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Merkel TV

Acht Jahre lang war eine Kamera auf dem Dach des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel in der Lage, mittels Schwenk- und Zoomtechnik das Wohnzimmer unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel theoretisch live im Fernsehen zu übertragen. Aber ausser den Wachmännern und einem Bild-Journalisten hat es niemand zu sehen bekommen. Neben all der Schadenfreude in Medien und Blogs…

  • Markus Beckedahl

Acht Jahre lang war eine Kamera auf dem Dach des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel in der Lage, mittels Schwenk- und Zoomtechnik das Wohnzimmer unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel theoretisch live im Fernsehen zu übertragen. Aber ausser den Wachmännern und einem Bild-Journalisten hat es niemand zu sehen bekommen. Neben all der Schadenfreude in Medien und Blogs ist ein Kommentar in der TAZ interessant:Überwachung der Überwacher.

Was aber ist wirklich passiert? Eine Vertreterin jener gesellschaftlichen Gruppe, die allen Bürgerinnen und Bürgern die vollständige Beobachtung mit Überwachungskameras unter allen Umständen schmackhaft machen will, hat den subjektiven Faktor, der damit verbunden ist, höchstpersönlich erfahren. Denn in Momenten beobachtet zu werden, in denen man sich unbeobachtet wähnt, ruft Gefühle des Ausgeliefertseins hervor.

Dies sollten sich die Verfechter der Überwachung merken. Umso mehr, als der objektive Faktor der Videokontrolle, dem zufolge diese mehr Sicherheit biete, bis heute umstritten ist. Dass dennoch daran festgehalten wird, zeigt, dass die Verfechter der Bevölkerung misstrauen. Dass die negativen Seiten der Überwachung nun ausgerechnet die Bundeskanzlerin getroffen haben, ruft neben der Schadenfreude auch die Hoffnung hervor, dass Hardliner etwas daraus lernen.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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2 Kommentare zu „Merkel TV“


  1. Thomas

    ,

    Tja, die Sicherheit :-)

    Was wird nicht alles im Namen der Sicherheit veranlasst.

    Ich bin mittlerweile geneigt das Wort „Sicherheit“ zum Unwort des Jahres zu nominieren.


  2. […] Acht Jahre lang war eine Kamera auf dem Dach des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel in der Lage, mittels Schwenk- und Zoomtechnik das Wohnzimmer unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel theoretisch live im Fernsehen zu übertragen. Aber das Privatfernsehen war mit der Digitalisierung noch nicht soweit. […]

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