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Frankreich macht Gesetze gegen Citizen Journalism

Wenn man als „Nicht-Journalist“ in Frankreich die Polizei beim verprügeln von Bürgern sieht, darf man dies nicht filmen. Und auch keine Videos oder Bilder auf Webseiten veröffentlichen. The French Constitutional Council has approved a law that criminalises the filming or broadcasting of acts of violence by people other than professional journalists. The law could lead…

  • Markus Beckedahl

Wenn man als „Nicht-Journalist“ in Frankreich die Polizei beim verprügeln von Bürgern sieht, darf man dies nicht filmen. Und auch keine Videos oder Bilder auf Webseiten veröffentlichen.

The French Constitutional Council has approved a law that criminalises the filming or broadcasting of acts of violence by people other than professional journalists. The law could lead to the imprisonment of eyewitnesses who film acts of police violence, or operators of websites publishing the images, one French civil liberties group warned today.

Wo kämen wir denn auch hin, wenn jeder Bürger einfach die Polizei beim misshandeln von Bürgern filmen würde? Beim britischen PCAdvisor gibt es als Beispiel den Fall von Rodney King, der vor 16 Jahren in Los Angeles verprügelt wurde, was von einem Hobby-Filmer mitgeschnitten wurde. Das würde in Frankreich jetzt Knast bedeuten. Und das veröffentlichen der Filme oder Bilder bis zu fünf Jahren Knast und eine Geldstrafe von bis zu 75.000 Euro.

The government has also proposed a certification system for websites, blog hosters, mobile-phone operators and internet service providers, identifying them as government-approved sources of information if they adhere to certain rules. The journalists’ organisation Reporters Without Borders, which campaigns for a free press, has warned that such a system could lead to excessive self censorship as organisations worried about losing their certification suppress certain stories.

Hat jemand noch andere Quellen dazu?

Update: Einen Tag später findet sich was auf Heise und Telepolis dazu.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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10 Kommentare zu „Frankreich macht Gesetze gegen Citizen Journalism“


  1. Frank

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    Was bitte ist denn ein „Nicht-Journalist“? Wann bin ich „professional“? Ich halte dass für einen Hoax . Wenn nicht, das wär doch mal neue Idee für Herrn Schäuble.


  2. markus

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    Ich verweise lediglich auf eine Quelle. Und ein „Nicht-Journalist“ sind alle ohne Journalistenausweis (so in etwa).


  3. Peter

    ,

    Ich kann leider kein Französisch, aber das könnte eine glaubwürdige Quelle sein: http://www.odebi.org/new2/?p=227

    Und das sieht aus, wie der Gesetzestext: http://www.conseil-constitutionnel.fr/decision/2007/2007553/2007553dc.htm


  4. kobalt

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    Diese Maßnahme der Franzosen mag gegen den gesunden Menschenverstand und jegliches Rechtsempfinden verstoßen, doch das I‑net ist ja nicht auf Frankreich beschränkt und man muß auch keinen französischen Videohoster nehmen.

    Die beschlußfassende Behörde kann die Verbreitung solcher Bilder von Handy zu Handy nicht kontrollieren, sie ist machtlos, wenn ein Franzose mir solche Bilder e‑mailt und ich sie in meinem Blog online stelle, sie ist machtlos, wenn Journalisten ihre nicht-journalistischen Quellen schützen.

    Viel erschreckender als der Abbau der Bürgerrechte und damit der Abbau der Demokratie, ist in meinen Augen die offen zur Schau gestellte Unfähigkeit der Regierungsbehörden und weil diese Unfähigkeit auch in den Bespitzelungsgesetzen in D.land sichtbar ist, sollte der mündige Bürger sich überlegen, was er tun kann, um sich vor unfähigen Staatenlenkern zu schützen.


  5. […] In Deutschland sind die sogenannten Leserreporter oder Bürgerjournalisten den Strafverfolgunsbehörden ein Dorn im Auge, nicht etwa wegen Behinderung sondern wegen dem Dokumentieren und Veröffentlichen von Polizeieinsätzen. Noch lässt sich dieser Trend nicht verbieten, zumindest nicht in Deutschland. Frankreich geht hier ganz andere Wege und stellt das Veröffentlichen von Bildern und Videos von Polizeieinsätzen unter Strafe. […]


  6. Ich bin ueber Macworld draufgestossen.


  7. LOL!

    Viel besser gehts garnicht mehr, die Gewaltbereitschaft der Polizei zuzugeben. Wenn die Polizei niemanden verprügeln würde, könnte man dazu ja kein Filmverbot verfassen. Ich glaub den Franzosen gehts zu gut… Dieses Gesätz käme widerspricht jeglicher Meinungs- und Gewissensfreiheit… Wenn man nicht mal mehr Unrecht aufdecken darf…

    Empörte, dennoch freundliche Grüße
    Matthias


  8. c|net hats nun auch.


  9. […] Frankreich setzt auf fehlerbehaftete Dritt-Welt-Software März 12, 2007 at 4:26 nachmittags | In Kurz und Gut, wunderbare Welt, Linux | Wie das Ubuntu Projekt verlautbaren lässt, hat man sich in Frankreich entschlossen, im Parlament demnächst 1154 Rechner auf Ubuntu zu migireren. Das ist eine Weise Entscheidung, und ich bin froh darüber, dass ich hier darüber schreiben darf. Ob die Franzosen auch darüber in ihren Blogs schreiben dürfen weiß ich nicht, denn wie das in Frankreich mit dem Bloggen und Bürgerjournalismus weitergehen wird, wird die Zukunft zeigen. […]


  10. […] man als “Nicht-Journalist” in Frankreich die Polizei beim verprügeln von Bürgern sieht, darf man dies nicht filmen. Und auch keine Videos oder Bilder auf Webseiten […]

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