit, Bilder von anderen mit Begriffen zu versehen, zu „taggen“. Dadurch werden diese Bilder plötzlich aussagefähiger. Man trifft Aussagen über andere Personen. Hier gilt es, Respekt zu zeigen. Nur weil jemand ein Bild veröffentlicht hat, heißt das nicht, dass er im Zusammenhang mit bestimmten Begriffen in einer Suchmaschine auftauchen möchte.

    Die Datenschützer sehen auch die Betreiber der Angebote in der Pflicht. Schallaböck wünscht sich eine „feinere Justierung der Rechtevergabe“. Die Nutzer sollen viel genauer als bisher festlegen können, wer auf welche Informationen zugreifen und was er damit anfangen darf. Die Standardeinstellungen sollten sehr restriktiv sein, fordert der Jurist. Ein weiterer wichtiger Punkt: „Jeder sollte wissen, wer auf die eigenen Daten zugegriffen hat“, sagt Schallaböck. Bei der Business-Community Xing zum Beispiel ist diese Information nur zahlenden Nutzern zugänglich.

    Diese Verbindung von Datenschutz und Identitätsmanagement im Web 2.0 (und noch anderes mehr zu diesem Themenbereich) werden wir demnächst auf dem IdentityCamp diskutieren, das am 7. und 8. Juni in der Hochschule für Künste in Bremen stattfinden wird. Das Interesse von Teilnehmern und Sponsoren ist recht groß bisher, ganz langsam werden jetzt auch die Plätze knapp. Wenn ihr euch anmeldet, denkt bitte dran, bei der Gelegenheit einen eigenen Beitrag einzutragen – entsprechend den Regeln des BarCamp. Und ja, abends gibt es Fußball-EM auf dem Beamer, keine Sorge.

    16. April 2008 1