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Netzneutralitätsdebatte ist in Deutschland leider nur Randphänomen: Wie schade, wie gefährlich

Johannes Boie kommentiert bei Süddeutsche.de: Investitionen statt Überholspur. Wollen wir ein Internet, in dem Provider wie die Telekom festlegen, welche Daten wie schnell beim Kunden ankommen? Die Firmen könnten dann nicht nur von den Nutzern Geld verlangen, sondern auch – für zuverlässige und schnelle Lieferung – von jenen Firmen, die Daten durchs Internet zu eben…

  • Markus Beckedahl

Johannes Boie kommentiert bei Süddeutsche.de: Investitionen statt Überholspur.

Wollen wir ein Internet, in dem Provider wie die Telekom festlegen, welche Daten wie schnell beim Kunden ankommen? Die Firmen könnten dann nicht nur von den Nutzern Geld verlangen, sondern auch – für zuverlässige und schnelle Lieferung – von jenen Firmen, die Daten durchs Internet zu eben diesen Nutzern schicken. Das wäre das Ende der Netzneutralität. Wird sie hingegen gestärkt, müssen die Telekommunikationsfirmen alle Daten gleich schnell befördern. In den USA kümmert sich um dieses Thema Präsident Obama. Die Debatte wird auf den Titelseiten der Nachrichtenportale geführt. In Deutschland ist der Streit eher ein Randphänomen für Nerds, Netzaktivisten und Netzpolitiker oder solche, die sich für welche halten. Wie schade, wie gefährlich.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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4 Kommentare zu „Netzneutralitätsdebatte ist in Deutschland leider nur Randphänomen: Wie schade, wie gefährlich“


  1. Philip Engstrand

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    Eine breitere Diskussion würde das Problem: „Wer zahlts?“, ja auch nicht schneller lösen.


  2. Peter Halweg

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    Da bin ich ja mal froh, das niemand Mercedes verboten hat, teure und schnelle Autos zu bauen. Ich glaube es gäbe heute noch kein Airbag.
    Ich wäre heilfroh, wenn es mehr Anreize für schnellere Leitungen gäbe, die Gratis-Internetmentalität ist doch schuld, dass ich immer noch ne 2000er Leitung habe während andere für den Preis das 50fache kriegen. Ist das etwa Netzneutralität? Und wenn jemand mit seinem 100% Internet-Fernsehen am gleichen Kabel hängt wie ich, nimmt er mir durch den Videokonsum auch noch die Rest-Bandbreite weg.
    Andere wiederum können für ihre Anwendungen Internet gar nicht nutzen, weil es keine „Vorfahrt“ gibt und damit auch keine Echtzeitfunktionalität.
    Also: das Thema Netzneutralität wird tatsächlich überbewertet, zu emotional und vor allem in die falsche Richtung diskutiert.
    Halweg


    1. Hans Meier

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      Du hast es nicht verstanden fürchte ich.
      Wir haben Airbags weil der Gesetzgeber es vorschreibt. Und so wird nicht nur das Leben von wohlhabenden Zahlungsfähigen Kunden gerettet sondern auch das des Kleinwagenfahrers.
      Und so bekommen wir auch Netzneutralität und nicht durch den „freien Markt“.


      1. Peter Halweg

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        zur Info: Der Airbag wurde von Mercedes erfunden, und zwar deshalb, weil wir einen diversifizierten Automarkt haben, der es Premium-Anbietern attraktiv macht, zukunftsorientierte Innovationen zu entwickeln. Das war letztlich auch die Grundlage für die spätere Etablierung des Airbags im Massenmarkt und die noch spätere Vorgabe des Gesetzgebers.

        „Gleiches Internet für alle“ entspricht einfach nicht der Realität. Diese Losung verlagert nur die Vorteile von Nutzern, die dafür bezahlen würden (und vielleicht auch tatsächlich mehr bedarf haben) zu Nutzern, die zufällig an einem dicken DSL-Kabel sitzen.

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