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Ab 2008: Fingerabdrücke in RFID-Pässen

Der EU-Ministerrat hat gestern beschlossen, mehr als 400 Millionen Europäer wie Kriminelle zu behandeln. Ab 2008 wird es Pflicht, Fingerabdrücke bei der Beantragung eines neuen Reisepasses abzugeben, schon Mitte 2006 müssen digitale Fotos gemacht werden. Die Daten werden dann zum Auslesen in RFID-Chips gespeichert, bei denen noch ungeklärt ist, wie die sensiblen Daten darauf vor…

  • Markus Beckedahl

Der EU-Ministerrat hat gestern beschlossen, mehr als 400 Millionen Europäer wie Kriminelle zu behandeln. Ab 2008 wird es Pflicht, Fingerabdrücke bei der Beantragung eines neuen Reisepasses abzugeben, schon Mitte 2006 müssen digitale Fotos gemacht werden. Die Daten werden dann zum Auslesen in RFID-Chips gespeichert, bei denen noch ungeklärt ist, wie die sensiblen Daten darauf vor unbefugtem Auslesen geschützt werden. Immerhin werden RFID-Auslesegeräte immer billiger und kleiner und ich möchte eigentlich nicht, dass jemand in der Nähe mir meine biometrischen Daten von meinem Reisepass ausliest. Andererseits könnte es auch sehr lustig sein, mit so einem Auslesegerät vor dem Bundestag zu stehen und zu schauen, wieviele und welche Daten man unbemerkt von Abgeordneten bekommt.

Andreas Dietl, EU Affairs Direktor von European Digital Rights (EDRi), kritisiert die Entscheidung scharf:

It is good to hear that the EU Council of Ministers has heeded the concerns of privacy advocates and let go of its plans to establish a gigantic database of EU citizens’ and residents biometric data. Still, this proposal remains more than problematic. The Governments of the EU Member States are trading their citizens’ fundamental right to privacy in for a promise of security that will not live up to expectations. Biometrics technologies based on face scans, like the one that the EU plans to introduce in a year and a half, still have gigantic failure rates, and the social effects of their introduction have not been discussed at all. The RFID chips that will be embedded on EU passports are insecure; they can be read out by criminals, which will set off a wave of high-tech identity theft.

By blackmailing the European Parliament into passing this proposal without due time for debate, the Council has exploited the democratic deficits of the EU to the extreme. This anti-democratic procedure was worthy of a law that disrespects EU citizen’s privacy.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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