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Google-Löschungen: Datensouveränität statt verordneter Vergesslichkeit

Das EuGH-Urteil zum vermeintlichen „Recht auf Vergessen“ ist ein Glücksfall für Google, denn sie nutzen dieses Urteil geschickt, um Stimmung gegen die EU-Datenschutzreform zu machen und diese weiterhin zu blockieren oder sie in ihrem Sinn zu verändern. Unsere Kirsten Fiedler hatte das vorgestern in einem Tweet schön ausgedrückt: https://twitter.com/Kirst3nF/status/496325283029737473 Sascha Lobo geht in seiner wöchentlichen…

  • Markus Beckedahl

NC postcardDas EuGH-Urteil zum vermeintlichen „Recht auf Vergessen“ ist ein Glücksfall für Google, denn sie nutzen dieses Urteil geschickt, um Stimmung gegen die EU-Datenschutzreform zu machen und diese weiterhin zu blockieren oder sie in ihrem Sinn zu verändern.

Unsere Kirsten Fiedler hatte das vorgestern in einem Tweet schön ausgedrückt:

https://twitter.com/Kirst3nF/status/496325283029737473

Sascha Lobo geht in seiner wöchentlichen Spiegel-Online-Kolumne darauf ein und erklärt nochmal anschaulich, warum es eigentlich um was ganz anderes geht: Google-Löschungen: Datensouveränität statt verordneter Vergesslichkeit.

Das „Recht auf Vergessen“ ist eine untaugliche, juristische Hilfskonstruktion für ein wichtiges Ziel, entstanden aus einem politischen Versäumnis. Die Zukunft braucht stattdessen ein Recht auf Datensouveränität, eine Weiterentwicklung des Datenschutzes in Zeiten der Vollverdatung der Welt. Das bedeutet, dass Einzelpersonen mehr Rechte auf Eingriff in die Speicherung von Daten zu ihrer Person bekommen, unabhängig von den Mechanismen der Auffindbarkeit. Spätestens dann aber wird die Abwägung zwischen Privatinteresse und Öffentlichkeitsinteresse so essenziell, dass sie neuer Instrumente und Prozesse bedarf.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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