Entschlüsselungs-Zwang

  • Wochenrückblick KW 14: Im April ist nicht nur das Wetter durchwachsen
    Viele wissen, ob sie eher Hunde- oder Katzenmensch sind. Bei anderen Fragen sind die Antworten oft nicht so klar.
    Wochenrückblick KW 14 Im April ist nicht nur das Wetter durchwachsen

    Vieles hat zwei Seiten: Bei Twitter kann Hassrede und Hetze gesperrt werden, manche wollen durch Sperren aber auch freie Meinungsäußerung unterdrücken. Außerdem geht es im Wochenrückblick um versehentlich einsehbare Gesundheitsdaten und Googles Tracking-Praktiken.

    9. April 2021 1
  • : Niederlande: Neues Cybercrime-Gesetz fordert Staatstrojaner und Zwang zum Entschlüsseln
    Niederlande: Neues Cybercrime-Gesetz fordert Staatstrojaner und Zwang zum Entschlüsseln

    In den Niederlanden sollen Verdächtige zukünftig gezwungen werden können, Passwörter von Computern und verschlüsselten Daten herauszugeben. Das schlägt ein neues Cybercrime-Gesetz vor, das heute veröffentlicht wurde. Zudem soll die Polizei in Rechner auf der ganzen Welt eindringen können – und dort Daten manipulieren und sogar löschen.

    2. Mai 2013 10
  • : Überwachung in Australien: Regierung fordert Vorratsdatenspeicherung und Zwang zum Entschlüsseln
    Überwachung in Australien: Regierung fordert Vorratsdatenspeicherung und Zwang zum Entschlüsseln

    Die Regierung in Australien will eine zweijährige Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten. Das fordert das Justizministerium in einem Diskussionspapier. Zudem soll es eine Straftat werden, die Entschlüsselung von Kommunikation zu verweigern.

    Am Montag hat die Attorney-General (in etwa Justizministerin) Nicola Roxon ein Diskussionspapier zur Überwachung der Zukunft vorgelegt: Equipping Australia against emerging and evolving threats. Darin ist die Rede von allerlei Gefahren, vor allem durch die neuen Technologien und das Internet. Seit dem 11. September 2001 hat man ja auch bereits vier Terroranschläge verhindert, deswegen braucht man ein neues Überwachungspaket.

    Darin sind allerlei Wünsche der Sicherheitsbehörden. Auf Seite 13 heißt es:

    Expanding the basis of interception activities

    • Establishing an offence for failure to assist in the decryption of communications
    • Instituting industry response timelines
    • Applying tailored data retention periods for up to 2 years for parts of a data set, with specific timeframes taking into account agency priorities and privacy

    Auf Deutsch: man will eine zweijährige Vorratsdatenspeicherung.

    Und die Verweigerung, eine Kommunikation zu entschlüsseln, soll eine Straftat werden. Wobei nicht ganz klar wird, ob das für Endanwender oder für Provider gelten soll.

    Das ganze Papier wimmelt von Überwachungsphantasien. Auf Seite 21 trauert man den guten alten Zeiten nach, als es reichte, einen „bequemen“ Punkt im Netz anzuzapfen, um jemand überwachen zu können. Im Internet-Zeitalter sei das viel schwieriger:

    In addition, whereas telecommunications services were once provided by a single carrier, in many cases now each communication event typically involves a number of service providers. In a single communications session, a person may access many application services such as a Google search engine portal, a webmail account, a Facebook account, and an online storage repository. Each of these services is provided by a different service provider under separate subscriber accounts and with different unique subscriber ‘identities’. In general, the ISP and the access service providers have no knowledge of the application services passing over their infrastructure. Further, many application service providers operate from offshore making the provision of assistance to Australian agencies challenging.

    Die Wunschliste der Regierung kann bis zum 6. August kommentiert werden. Eine Mail an pjcis@aph.gov.au reicht.

    The Age und heise online haben auch was.

    13. Juli 2012 23