Wenn feuchtwarme Luft in kühlere Höhen aufsteigt, bilden sich Gewitterwolken. In Hitzephasen kann es einige Zeit dauern, bis sich die Anspannung entlädt. Zunächst liegt ein Knistern in der schwülen Luft, Windböen kommen auf, erste Blitze zucken. Donnergrollen, dann ein Wolkenbruch. Straßen werden geflutet, Menschen suchen hektisch Zuflucht unter Dachvorsprüngen und in Hauseingängen.
Im vergangenen Quartal gab es etliche solcher Unwetter. Hitzedom, Höllensommer, Wüstentage – die ursächliche Wetterlage hat viele Namen. Gleichzeitig kündigte sich auch im politischen Berlin ein nahendes Gewitter an.
Bereits Anfang Mai veränderte sich der Luftdruck über dem Regierungsviertel spürbar. Nach einem Jahr Schwarz-Rot zogen viele Bilanz: Die Koalition liefere nicht, zanke sich zu viel und verschleppe Reformen. Dunkle Wolken ballten sich über dem Reichstagsgebäude zusammen.
Kurz vor der Sommerpause und parallel zur Herrenfußball-WM donnerte es dann los: Ein Gesetzentwurf jagte den nächsten, im Eiltempo wurden Stellungnahmen von der Zivilgesellschaft verlangt, bevor das Kabinett dann seinerseits Entwürfe an den Bundestag übergab. Auch bei uns ging es mitunter hektisch zu. Der Teufel steckt bei Gesetzentwürfen im Detail. Und es braucht Zeit, um zu verstehen, welche Folgen geplante Maßnahmen haben.
Wir haben deshalb gerade viel auf dem Tisch: Biometrische Videoüberwachung, die Rückkehr der Vorratsdatenspeicherung, Fotofahndung im Netz, Reform der Nachrichtendienste – die Flut an gefährlichen Vorhaben ist schier endlos. Darüber hinaus will die schwarz-rote Koalition auch noch die Informationsfreiheit unterspülen.
So gehen wir nun in die Sommerpause und ins zweite Halbjahr. Doch die Ruhe ist trügerisch. Denn das Kabinett tagt auch in den kommenden Wochen und hinter den Kulissen werkelt die Regierung überfleißig an ihren Reformvorhaben. Es bleibt also drückend heiß und das nächste Gewitter zieht schon auf.
Schwarz-Rot will die Informationsfreiheit beschneiden.
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Die harten Zahlen
Dagegen ist die Wetterlage in unseren Finanzen erfreulich ruhig. Jedoch können unsere Spendeneinnahmen einen Tacken Rückenwind vertragen. Wir liegen zum Ende des ersten Halbjahres mit etwas über 6 Prozent hinter unseren Erwartungen.
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Unsere Spendeneinnahmen
Im zweiten Quartal haben wir 186.900 Euro an Spenden von euch erhalten. Das ist ein gutes Ergebnis und liegt etwas mehr als 4 Prozent über unserem Plan. Weil das erste Halbjahr deutlich unter unseren Erwartungen blieb, schließen wir das erste Halbjahr bei den Spendeneinnahmen dennoch mit einem Minus in Höhe von 27.500 Euro ab.
Unsere Einnahmen
Insgesamt belaufen sich unsere Einnahmen im ersten Quartal auf 193.872 Euro. Die Spendeneinnahmen betragen 96 Prozent der Gesamteinnahmen. Die restlichen 4 Prozent setzen sich aus regelmäßigen Einnahmen und den sonstigen Erlösen zusammen.
Regelmäßige Einnahmen erzielen wir durch Verkäufe im Webshop, der Verwertung unserer Veröffentlichungen im Pressespiegel und dem Zuschuss für den Platz im Rahmen des Freiwilligendienstes. In den sonstigen Erlösen stellen wir die Erstattungen für Ausfallzeiten aufgrund von Krankheit (AAG) und Zinserträge dar.
Unsere Ausgaben
Unsere Haushaltslage hat zugelassen, den Tarifabschluss im TVöD Bund mitzugehen und unser Einheitsgehalt (EG 13, Stufe 1) im Mai um 2,8 Prozent zu erhöhen. Verausgabt haben wir für Personalkosten im zweiten Quartal 225.377 Euro und liegen damit rund 9.500 Euro unter den veranschlagten Kosten laut unserem Stellenplan. Die Einsparung liegt unter anderem am Stellenwechsel in der IT. Dadurch war die Stelle der Systemadministration im April nicht besetzt.
In den Sachkosten haben wir für das zweite Quartal 61.163 Euro und damit rund 25.300 Euro weniger ausgegeben als kalkuliert. Das ist vor allem der monatlichen Kalkulation von Ausgaben geschuldet, die jedoch nicht monatlich, sondern punktuell im Jahr auftreten – wie Beratungs- und Fortbildungskosten.
Insgesamt haben wir im zweiten Quartal 2026 an Personal- und Sachkosten 286.540 Euro verausgabt.
Unser Projekt Reichweite hatten wir in den letzten beiden Quartalsberichten 2025 vorgestellt. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre bis Herbst 2027. Die Finanzierung in Höhe von 200.000 Euro entnehmen wir aus unseren Rücklagen. In 2025 haben wir für das Projekt insgesamt 38.000 Euro vor allem für den Relaunch unserer Website und eine Stelle für die Verbreitung unserer Inhalte in den sozialen Medien ausgegeben. Im ersten Quartal 2026 haben wir lediglich Personalkosten in Höhe von etwas unter 7.600 Euro verausgabt.
Im zweiten Quartal konnten wir den Relaunch unserer Website abschließen und haben die Arbeit an der Installation sowie Konfiguration der neuen Software zur Verwaltung der Spendendaten aufgenommen. Dafür haben wir insgesamt 38.100 Euro aufgewendet. Im Projekttopf verbleiben somit etwas über 116.000 Euro, die bis Ende 2027 vor allem für Personalkosten im Bereich Social Media und Spendenverwaltung verplant sind.
Das vorläufige Ergebnis
Wir schließen das 2. Quartal mit einem Ergebnis in Höhe von ‑91.600 Euro ab. Laut Plan haben wir mit einem Ergebnis von ‑134.400 Euro gerechnet. Ein Minus in den ersten drei Quartalen beunruhigt uns nicht besonders, solange es im Rahmen unserer Erwartungen bleibt. Das gleichen wir nach unseren bisherigen Erfahrungen im vierten Quartal mit der Jahresendkampagne aus.
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Unseren Transparenzbericht mit den Zahlen für das 1. Quartal 2026 findet ihr hier.
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