"Change the Code"Umweltsünde Bitcoin

Die weltgrößte Kryptowährung braucht für ihren Betrieb gewaltige Strommengen, viele davon aus schmutzigen Quellen. Umweltorganisationen fordern deshalb eine fundamentale Reform von Bitcoin – und zeigen Alternativen auf.

Die Illustration zeigt ein Bitcoin, umrundet von Sternen, die die europäische Flagge symbolisieren sollen. Im Hintergrund sind Kohlekraftwerke.
Krypto-Mining pustet enorme Mengen CO2 in die Luft. CC-BY-NC-SA 4.0 Rahel Lang

Der neueste Bericht des Weltklimarats präsentiert eine düstere Prognose: Die Auswirkungen des Klimawandels treten schneller auf und sind dabei zerstörerischer als erwartet. Der Bericht macht einmal mehr klar, welche verheerende Konsequenzen drohen, sollte das 1,5-Grad-Ziel überschritten werden. Der Weltklimarat richtet einen klaren Appell an die Regierungen, die noch immer nicht genug tun würden, um die Folgen der globalen Erderwärmung einzudämmen.

Im Kampf gegen die Klimakrise rückt Krypto-Mining in den Fokus von Umweltaktivist:innen und Politiker:innen. „Mining“ beschreibt den Vorgang, bei dem Nutzer:innen digitale Coins einer Kryptowährung generieren. Die Kryptowährung Bitcoin ist der größte Stromfresser in der Szene. Das globale Bitcoin-Mining ist für rund zwei Drittel des Energiebedarfs aller Kryptowährungen verantwortlich, schätzen Forscher:innen der Universität Cambridge. Oft stammt der Strom aus dreckigen Energiequellen, etwa aus Erdgas- und Kohlekraftwerken.

Für ihre Berechnungen gibt es viele Unsicherheitsfaktoren – schon allein, weil unklar ist, wo viele der Bitcoin-Mining-Anlagen eigentlich sitzen. Doch nach den Berechnungen der Forscher:innen aus Cambridge könnte Bitcoin unter gewissen Bedingungen mehr Strom verbrauchen als Schweden. Die Kryptowährung könne in den kommenden drei Jahrzehnten alleine genug CO₂-Emissionen erzeugen, um die Erde um zwei Grad wärmer zu machen, warnten Wissenschaftler:innen 2018 im Fachmagazin Nature. Andere Wissenschaftler:innen kritisieren das Design der Studie. Doch auch wenn die Annahmen der Studie umstritten sind, wächst unter Klimaforscher:innen die Sorge, dass stromhungrige Kryptowährungen zum Treiber der Erderwärmung werden.

„Change the Code, not the Climate“

Eine neue Klima-Kampagne von Greenpeace USA und anderen Umweltschutzorganisationen verfolgt das ehrgeizige Ziel, Bitcoin radikal klimafreundlicher zu machen. Mit dem Motto „Change the Code, not the Climate“ plädieren die Aktivist:innen dafür, die Technologie hinter Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu verändern.

Der Proof-of-Work-Algorithmus (PoW) ist das Kernstück vieler dezentraler Digitalwährungen – auch von Bitcoin, die weltweit älteste und populärste Kryptowährung. Dieser Mechanismus frisst am meisten Strom: Bis zu 99,9 Prozent des Energieverbrauchs von Bitcoin-Mining könne man einsparen, wenn anstelle des Proof-of-Work-Algorithmus ein anderes Verfahren genutzt wird, so das Klimaschutzbündnis. „Wir wissen, dass Kryptowährungen nicht viel Energie benötigen, um zu funktionieren.“

Elon Musk
Soll bei Bitcoin-Reform helfen: Elon Musk - Alle Rechte vorbehalten IMAGO / Political-Moments

Die Umweltaktivist:innen appellieren direkt an einflussreiche Figuren der Krypto-Szene, etwa Tesla-Chef Elon Musk und Twitter-Gründer Jack Dorsey, sowie an den Online-Bezahldienst PayPal. Sie sind davon überzeugt, dass von ihnen eine Veränderung ausgehen kann. Die Klimaschützer:innen twitterten: „Wenn nur 50 Schlüsselfiguren – Miner, Börsen und Kernentwickler – zustimmen würden, das Proof-of-Work-Mining neu zu erfinden oder zu einem energiesparenden Protokoll zu wechseln, würde Bitcoin aufhören, den Planeten zu verschmutzen.“

Um zu verstehen, wie umweltfreundlicheres Krypto-Mining aussehen kann, muss man erstmal begreifen, wie der Proof-of-Work-Algorithmus funktioniert und warum er so viel Strom benötigt.

Energieintensiver Proof-of-Work-Mechanismus

Krypto-Fans feiern die Blockchain-Technologie für ihre dezentrale Struktur mit der Transaktionen ohne die Einflussnahme von Regierungen, Geld- oder Finanzinstituten durchführbar sind. Anstelle von wenigen Autoritäten kontrolliert das ganze Netzwerk per Konsens-Verfahren die Transaktionen.

Die Blockchain ist eine Datenbank aus in Blöcken zusammengefassten Transaktionen. Ein neuer Eintrag kann nur am Ende der Kette hinzugefügt werden. Wenn ein Miner einen neuen Coins schürft, überprüfen alle Miner aus dem Netzwerk, ob diese Transaktion legitim ist. Dazu müssen sie ein kryptografisches, mathematisches Problem lösen, das auf den Daten im Block basiert. Alle Rechner im Netzwerk konkurrieren dabei miteinander: Wer das komplexe Problem zuerst gelöst hat, validiert nicht nur die vorherige Transaktion, sondern erhält auch einen neu generierten Coin.

Eben dieser Validierungsprozess, ausgehend von allen Knoten im Netzwerk, wird als Proof-of-Work bezeichnet. Der PoW-Mechanismus soll Betrug und Korruption verhindern, etwa, dass Nutzer:innen Coins doppelt ausgeben. Da der Mechanismus jede Datei mit den im Netzwerk verteilten Dateien abgleicht, erkennt er, wenn eine davon manipuliert sein sollte. Die Bitcoin-Community schwört auf diesen Prozess – doch diese Art des Krypto-Minings kommt nicht ohne Preis.

Die Blockchain wird mit jedem neu validierten Block ein bisschen länger. Damit wächst auch der Speicheraufwand der Kette und die Komplexität der Rechenaufgabe. Die Geräte müssen immer höhere Rechenleistungen erbringen. Nutzer:innen fühlen sich daher häufig gezwungen, immer leistungsstärkere und effizientere Geräte anzuschaffen. Es entstehen ganze Server-Farmen, um im Konkurrenzkampf mit den anderen Miner vorne mithalten zu können. Die Faustregel lautet: je mehr Netzwerk-Rechenleistung, desto höher die Chance, das Rätsel zuerst zu lösen.

Für diese Rechnungen setzten Miner oftmals spezielle Chips ein, die allein für die Lösung der kryptografischen Rätsel entwickelt wurden. Die Geräte rechnen also mit anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreisen, sogenannten ASICs. Jeder ASIC-Miner ist für eine bestimmte digitale Währung konstruiert. Sie sind damit effizienter und weitaus schneller in der Berechnung der Rätsel als normale Computer. So weit, so gut. Allerdings steckt in dieser Anwendung auch ein Haken: Damit sie leistungsstark bleibt, müssen die Chips nach nach Schätzungen des Branchenkenners Alex de Vries spätestens 1,5 Jahren mit neueren, besseren Chips ersetzt werden. Das produziert demnach eine Menge Elektroschrott: etwa acht Kilotonnen jährlich.

Bitcoin verantwortet höheren C02-Ausstoß als Israel

Selbst für Forscher:innen wie jene an der Universität Cambridge ist es schwer, den Stromverbrauch von Bitcoin genau zu berechnen. Miner können ihre Aktivitäten mit VPN und Proxy-Diensten verschleiern. Damit bleibt unklar, in welchem Land sie minen und welche Energiequelle sie benutzen.

Ein Wissenschaftsteam rund um Alex de Vries schätzt den globalen CO2-Fußabdruck des Bitcoin-Netzwerkes für das Jahr 2021. Die Forscher:innen verwenden dazu Emissionsfaktor-Daten aus dem Jahr 2019. Für die Berechnung erheben sie die IP-Adressen der Bitcoin-Miner, schließen damit auf die Standorte der Miner und so auf die Stromquellen, die diese benutzen. 

Die Ergebnisse zeigen, dass im August 2021 das Bitcoin-Mining weltweit rund 65,4 Megatonnen CO2 ausgestoßen haben könnte. Bitcoin produziert damit pro Jahr mehr CO2-Emissionen als der Staat Israel. Der globalen CO2-Ausstoß von Bitcoin haben vor allem Kasachstan, die Vereinigten Staaten und Russland zu verantworten. In Europa werden demnach verhältnismäßig wenig Bitcoins geschürft – auch in Deutschland gibt es vermutlich kaum große Mining-Operationen.

Schaubild des CO2-Ausstoß verursacht vom Bitcoin-Netzwerk nach Land.
Schaubild: Geschätzter CO2-Ausstoß verursacht vom Bitcoin-Netzwerk in 2021. - Alle Rechte vorbehalten Alex de Vries, Ulrich Gallersdoerfer, Lena Klaaßen, Christian Stoll

Europa sei für Krypto-Mining wegen seiner Umweltauflagen unattraktiv, betonte Greenpeace Deutschland gegenüber netzpolitik.org. „Das ist ein Grund dafür, dass das Mining vorwiegend in jenen Ländern außerhalb Europas erfolgt, in denen es günstigere, zumeist fossile Energie und schwache Umweltauflagen gibt.“

Rückgang an erneuerbaren Energien

Nach den Erhebungen des Forschungsteams soll sich der Anteil der erneuerbaren Energien von 2020 bis Mitte 2021 um fast die Hälfte verringert haben. Im August 2021 bestand der Strommix des Bitcoin-Netzwerkes aus lediglich 25,1 Prozent sauberer Energie. Die Wissenschaftler*innen führen den Rückgang erneuerbarer Energie auf das Schürfverbot in China zurück, das die chinesische Zentralbank im September 2021 erlassen hatte.

In China hätten die Miner noch Zugang zu Strom aus Wasserkraftwerken gehabt, so die Forscher:innen. Nachdem China das Krypto-Geschäft verboten hatte, sind viele Miner nach Kasachstan oder in die USA umgezogen. Dort beziehen Krypto-Miner viel Strom aus dreckigen Kohle- oder Erdgaskraftwerken.

In manchen US-Bundestaaten entstehen geballte Krypto-Hotspots – beflügelt vom Umzug chinesischer Miner in die Vereinigten Staaten. In Texas soll das Mining-Geschäft besonders lukrativ sein. Der texanische Gouverneur Greg Abbott setzt sich mit seiner Arbeitsgruppe „Blockchain Matters“ dafür ein, ein Krypto-Paradies für Miner zu schaffen. Auch andere US-Politiker:innen begrüßen das Geschäft mit Kryptowährungen, darunter der Bürgermeister von New York City.

Um den hohen Stromverbrauch der Krypto-Hochburgen  zu decken, nutzen Mining-Unternehmen oft eigene Stromkraftwerke. Diese werden meistens mit fossiler Energie betreiben. Etwa benutzt ein Bitcoin-Mining-Betrieb in New York sein eigenes Gaskraftwerk, um das bestehende Stromnetz nicht zu belasten. In Montana wird aus ähnlichen Gründen ein Kohlekraftwerk neu belebt, das eigentlich bereits im Jahr 2018 geschlossenen werden sollte. Damit ist der Kohlenstoff-Ausstoß in der Gegend erneut in die Höhe gesprungen. Das Forschungsteam stellt die Prognose, dass dieser Trend vorerst anhält und auch in naher Zukunft stillgelegte fossile Kraftwerke reaktiviert werden.

Die Frage nach der Regulierung

Um die steigende CO2-Emissionen zu senken, muss entweder der Energieverbrauch drastisch verringert werden oder massenweise erneuerbare Energie bereitstehen. Noch ist es nicht realistisch, dass saubere Energie den enorm hohen Strombedarf des Krypto-Minings decken kann. „Das Wachstum der fossilen Brennstoffe übersteigt das Wachstum der erneuerbaren Energien im Bitcoin-Mining, und das ist die grundlegende Herausforderung“, sagte Michael Brune gegenüber dem Guardian. Er ist Kampagnenleiter des Sierra Club, der ältesten und größten Naturschutzorganisation der USA.

Das Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministerium sieht das ähnlich. Eine Sprecherin meint gegenüber netzpolitik.org: „Auch wenn Kryptowährungen Ökostrom verwenden, rechtfertigt das nicht den deutlich höheren Energieverbrauch.“ Das Bundesumweltministerium appelliert an die Nutzer:innen genau zu prüfen, welche Kryptowährungen sie nutzen.

Greenpeace Deutschland sieht eine weltweite Regulierung des Minings als unrealistisch an. Ebenso sei es wenig realistisch, dass Krypto-Mining mit einer adäquaten Umweltsteuer belegt werde, so Greenpeace. „Konsequenterweise müssten die Halter von Bitcoins wie andere Nutzer auch eine CO2-Abgabe von aktuell etwa 200 US$ pro Tonne CO2 auf jeden Bitcoin bezahlen.“

Für Aktivist:innen der Change-the-Code-Kampagne ist die Lösung des Umweltproblems klar. Die Kryptowährungen müssen weg von der energieintensiven Technologie. Sie sollen stattdessen den umweltfreundlicheren Proof-of-Stake-Mechanismus (PoS) nutzen, um die Transaktionen zu validieren.

Proof-of-Stake als alternativer Konsensmechanismus

Der PoS-Mechanismus hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem PoW-Algorithmus: Die Knoten im Netzwerk konkurrieren nicht darum, ein komplexes Rätsel zu lösen. Das spart eine Menge Energie. Stattdessen wird den Nutzer:innen pseudo-zufällig die Autorität übertragen, den nächsten Block zu validieren. Wer am Ende den Block validiert, hängt von dem „Stake“ der Personen ab, also deren Einsatz. Teile der Krypto-Community kritisieren, dass beim PoS-Verfahren nicht alle Teilnehmenden gleichermaßen am Konsensmechanismus beteiligt sind.

Die Kryptowährung Ethereum kann bald die Vorreiterrolle für eine auf Proof-of-Stake basierende digitale Währung einnehmen. Ethereum ist die zweitgrößte Kryptowährung und hat lange Zeit ebenfalls per Proof-of-Work-Verfahren Transaktionen validiert. Im Dezember vergangenen Jahres hat Ethereum mit der „Beacon Chain“ erstmals das PoS-Verfahren eingeführt. Diese verläuft bisher unabhängig zum „Ethereum Mainnet“, dem Hauptnetzwerk von Ethereum, das auf dem PoW-Verfahren basiert. Nun bereiten sich die Entwickler:innen von Ethereum auf einen vollständigen Übergang vom PoW zu PoS vor. Sie bezeichnen diesen Übergang als „The Merge“, der nach eigenen Angaben im zweiten Quartal 2022 stattfinden soll.

„Dies wird das Ende von Proof-of-Work für Ethereum bedeuten und die Ära eines nachhaltigeren, umweltfreundlicheren Ethereum einleiten“ schreiben die Entwickler:innen auf ihrer Website. „Der Energieverbrauch von Ethereum wird bald um 99,95 Prozent sinken„. Dann sollen Miner auch keine Server-Farmen mehr benötigen, um neue Coins zu schürfen. Ein leistungsstarker Laptop kann dann ausreichen.

Proof-of-Stake ist nicht die einzige Alternative zur Blockchain-Technologie. Dennoch halten viele Bitcoin-Verfechter:innen am energieintensiven Proof-of-Work fest. Aus ihrer Sicht ist der hohe Stromverbrauch „eine Art Schutz gegen feindliche Attacken“. Sie argumentieren, dass Hacker die gesamte Rechenleistungen aufbringen müssten, um das System zu knacken. Der Stromverbrauch garantiere somit eine hohe Netzwerksicherheit. Hacker finden trotzdem immer wieder Wege, um riesige Mengen an Coins zu stehlen. Bei großen Cyberangriffen liegt der geschätzte Wert der Coins sogar im Milliardenbereich.

Server-Farm
Für Bitcoin-Mining ist viel Rechenpower nötig - Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Taylor Vick

Die Krypto-Industrie liefert eine ganz eigene Lösung für das Umweltproblem. Die Branche hat das Krypto-Klimaabkommen (Crypto Climate Accord) ins Leben gerufen. Die Initiative orientiert sich an den Zielen des Pariser Klimaabkommen und möchte die Blockchain-Industrie dekarbonisieren. Nach den selbst gesetzten Zielen soll die Branche bis zum Jahr 2030 mit erneuerbaren Energien arbeiten und bis 2040 einen Netto-Null-Treibhausgasausstoß erreichen. Das kann bedeuten, dass bereits ausgestoßene CO2-Emissionen wieder aus der Atmosphäre entfernt oder neutralisiert werden. Eine genaue Definition des Begriffs fehlt allerdings.

Bisher haben mehr als 250 Unternehmen und Einzelpersonen das Krypto-Klimaabkommen unterzeichnet. Auf der Webseite der Initiative heißt es ausdrücklich, dass die unterstützenden Organisationen noch nicht dekarbonisiert sein müssen, um sich dem Abkommen anzuschließen. Nicht alle vertrauen den wagemutigen Versprechen der Industrie. Der Wirtschaftswissenschaftler Alex de Vries steht der Initiative kritisch gegenüber. Er sagt zu The Verge: „Manche Dinge kann man einfach nicht reparieren“.

Krypto-Mining auf der europäischen Agenda

Auch innerhalb Europas setzen sich Politiker:innen zunehmend mit Kryptowährungen und ihren Konsequenzen auseinander. Die EU-Kommission meint: „Die Kommission ist sich des negativen Energie- und Umwelteinflusses von Kryptowährungen wie Bitcoin bewusst und prüft Methoden, um diesen zu messen.“

EU-Politiker:innen haben bereits über ein mögliches Verbot von Krypto-Mining diskutiert. Ein Vorstoß aus dem EU-Parlament, „energieintensive“ Methoden des Krypto-Mining zu verbieten, ist erstmal jedoch wieder vom Tisch. Greenpeace sieht ein Mining-Verbot in Europa nicht als wirkungsvoll an. Ein solches hätte in erster Linie eine „symbolische Bedeutung“. Die europäische Diskussion um Krypto-Mining geht weiter.

Update vom 12. April 2022: Im dritten Absatz wurden zusätzliche Angaben zur Studie im Fachmagazin Nature hinzugefügt.

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93 Ergänzungen

  1. Dafür braucht es keine Kampagne… das wird in meinen Augen nicht viel bringen. Zwei Optionen aber gibt es, die man sofort anpacken kann:

    (1) In den Mailing-Listen, in den Repo-Diskussionen etc. eine Änderung anstoßen und den geänderten Bitcoin-Code per Pull-Request einreichen, und die Developer-Community wird dann entscheiden, ob es implementiert wird oder nicht. Falls die Ändernungen angenommen werden, muss das Netzwerk natürlich auch noch auf den neuen Code unschwenken, aber wenn das nicht passiert, ist das auch kein Problem, denn es gibt ja dann beide Forks, und der Markt wird entscheiden.

    (2) Open-Source-Code direkt forken und einen eigenen grünen Bitcoin zusammenbasteln, z.B. mit Proof-of-Stake oder Proof-of-Woke, und der Markt wird sich dann entweder dem neuen grünen Bitcoin zuwenden oder beim alten Bitcoin bleiben.

    Los geht’s. Viel Glück!

  2. Ohne Phrasen zu dreschen und belehrend sein zu wollen ein Paar Ergänzungen. Da die Studentin den Miningmechanismus und das dazugehörige Difficulty adjustment nicht verstanden hat ist sie falscherweise zu dem Schluss gekommen, die Länge der Blockchain für den hohen Energieverbrauch verantwortlich wäre. Das ist nicht richtig. Die Difficulty stellt die Zeit in der ein neuer Block gefunden wird nach der vorhandenen Rechenleistung ein. Ziel ist es im Schnitt alle 10 Minuten einen neuen Block zu finden. Somit hat es by the way Bitcoin geschafft den ersten echten digitalen Zeitstrahl zu erschaffen. Bitcoin verbraucht nur so viel Energie wie es benötigt. Der Energieverbrauch ist die einzige Möglichkeit ein unangreifbares und unpolitisches Geld zu schaffen. Es wird das letzte Geld sein das wir jemals brauchen werden. Bitcoin wird durch den absoluten Supply (von 21 Mio. BTC) die Welt zum Guten verändern. Hat es für mich bereits getan und nicht weil ich dadurch reich geworden bin. Bitte meldet euch wenn ihr Fragen habt und unvoreingenommen diskutieren wollt.
    Alles Gute euch!

    1. Im Prinzip könnte das gesamte Bitcoin-Netzwerk, selbst mit der zukünftigen Marktkapitalisierung von z.B. 10 Billionen USD, mit ein paar Handvoll Mining-ASICs betrieben werden. Das würde den Energieverbrauch enorm reduzieren, aber eben auch die Dezentralisierung & Sicherheit, und dann würde entweder der Markt adieu sagen oder (wahrscheinlicher) das private Mining wieder ordentlich anziehen, was dann wg. des Difficulty-Adjustment sehr rentabel wäre. Insofern: ja, ohne die Energie keine Sicherheit, kein Wert, kein Wohlstand.

    2. „Bitcoin verbraucht nur so viel Energie wie es benötigt.“ Ja, auch das Auto, das hier seit 5 Minuten im Leerlauf vor dem Haus steht, verbraucht nur soviel Energie, wie es benötigt. Und es benötigt viel zu viel und das auch total sinnlos, weil Leerlauf.

      Ich hätte da tatsächlich mal eine Frage, die ich gerne unvoreingenommen mit dir und den anderen Bitcoin-Fans diskuttieren möchte: Seht ihr es nicht als Problem an, das Kryptowährungen perfekt sind, damit die Organisierte Kriminalität und (russische) Oligarchen damit ihre Geldwäsche betreiben können?
      Auch an digitalen Währungen kann Blut kleben.

      1. Dein Vergleich hinkt leider… die wenigsten wissen wie schwierig es ist in einem öffentlichem Kassenbuch (bitcoin) Geld zu waschen. Da gibt es einfachere und sichere Wege ( ¥$€). Dann sollte man auch Fiat Geld verbieten denn deswegen gab es schon sehr viel mehr tote… letztes Beispiel…. Ähm ach ja die 100 Milliarden, die in deutsche Rüstung investiert werden soll. Ich würde die Finger davon lassen wenn ich du wäre

      2. Wieso ersteht keiner von euch,… das Netzwerk nicht den Strom braucht! sondern dass so viele Miner gegeneinander konkurrieren, das der Stromverbrauch steigt.

        Beispiel:
        100 Leute Minen mit einem PC = Bitcoin läuft!
        1.000.000.000.000 PCs Minen = Bitcoin läuft genau so, nur auf unendlich mehr Rechnern das Mining (Der Versuch den nächsten Block von einem anderen zu finden)

        Ist das so schwer zu glauben?

        Das ist das gleiche wie mit der Herstellung von Wasserstoff, ist es Kosteneffizienter Wasserstoff aus Gas zu Produzieren, macht das die Industrie, ist es besser dafür Solar zu nutzen, wird mit Solarenergie Wasserstoff hergestellt.

        Chemieindustrie auf Wasserstoff umstellen? Ja los geht’s!

        Endlose Diskussionen gegen Bitcoin, und das wird Jahre so weiter gehen, bis man versteht, das Bitcoin nur einen zweck hat, ein besseres Geldsystem zu sein, und das ist es! Nur die Menschen sind noch nicht so weit.

        Wer es einmal verstanden hat, versteht es auch weiterhin, das ist eben das tolle an Mathematik, Physik und der Logik eines Kryptografischen Quellcodes den jeder öffentlich einsehen kann.

        1. Die Illusion, gesellschaftliche Themen mit „Mathematik, Physik und Code“ lösen oder auch nur angehen zu können, wäre putzig wenn sie nicht so fatal wäre. Sie ignoriert auch Jahrhunderte an Rechtsgeschichte, ist ja nicht so, dass es da keine Evidenz oder Wissen gäbe.

          Sagt ein theoretischer Physiker mit 30y IT Security & Problem Management.

        2. „Wieso ersteht keiner von euch,… das Netzwerk nicht den Strom braucht! sondern dass so viele Miner gegeneinander konkurrieren, das der Stromverbrauch steigt.“

          Vielleicht, weil es nicht so relevant ist? Das ist Bitcoin. Es kann geändert werden, dann sehen wir, wie es mit dem Stromverbrauch dann aussieht, und mit dem Kurs, und…

      3. alles kann als Waffe oder Lösung missbraucht werden. Es wäre besser, bewusst Verantwortung über seine eigenen Gedanken und Handlungen zu übernehmen. Die Welt ist so wie sie ist und wird sich nicht ändern. Weltfrieden? Für welches Weltbild? Wenn du gegen Rassismus bist, warum so rassistisch? jeder hat die Möglichkeit seinen eigenen Wahnsinn zu überwinden, oder diesen dem großen Wahnsinn der Gesellschaft hinzuzufügen. Wir haben mittlerweile sogar Gesetzte, welche uns vor anderen Gesetzten schützen müssen. solange man uns in der Schule nicht beibringt, aus Geld mehr Geld zu machen, geschweige denn die Steuererklärung auszufüllen, wird sich nicht viel ändern und wir brauchen die Regierung für unsere Wohlfühlzone und dem Gefühl der sicherheit und Ordnung.

    3. Absolut richtig! Das Problem liegt darin das man die Blockchain Technologie erst einmal verstehen sollte. Es gibt nur zwei Dinge die wirklich begrenzt sind. Das eine die eigene Lebenszeit und das zweite ist Bitcoin.

    4. Da ist wohl jemand ins rabbithole gefallen, sehr gut. Geld welches es nicht lohnt zu sparen wird monatlich für konsumschrott ausgegeben und belastet die Umwelt mehr als Bitcoin. Ich kenne Leute mit guten Gehältern die alles verkonsumieren weil sie kein Ziel mehr haben. Auf ein Haus in einer größeren Stadt zu sparen ist utopisch. Ich konnte mir übrigens noch 2009 in Hamburg als Lkw Fahrer ein kleines Doppelhaus leisten. Heute wäre das völlig undenkbar. Deswegen bläst die Mittelschicht ihr Geld raus. Als angenehmen Nebeneffekt hat das ganze dass Geld welches besteuert wurde durch den Konsum nochmals besteuert wird. Das geldsystem würde sofort abgeschafft wenn Leute dahinter steigen würden. Deswegen Hodln

    5. „Der Energieverbrauch ist die einzige Möglichkeit ein unangreifbares und unpolitisches Geld zu schaffen.“

      Bitcoin ist weder unangreifbar noch unpolitisch. Letzteres wird mE sofort aus der ursprünglichen anarcho-liberalen Vision ersichtlich, und heutzutage wird Bitcoin hauptsächlich von Leuten gelobt, die aus Idealismus oder finanziellem Interesse etwas gegen Banken oder Staaten haben. Das ist sowas von nicht unpolitisch!

      Unangreifbar ist Bitcoin auch nicht. Von Angriffen auf einzelne Wallets, die sich Nutzer wegen der schon fast lächerlichen Unbenutzbarkeit des Systems anlegen, bis hin zu Forks durch eine Mehrheit der Miner ist alles nicht nur möglich, sondern kommt tagtäglich vor (n.b. „eine Mehrheit der Miner“ bedeutet aktuell 4 Mining Pools, aber viele reale Angriffe funktionieren sogar mit noch weniger).

      Vor allem aber ist Bitcoin kein Geld. Es war vielleicht irgendwann mal so gedacht, aber es ist keins und wird aufgrund seiner riesigen Schwächen auch nie welches sein. Geld ist etwas, mit dem ich im Alltag bezahlen kann. Bitcoin ist nicht nur um viele Größenordnungen davon entfernt, so etwas jemals bereitstellen zu können, sondern hat auch andere Nachteile, die es für eine Benutzung als Geld völlig ungeeignet machen. Ein Beispiel ist die Tatsache, dass man Transaktionen nie rückgängig machen kann (was von Bitcoin-Fans unverständlicherweise gerne als Feature verkauft wird). Ein anderes ist die im obigen Post positiv dargestellte Begrenztheit. Wer würde denn etwas als Zahlungsmittel verwenden, was ständig im Wert steigt?

      Tatsächlich ist Bitcoin im Moment kein Geld, sondern ein Nullsummen-Glücksspiel mit Informationsasymmetrie: eine Möglichkeit, wenig gebildeten und verwundbaren Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, indem man ihnen Bitcoin als „Investment“ verkauft.

  3. Ich sehe vor allem die Komplexität von Proof of Stake kritisch. Proof of Work ist ein simples Verfahren, das man auch als normaler Informatiker verstehen kann. PoS ist dagegen irgendwie dunkle Magie. Aber schön, dass einige Leute der Meinung sind, sie wüssten, wie es geht. Ein simpler Code Change ist es jedenfalls nicht, es ist ein komplexer Architektur Change.

    1. Und die dunklen Magier im Proof-of-Stake sind jene ultrareichen Stakeholder, denen man vertrauen muss, das eigene Vermögen zu sichern: Die Gründer, die frühen Investoren, die ICO-Futzis, die Blockchain-Oligarchen, Venture Capital – die alte Bagage, die schon immer im Haifischbecken geschwommen ist und im Code und in ihrer Blockchain schalten und walten kann, wie sie will. Wenn etwas in der „Krypto“-Welt ein Pyramidenschema ist, dann ja wohl PoS. Bei Proof-of-Work muss ich niemandem vertrauen, das ist ja gerade das geniale. Und ohne Arbeit & Leistung ist noch nie irgendein nachhaltiger Wert geschaffen worden, geschweige ein finanzieller Wert. Gleiches gilt für „Krypto“, lies: Bitcoin. Ohne Energie geht es also nicht, geht es niemals. Aber sobald irgendein dahergelaufenes Blockchain-Projekt von mir verlangt, mein Kapital zu investieren und es irgendwelchen dunklen Mächten anzuvertrauen, irgendwelchen Stakeholdern zu vertrauen, sorry, da kaufe ich doch lieber Aktien. (Da muss ich nur darauf schauen, was die Zentralbanken wieder mal verzapfen.) Aber ich hätte nichts gegen einen grünen Bitcoin. Sollen sie es versuchen – vielleicht klappt es ja wirklich! Mindestens aber bekomme ich bei einem Fork automatisch davon was ab, kann es dann direkt in Euro umtauschen und damit dann den grünen Bitcoin shorten und mehr von den wahren Bitcoins kaufen.

      1. „ohne Arbeit & Leistung ist noch nie irgendein nachhaltiger Wert geschaffen worden“
        Naja… das könnte man schon noch diskutieren, was denn jemals nachhaltig gewesen sein soll. Der Finanzmarkt sicherlich nicht. Währungen sicherlich nicht. Rohstoffmärkte… aua, …

        Nur, dass nicht jemand denkt, nachhaltig sei das Normal.

  4. Um BitCoin vollständig zu 100,00 Prozent zu schürfen, wäre unendlos viel Energie nötig.

    Somit steht das System zwangsläufig in Kausalität zwischen Wert und Energiekosten.

    Damit würde es genügen den Preis für die Energie zu erhöhen, um das schürfen zu beenden.

    Da der Energiepries mit dem beenden des Schürfens zwangsweise wegen sinkender Nachfrage sinkt, wird gleichzeitig das schürfen wieder rentabel.

    Der Ausweg aus diesem Paradoxon kann nur sein – ein gänzliches Verbot und strafrechtlicher Verfolgung derartiger Währung.

    Seltsamerweise haben Regierungen bei der strafrechtlichen Verfolgung diversen Bilder sehr viel Phantasie während man gleichzeitig bei der Krypto-Währung wie BitCoin sich wie die 3 Affen verhält.

    China hat schon gehandelt, andere Volkswirtschaften werden folgen, was dann noch bleibt das Schürfen in Staaten die keine Skrupel kennen, womit Krypto-Währung wie BitCoin zunehmen zu dem werden was Blutdiamanten sind.

    Blutdiamant
    https://de.wikipedia.org/wiki/Blutdiamant

    1. Das ist nicht korrekt. Das Bitcoin-Schürfen, was die Sicherheit und Dezentralisierung des Netzwerks (und damit die Sicherung des Kapitals) garantiert, könnte wie früher völlig unprofessionell von nur wenigen privaten ASICs zuhause durchgeführt werden. Basierend auf der Hash-Rate des Systems, die dann logischerweise sehr niedrig wäre, würde die sog. Difficulty-Adjustment einspringen, und es wäre wieder einfacher und rentabler, privat zu schürfen. Das würde auch für das Schürfen des allerletzten Bitcoins gelten. Im Prinzip kann das gesamte Bitcoin-Netzwerk mit sehr wenigen ASICs und extrem geringem Energieverbrauch betrieben werden, unabhängig vom Bitcoin-Wert und der Marktkapitalisierung. Das wird aber nicht passieren, weil Bitcoin die knappste und wertvollste Ressource im bekannten Universum ist und bleibt, und jeder um die verbliebenen 2 Millionen Bitcoin konkurrieren wird – der berüchtigte „global hash war“. Danach, wenn ca. im Jahr 2140 der letzte Bitcoin geschürft ist, wird das Schürfen aber munter weitergehen, denn dann verdienen die Miners an den Netzwerk- und Transaktionsgebühren. Die werden horrende sein, und nur Big Players, Miners, Banken & Börsen werden die primäre Bitcoin-Timechain verwenden, und meist auch sicherlich nur als Settlement-Layer für den Zahlungsausgleich, während der Großteil der Wirtschaft sich im Layer 2 und Layer 3 etc. tummelt, was bereits heute vom Lightning-Protokoll bedient wird, übrigens mit weitaus weniger Energieverbrauch als die traditionellen Bezahlsysteme (Swift, WU, Visa etc.). Weiterhin werden Bitcoins „gewrappt“ werden und auf anderen Blockchains wirtschaftlich verwendet werden, als Kapital, das z.B. per Smart-Contract beliehen wird, als Collateral, als Derivate („Papier-Bitcoin“), oder gleich als Zahlungsmittel, sicherlich auch auf den Blockchains einiger CBDCs, so wie auch Gold heutzutage immer noch Teil der Fiat-Wirtschaft ist, und ein wichtiger Teil dazu. Bitcoin selbst wird, analog zu Gold und evtl. auch anderen Rohstoffen, Teil der nationalen Reserven werden. China wiederum hat das Schürfen nur auf dem Papier verboten, und nur aus propagandistischen Gründen wegen des Energieverbrauchs, in Wahrheit aber weil es eine dezentrale Technologie ist, die eine Autokratie wie China nicht kontrollieren kann. Trotzdem gibt es genügend wilde Schürfer im Land, weiterhin einige große, die immer noch mit enormer Hash-Power operieren, weswegen die Szene bereits vermutet, dass die chinesische Regierung Verträge mit großen Mining-Firmen geschlossen hat, um Bitcoin für die Staatsreserve zu generieren. Es gibt in der Szene den Spruch: „you don’t ban Bitcoin – Bitcoin bans you“. Die größte Gefahr geht also nicht *für* Bitcoin *von* Staaten oder Gemeinschaften wie der EU aus, sondern *von* Bitcoin *für* Staaten, nämlich für jene, die meinen, mit zentralplanerischen Maßnahmen ethische Regeln (z.B. ESG, Marktplanung, gesellschaftliche Kontrolle) auf dem freien Markt durchsetzen zu können. Bitcoin wird diese Länder und Märkte verlassen, und mit Bitcoin werden ganze Branchen abwandern, und das große Geld wird woanders verdient werden, und ganz am Schluss werden dann diese zentralplanerischen Staaten aufwachen und panisch versuchen, noch schnell ein paar Bitcoins zu erstehen – ethics be damned. Aber das wird dann nicht mehr viel bringen. Der Vergleich mit Blutdiamanten hinkt also ganz enorm und ist unehrlich.

    2. > „Um BitCoin vollständig zu 100,00 Prozent zu schürfen, wäre unendlos viel Energie nötig.“

      Jeder Block benötigt im Schnitt 10min Rechenzeit. Die Schwierigkeit der Rechenoperation wird dynamisch angepasst, wenn die Hashrate zu- oder abnimmt oder im Laufe der technischen Entwicklung die Effizienz der Hardware gesteigert wird. Damit bleibt der Energieverbrauch pro Block in etwa gleich. Dieselben Rechenoperationen finden auch nicht nur zum „Schürfen“ statt, sondern auch, um Änderungen in die Blockchain aufzunehmen („Settlement“). Das bedeutet, dass Ihre kausale Abhängigkeit falsch ist.

      Der Energieverbrauch wächst mit jeder Full-Node, die sich in das Netz integriert und jedem Miner, der den Betrieb aufnimmt. Aber dem steht ja auch ein Nutzen gegenüber (Verifizierung von Transaktionen im Main Layer, Sicherung des Netzwerkes und „mining“). Solange man nicht den Nutzen von Bitcoin per se bestreitet, muss man derzeit den Energieverbrauch in Kauf nehmen. Die Welt ist aber herzlich eingeladen, technische Verbesserungen einzubringen. Aber es ist selbstverständlich, dass die nicht zulasten der Eigenschaften von Bitcoin gehen können, denn diese sind fundamental.

      Greenpeace & Co wären jedenfalls besser beraten, wenn sie eine Kampagne gegen den Standby Energieverbrauch fahren würden. Der ist deutlich höher wie der Verbrauch des Bitcoin Netzwerks. Ich würde meinen, dass da für die Umwelt mehr zu holen ist.

    3. ‚China hat schon gehandelt..‘ Und auch sonst ist China ganz toll, gelle? Sehr erstrebenswert dem nachzueifern was die so treiben. Schon mal darüber nachgedacht was denen an Bitcoin sonst nicht gefallen könnte? Kleiner Tip, es könnte was mit Freiheit und Selbstverwaltung zu tun haben.

  5. Gibt es irgendeine Möglichkeit den Energiebedarf von Bitcoin bzw. deren Blockchain dem internationalen Energiebedarf von, sagen wir mal, dem Hochfrequenzhandel an Börsen gegenüberzustellen?

    1. Ich finde die Quelle sicherlich nicht mehr, aber vor einem Jahr habe ich eine solche Gegenüberstellung gesehen: Bitcoin verbrauchte damals ca. 35 TWh, der Goldmarkt inkl. Mining ca. 60 TWh, und das traditionelle Fiat-basierte Finanzsystem (inkl. Banken, Backup-Computer, Börsen, Geldautomaten etc.) 1600 TWh. (Manch andere setzen alle drei Werte durchaus höher an.) Das ist aber eh kein ehrlicher Vergleich, da Bitcoin, obwohl es bereits einen enormen Wert besitzt und den Wohlstand von mind. 150 Millionen menschen sichert, noch extrem jung und winzig ist. Aber der Energieverbrauch von Bitcoin wäre am Ende sicherlich weitaus höher als heute, wenn man die gesamte Welt auf einen Bitcoin-Standard setzen würde. (Aber dann hätte Bitcoin das alte System ersetzt, und dessen 1600 TWh wären dann nicht mehr relevant.) Aber der enge Blick auf allein den Energieverbrauch ist irreführend: Wohlstand, Fortschritt, Lebensstandard, all das ist an Energieverbrauch gekoppelt… je mehr Energie wir nutzen, desto höher unser Lebensstandard, desto mehr Freizeit, Sicherheit usw. Wichtiger ist die Herkunft der Energie, der Umfang der Energieverschwendung bezogen auf Prozesse und Branchen, die fehlende Optimisierung von Produktionsprozessen, das Verpuffen von Überschussenergie, die bislang völlig unmonetarisiert bleibt, und ungewollte/ungeplante Nebeneffekte von Branchen & Prozessen, die wiederum Kosten erzeugen und Energie für die Beseitigung benötigen.

    2. Das kann man nicht vergleichen, da Bitcoin zunehmend nur dort Energie konsumiert, wo es keine anderen Abnehmer gibt. Zum Beispiel bei Wasserkraft oder Windkraft, wo es auch keine Netze gibt, um den Strom abzutransportieren.

      Dort könnten höchstens Energiespeicher sinnvoller eingesetzt werden als Bitcoin-Miner, scheinbar ist das in der Praxis aber nicht so einfach. Tesla’s Lithium-Ionen-Speicher könnten eine Alternative sein, aber wahrscheinlich erst mittelfristig.

      1. Bitte mit Quellenangaben: zunehmend nur dort…
        Das schon halte ich für fragwürdig. Es soll sich rechnen, was ab und zu mal mit zur Verfügung stehender Energie korreliert.

        Dann zu „nur Energiespeichern“: Energiespeicher wie Wasserstoff, Heizen mit Strom statt mit Öl und Gas, solche Sachen werden bald mal interessant sein. Schaltet man dann Bitcoin ab?

        1. Quellenangabe erübrigt sich. Es ist allgemein bekannt, dass regenerative Energiequellen häufig Strom produzieren, obwohl er nicht gebraucht wird, vor allem Solar und Wind, jedoch in China sogar auch Wasserkraft während der Regenzeit.

          Zum Speicherthema: Scheinbar scheint es nicht so einfach zu sein. Wasserstoff wird uns schon seit Jahrzehnten versprochen, jedoch findet es immer noch keine flächendeckende Anwendung. Meine Vermutung ist, dass es wegen Speicherverlusten (Ausgasung) und Explosionsgefahr nicht so einfach zu handhaben ist. Aber selbst mit Speicher könnte man noch Bitcoins minen, denn auch ein Speicher ist ggF. einmal voll, dann gibt es wieder überschüssigen Strom.

          1. „Strom produziert, der nicht gebraucht wird…“

            Nee, nee. So läuft das nicht. Speicher sind dafür da, eben jene überschüssige Energie zu SPEICHERN. Weil auch mal weniger produziert wird, als benötigt wird. Hinzu kommt Wasserstoff als Ersatz für Gas oder allgemein transportablen Treibstoff, Aufrechterhaltung der Gesellschaft als Funktion.

            Ergo ist es absolut nicht selbsterklärend, warum dabei immer Bitcoin in der ersten Reihe anstehen soll. Das mag im Moment mal hier mal da möglich sein, aber der wirklich freie Anteil wird mit auf breiter Ebene implementierten Speichersystemen und Wasserstoffherstellung möglicherweise im Wesentlichen gar nicht existieren. Preislich wird das dann vielleicht bei Wasserstoff landen, also wäre der bessere Vergleich, einen Benzingetriebenen Generator für Bitcoinmining zu verwenden.

            Ist es bei Bitcoin in irgendeiner Weise ersichtlich, wie die Balance mit großen Investoren (Minern usw.) für die Allgemeinheit gehalten werden sollte, bzw. was für eine? Weder ist es skaliert, noch skaliert es real, noch scheint der Energieverbrauch des Minings einen realen Sinn zu Ergeben (außer Einschränkung des Zugangs und Begrenzung der Beliebigkeit ~ in gewisser Hinsicht allerdings wohl auf beliebige Weise). Die Aufrechterhaltung der Transaktionen ist teuer (das ist wohl der Muss-Teil), aber nicht vor Mehrheiten sicher. Wie soll das laufen, wenn Regierungen Teil sind (nicht zentral aber börsenoligarch?), oder Regierungen nicht Teil sind (State-Level-Player könnten theoretisch die Mehrheit erlangen und das System ins Nirvana bringen, einige Teilnehmer werden technische Probleme bekommen, einige „Börsen“ auch, plötzlich gibt es neue Teilnehmer „ungekannter Größe“.)?

            Ich sehe da kein Land für ein allgemeines Ding mit der derzeitigen Implementierung. Natürlich kann die Software irgendwann mal verändert werden, aber das kann man auch mit dem Bankensystem machen: „irgendwann mal verändern“.

          2. Nicht gebraucht wird – stimmt ja so nicht. Flauten, Wolken, Stürme, und einfach die Nacht müssen ausgeglichen werden, also brauchen wir mindestens noch Speichersysteme. Unabhängig davon werden wir vermutlich jede Menge Wasserstoff für Industrie und bestimmte Fahrzeugsorten brauchen.

            Wo steht denn Bitcoin nicht in Konkurrenz zu? Als einziges fiele mir da die (noch) nicht vorhandenen Speichersysteme ein. Das ist ein Übergangsproblem.

            Und jetzt zu der obigen Aussage „zunehmend nur dort“. Das liegt einfach an billig verfügbarem Strom IM MOMENT. Das wird sich geben, und woanders ist eben GAS günstig oder Atomkraft. Da sind dann Miner, da bauen die dann.

            Erübrigt hat sich die Quellenangabe, dass IM MOMENT bei Windparks und Solarfarmen ab und zu günstige Energie zur Verfügung steht. Spätestens wenn wir Speicher haben und viel mehr Wassestoff brauchen, wird sich zeigen, ob der „überschüssige Strompreis“ nicht zufällig beim Wasserstoffpreis liegen wird. Also bleibt der Vergleich eher der (jetzige?) Benzinpreis. Insofern doch: die Quelle der Aussage ist schon „interessant“.

          3. Egal wie hoch unser Energieverbrauch in Summe ist, wir werden immer Strom produzieren, der nicht sofort umgesetzt werden kann. Und ja, wenn die Stromkosten (in Echtzeit) die BTC Einnahmen übersteigen, wird abgeschaltet. Wenn der Strom günstiger verfügbar ist (z.b. nachts), wird geschürft…

          4. @DaFrogg

            Nee eben nicht so einfach. Irgendwann haben wir vielleicht fast unendlich viel Strom. Aber auf absehbare Zeit wird Speichern und Wasserstoff wichtiger werden.

            Bitcoin hat damit einfach ein grundlegendes Problem, was es möglicherweise als allgemeinen Ersatz disqualifiziert. „Proof of Work“ ist eine beliebige Begrenzungsfunktion, die nur funktioniert, weil sie Geld (Strom) und Strom kostet. Die Schwierigkeit der zu lösenden Probleme ist aber eben nicht an den Stromverbrauch oder den Strompreis gekoppelt, sondern an die Zeit, die irgendwelche Systeme durschschnittlich dafür brauchen. Für eine zu skalierende Sache unter dem Nachhaltigkeitsaspekt irgendwie schwachsinnig (Geld und Zeit verbrennen).

  6. Jordan Peterson auf der Bitcoin Conference 2022 zu Bitcoin, Dezentralisierung, fundamentalen Kräften des freien Marktes, ethisch getriebener zentraler Kontrolle & ESG (Fireside Chat, 8. April 2022, verkürzt): „The idea of a decentralized monetary system is a revolutionary idea. […] One of the lovely things about cash is that it is a decentralized monetary system in large part: it’s not that easy to track cash. Thank God! Because you could be bloody certain that if it was possible to track cash, that every agency with some ethical notion, any ethical notion whatsoever, would be tracking absolutely everything you ever purchased, trying to nudge and tap and compel you into making the decisions they regarded as ethical, and that would be fine if they were right, but they won’t be, and that’s a big problem. I mean that technically, too, because the reason they won’t be right is because you actually can’t make those presumptions a priori, when one of the fundamental axioms (in some sense) of a free market system is that the only way to properly compute the value of the emerging horizon of the future is by sampling and perhaps summing the free choice of a multitude of free agents. That’s actually the only way you can do it: there is no central planning way, even in principle, that can substitute for that. And I believe that that’s true for a whole variety of reasons, some of which are psychological. We can’t compute the future algorithmically from the past, and so we have to use mechanisms other than deterministic algorithms to plot our way forward, and part of the way we do that is by using the entire economic system as a massive computational device that uses the array of choices that everyone makes, as the mechanism that values new things as they emerge. Now, central planning types think they can just jump over that and say: ‚Well, no, we need to save the planet‘ – it’s the ESG monsters that are beating that drum at the moment –, and so they think they can subordinate that computational mechanism to some sort of ethical or procedural algorithm. And I think that’s complete bloody nonesense, and worse than that, I think it’s extremely dangerous, because I think all the evidence, especially from the 20th century, suggests very strongly that as soon as you subordinate free market mechanisms to central planning ethical dogmas, you catastrophically affect the economic system in a detrimental manner, but you [also] destabilize the entire society and tilt it toward totalitarianism. And we haven’t learned that yet, because there’s always a new generation of people that think they’re smart enough to plan the world. And Bitcoin, in principle, stops that from happening, by decentralizing it […] because it looks to me like, if the Bitcoin theorists are correct and Bitcoin takes priority over the other cryptocurrencies – we don’t know if that’s the case, but it could be –, that could take the monetary system permanently out of the hands of the political establishment and the political system. […] It’s incorruptible because there is no central agent of control. […] My suspicions are that there is going to be a lot of kickback at the governmental and bureaucratic level over the next ten years. It’s certainly possible for government agencies to put a stick in the spokes of a well-functioning bicycle, because Bitcoin does present a real threat to the centralizer types. They are not going to take that lying down. Whether they can do anything about it or not, that’s a different question.“

  7. Der Stromverbrauch von PoW ist zwar ziemlich hoch, aber man kann den Strom dafür sehr gut aus erneuerbaren Energien ziehen. Irgendwie scheint da aber noch kein Bitcoin-Kritiker mal drauf gekommen zu sein. Proof of Stake mag zwar verbrauchsärmer sein, aber die Dezentralität geht dadurch ein Stück weit auch verloren.

    1. Mindestens 60% der großen Bitcoin-Miners, die im Global Bitcoin Mining Council sind, arbeiten mit regenerativer Energie (inkl. Wasser). Von allen Miners weltweit arbeiten (geschätzt) 67% regenerativ. Das ist besser als die meisten Staaten und anderen Branchen. Ist aber auch logisch, denn regenerative Energie ist (jedenfalls außerhalb der EU) die billigste Form der Energie. Und wenn man die EU-Taxonomie-Regeln zu nachhaltiger Wirtschaft zugrunde legt, die auch Atomenergie und Erdgas als nachhaltig einstufen, kommen geschätzt 80 bis 85 Prozent der vom Bitcoin-Netzwerk verbrauchten Energie aus nachhaltigen Quellen, wobei sogar ein signifikanter Teil der Erdgas-Energie aus Überschüssen erzeugt wird, aus Gas, was ansonsten unmonetarisiert verfeuert werden würde. Dazu verbraucht Bitcoin nur ca. 0,1% der gesamten global verfügbaren Energie. Ich verstehe also nicht, was diese Energiekritik an Bitcoin überhaupt bezwecken soll, außer natürlich Virtue-Signaling und ESG-Aktionismus.

      1. jeder, wirklich jeder konsumiert überschüssige Energie. Wenn Du tanken gehst, ziehst du den Überschuss aus der Tankstelle und wenn Du den Fernseher einschaltest, dann geht das nur, weil Überschuss aus der Steckdose kommt.
        Es gibt nun mal so viel Überschuss, dass jeder auch in Spitzenzeiten die Energie nutzen kann. Da sind die Miner eingeschlossen. Und die schieben, wie alle anderen Energiewandler, den Offset nach oben.

        Überschuss lass ich nicht gelten!

        Okay, man hörte, dass Miner das Gas in Kanada verwenden, dass eh verbrannt wird, weil zu viel vorhanden. Aber wäre es nicht besser das Gas nicht zu verbrennen und die Quelle zu verschließen und dann damit auch nicht zu schürfen?
        Ein überschüssiges Windrad zu bauen ist nicht klimaneutral und ein überschüssiges Wasserkraftwerk zu bauen ebenso. Man muss dafür sorgen, dass überschüssige Bauten keine überschüssige Energie erzeugen, welche dann trotzdem noch Abnehmer findet.
        Bedeutet, dass die Kryptowährung Teil des ganzen Systems ist und auch Teil der Hoffnung ist, dass man seine „Energie“ irgendwie an den Mann bekommt.

    2. Nicht nur die Dezentralität. Weitaus schlimmer ist, dass man Instanzen schafft, denen man vertrauen muss. Und das ist ja genau der Punkt bei Bitcoin, dass man durch PoW ohne Vertrauen auskommt.

      Die Schaffung von Instanzen wäre ein Hauptgewinn für die Zentralbanken und Regierungen. Damit wäre Bitcoin tot, weil angreifbar.

    3. Sicher könnte man, aber dann steht jemand anderem der Strom aus erneuerbarer Quelle nicht mehr zur Verfügung und er muss eben Braunkohle verbrennen.

      1. Je älter Bitcoin wird, desto grüner wird es automatisch, weil die Belohnung in Form neuer Coins für neue Blöcke alle 4 Jahre halbiert wird und schließlich gegen Null geht. Das heißt, am Ende müssen die Stromkosten für den Bitcoin-Betrieb zu 100% von den Transaktionkosten (Fees) bezahlt werden, weil Miner keinen Gewinn durch neue Coins mehr erzielen. Es glaubt ja wohl niemand, dass in der Zukunft dutzende Kohle- und Gaskraftwerke von den Leuten bezahlt werden, die Bitcoin-Transaktionen durchführen wollen, der Preis würde astronomisch ansteigen. Heute wird schon gejammert, dass Bitcoin-Transaktionen angeblich so teuer wären (stimmt nicht wirklich, meistens unter 10 Cent), aber in Zukunft würde sich der Preis dann noch extrem erhöhen. Entweder, die Hashrate fällt irgendwann wieder leicht, oder der Strom, der für Bitcoin verwendet wird, ist einfach wahnsinnig günstig (weil überschüssig). Oftmals wird behauptet, dass Bitcoin „immer mehr Strom verbraucht“, aber das ist eben genau falsch. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die fossilen Kraftwerke durch den Mining-Wettbewerb in spätestens einigen Jahren automatisch verdrängt werden.

  8. Da wurde aus Chris ein Christian, sorry.
    Wichtig wäre auch noch die Betrachtung warum z.B. die Human Rights Foundation auf Bitcoin setzt.

  9. Ich denke man sollte das Thema ganzheitlich betrachten und nicht nur gewisse Sichtweisen herausstellen.

    POS besitzt auch große Nachteile im Vergleich zu POW. Die Macht im Netzwerk kann sich zentralisierten, ohne dass dies von außen zu sehen ist. So könnte jemand die Entscheidungen im Netzwerk nur zu seinem Vorteil beeinflussen.

    Das Hacker in der Vergangenheit Kryptowährungen stehlen konnten hat nichts mit Bitcoin zu tun, sondern liegt an unsicheren Börsen oder aber an Sicherheitslücken in Verträgen von Kryptowährungen die unter anderem auf Ethereum basieren.

    Das Bitcoin nicht die Möglichkeiten wie Ethereum besitzt liegt daran, dass hier auf Sicherheit gesetzt wird.
    Das Bitcoin Netzwerk selber wurde noch nie gehackt.

    Zudem sollte man auch Studien betrachten, die andere Meinungen vertreten bzgl einer deutlichen Steigerung der Verwendung von erneuerbaren Energien zeigen. Die gibt es nämlich auch.

    Zudem könnte man auch die Vorteile wie „Banking the unbanked“ erwähnen. Bitcoin gibt Menschen die Möglichkeit Geld zu sparen, die in Entwicklungsländern mit korrupten Regierungen leben. Bitcoin ist zensurresistent.

    Neue Technologien haben schon immer mehr Strom verbraucht und man muss diesen Nachteil den Vorteilen gegenüberstellen. Oder wie hoch ist der Stromverbrauch von Netflix, YouTube oder von Standby Geräten indem USA? Das stellt niemand gegenüber.

    1. Standby ist schon Ziel von Gesetzen. Mir ist nicht ganz klar um welche Zahlen es geht, bzw. wie die sich zusammensetzen (nur deutscher Verbrauch geschätzt, Afrika mit Altgeräten mit eingeschätzt, o.ä.).
      Bzgl. Europa würde ich mir erst sorgen machen, wenn Standby mehr als 1% o.ä. der Energie schluckt, die die Geräte im Betrieb verbrauchen. (Achtung: Energie, nicht Leistung! Bei Geräten mit großem Verbrauch gehört natürlich eine absolute Zahl hin, je nach Geräteart und technischem Stand.)

      Dann verbraucht der Fernsehr effektiv vielleicht 33 Watt statt 30 Watt bei entsprechendem Nutzungsmuster o.ä. – hier muss sicherlich differenziert werden, da sehr selten wirklich eingeschaltete Geräte gerne auch mal vom Strom getrennt werden dürfen. Die Technik ist weit genug für ziemlich niedrigen Standbyverbrauch in fast allen Bereichen, in Europa verkaufte Geräte müssen das nicht etwa auch schon so umsetzen? Mehr ist nice to have, isoliert betrachtet. Die sollen mal erstmal mehr Kraftwerke bauen und *rechtzeitig* für unabhängige politisch und militärisch stabile Zonen in Afrika sorgen, dann hätten wir mit der Energie weniger Probleme.

      Ein nicht zu kleiner Punkt könnte auch die Standardisierungen der Speisung von (Mittel- bis) Kleingeräten, sowie das Bereitstellen von günstiger sicherer Speisetechnik bedeuten. Als Beispiel für einen nicht zu alltäglichen Ansatz soll hier angedeutet sein: Netzteil für Audio/Gitarren-Pedale bzw. Kleingeräte mit vielen einzeln isolierten usw. Ausgängen für 9-12 (-18…) Volt bei 660 mA max. (9V) sowie ein USB-Netzteil mit vielen Ausgängen speisen eine Reihe von Kleingeräten, die sonst jedes für sich ein Netzteil hätten, jedes einzelne mit AC-DC Konvertierung. Und nein: nicht USB-C, das ist Plastikscheiß. Durable verschraubbare Ports auf der einen Seite, Adapterfähigkeit (verschraubbar am Kabel!) auf der anderen Seite. Für USB-C gibt es ja Speiseteile. Da kann gerne noch Intelligenz reinfließen.

      Gäbe es getrennte hocheffiziente und weit verfügbare Speiseteile, könnten Hersteller die Geräte dann ohne AC-DC-Adapter ausliefern (entfernt analog zum Handy). Darüberhinaus wäre es so, dass abgesehen von schaltbaren Steckdosen, beim Standbyverbrauch nur der Austausch von Geräten bleibt, was umwelttechnisch ein weiteres Problem ist. Eleganter wäre es dann noch, bestehende Geräte anders zu speisen (bei externem Netzteil einfacher, Umbau nicht ausgeschlossen). Alles zu kompliziert? Dann einfach die DC-DC und AC-DC Wandlung als leicht reparier- und austauschbare Bausteine per Gesetz erzwingen. Werkstatt Austausch gegen (wirklich gut designtes) Baustreinteil -> kein Garantierbverlust per Gesetz.

      Naja… Phantasie, Phantasie…

  10. Jeder kann das Bitcoin-Protokoll forken. Dazu braucht es keine Kampagne von Greenpeace. Die Frage ist nur: wird dieser Fork dann genutzt? Und wenn nein, warum nicht? Bitcoin ist die logische Schlussfolgerung unseres Systems, Bitcoin ist Logik, es ist deskriptiv und nicht präskriptiv. Wieso verstehen das die vielen klugen Wissenschaftler:innen nicht?

  11. Wo sind die Quellen für Aussagen wie:
    „Um den hohen Stromverbrauch der Krypto-Hochburgen zu decken, nutzen Mining-Unternehmen oft eigene Stromkraftwerke. Diese werden meistens mit fossiler Energie betreiben.“

    Die verwendeten Adjektive „oft“ und „meistens“ können nur von einer Datenstandserhebung kommen und die möchte ich dazu gerne sehen. Bitte reichen Sie hierzu die Quelle nach.

      1. Vielleicht sollte man die Frage stellen, ob hier nicht Subventionen fließen. Es liegt doch nicht an Bitcoin, sondern an Staaten, welche dies fördern um z. B. Flugasche zu verbrennen.

        Hate the Player – not the game

        1. „Hate the Player – not the game“ ist ein Spruch aus der Kategorie „der Klügere gibt nach“ und dient idR der Akzeptanz unerwünschten Verhaltens zum eigenen Nutzen.

          Wenn das game unerwünschtes Verhalten ermöglicht oder gar belohnt ändert man das game oder beendet es.

    1. Quellenangaben immer gerne! „Oft“ ist als Quantifizierung im Allgemeinen allerdings nicht sehr belastbar.

      Der Text nennt ja direkt dort zumindest Beispiele:
      „Etwa benutzt ein Bitcoin-Mining-Betrieb in New York sein eigenes Gaskraftwerk, um das bestehende Stromnetz nicht zu belasten. In Montana wird aus ähnlichen Gründen ein Kohlekraftwerk neu belebt“

      Ich habe noch von keinem einzigen Bitcoinstandort gehört, für den sich jemand ein Solar (-XYZ) oder Windpark hingebaut hätte, oder einen Staudamm o.ä. Typische Kosten-Nutzen-Rechnung dürfte heißen, etwas zu nehmen, was dort verfügbar und günstig ist. So weit geht der Idealismus bei den Minern sicherlich nicht, an solchen Standorten auf Gas zu verzichten, um bei nicht vorhandener Fläche oder X-fachem Preis auf Solar o.ä. umzusteigen.

  12. Leider sind das alles nur grobe Schätzungen. Und kein Schwein kümmert sich um TV-/Audio-Streaming, was mittlerweile deutlich mehr Energie verbraucht. Das scheint aber okay zu sein?

    Die Idee hinter Bitcoin ist ja die, dass JEDER Mensch Bitcoin schürfen kann, indem er sich beteiligt, einen Rechner hinstellt und laufen lässt. Die aufgewendete Energie dafür gibt dem Bitcoin einen Wert. Niemand kann das Netzwerk kontrollieren, niemand kann die Währung kontrollieren. Genau das ist der Grund, warum es Bitcoin überhaupt gibt. Es geht um Gerechtigkeit weltweit. PoS bewirkt genau das Gegenteil. Die, die viel haben, kontrollieren den Coin.

    Also ich selbst bin gerne bereit ein tausendstel unseres weltweiten Energieverbrauchs für eine gerechtere Welt zu verbrauchen. Energie sparen können wir an anderer Stelle besser und sinnvoller.

    1. „Genau das ist der Grund, warum es Bitcoin überhaupt gibt. Es geht um Gerechtigkeit weltweit.“

      Ah, nein, es geht um unregulierte Spekulation, dabei gewinnt immer der Stärkste am meisten.

    2. „Und kein Schwein kümmert sich um TV-/Audio-Streaming“
      Da sind wir noch in der Wegezollphase, d.h. alle Nase lang will irgendwer (Provider, etc…) die Hand aufhalten.

      ***

      Unnötig aktive Webseiten sind vielleicht noch viel schlimmer. Die gesamte Werbebranche ist ein absoluter Klima- und Sicherheitskiller. Aktive Werbeinhalte sollten verboten werden :). Und dann einfach mal Tracking verbieten und Leute jagen und zur Strecke bringen, die es machen. Warum? Da hängt ein unglaublicher Energieaufwand hinter! Und jede Menge nicht-zivilisationskonformen Riesenbösscheißes. Das Spiel mit dem Teufel bring halt so viel Spass, je höher in der Nahrungskette um so mehr Spass, und mit pathologischer Psychopathie solten wir als Gesellschaft sowieso nicht lange fackeln.

      Streaming hat allerdings durchaus einen Nutzen. Nachrichten könnte man ja als Audioübertragung machen, also mehr Radio wagen, dafür mehr unterschiedliche und bessere reine Informationsprogramme, von denen sich nicht alle so stark wiederholen sollten, wie der klassische Nachrichtensender. Podcasts sind allerdings auch im Kommen, vermutlich ähnlich wie Radio, weil bei Videoinhalten letztlich nicht mehr transportiert, dafür aber viel Aufmerksamkeit gebunden wird, in der Regel auch noch bei geringeremm Informationsgehalt pro Zeit, während man zu Audio noch ganz gut andere Tätigkeiten durchführen kann. Audio dürfte die eine oder andere Größenordnung weniger problematisch sein als Video.

      Bei Amazon nicht zu bestellen, hat verschiedene sehr gute Gründe. Das Grundproblem ist allerdings mit anderen Paketdiensten auch gegeben. Eine Sammelstelle zum anbholen für Pakete aller Dienste wäre eine Maßnahme, von dort bezahlt man dann die Lieferung nach Hause durch die lokale Fachkraft (die den jeweiligen Inhaltstyp zu händeln weiß). Dank IT gibt es das dann natürlich auch als Dauerabo, und wer ein Ecar hat, kann gerne immer mal dort vorbeifahren und die ganzen Pakete abholen. Lediglich der Lagerplatz muss etwa das 100-fache betragen. Andererseits, die Amazonlieferanten sind vielleicht einfach mal ausgebeuteter, müssen oder können nur kleinere Autos fahren, und machen daher mehrere Touren. Vielleicht sind es auch dann nur mehrere, wenn außer der Reihe mal viele Lieferungen da sind. All sowas braucht natürlich eine Quantifizierung und Differenzierung.

      Die Debatte sollte vielleicht doch militant geführt werden, immerhin sind wir schon bei Industrie vs Privat („große Singlehaushalte“). Wie wäre es denn damit, stattdessen das größte Stahlwerk Deutschlands 1% effizienter zu machen, oder die zweitgrößte Chemieklitsche? Dann könnten alle Wäschetrockner nutzen, und der Teil der Diskussion wäre rum.

      ***

      Bei Bitcoin ist zwar für einige ein Nutzen da, aber es ist eben auch wild unreguliert und verbraucht dafür viel Energie, nur damit es überhaupt funktionieren kann. Und wir sind damit noch nicht mal in der nähe einer kontinentalen oder weltweiten Skalierung.

      Bitcoin ist gesellschaftlich betrachtet angeflanscht und ungeklärt (sofern man die Eckdaten nicht als „geklärt“ im Sinne von „abgelehnt“ interpretiert). Wäschetrocknen ist prinzipiell sinnvoll, Waren bestellen und geliefert zu bekommen prinzipiell auch. Bitcoin ist ein Prozess, für den es ungefähr eines Hebels bedarf, während Wäschetrockner zu regulieren einer Faschoblockwartinfrastruktur bedürfte, wonach so einige Leute dann zusätzliche reale andere Probleme bekommen. Ich glaube, dass das auch das Bitcoin Problem ist: zusätzliche reale andere Probleme.

    3. Gerechtigkeit weltweit? Ernsthaft?

      Mal angenommen, wir würden Bitcoin als Weltwährung einführen, was passiert dann? Plötzlich sind 99 % der Weltbevölkerung völlig mittellos, weil sie keine Bitcoins besitzen und nie welche haben wollten. Das gesamte Geldvermögen (=Bitcoin) läge in der Hand weniger hundertausend (evtl Millionen) Superreicher, deren einzige Leistung es war rechtzeitig mit Bitcoin zu spekulieren. Die Vermögensverteilung wäre dann um ganze Größenordnungen ungleicher als sie heute schon ist. Mit Verlaub, aber das wäre weder „gerecht“, noch praktikabel. Die Bevölkerung würde schlichtweg kein Interesse an einem Zahlungsmittel haben, dass sie nicht besitzt.

      Selbst bei einer schleichenden Umstellung globaler Währungssysteme auf Bitcoin würde dies immernoch eine kleine Anzahl an Menschen reich machen, die früh genug mit Bitcoin spekuliert haben.

      In jedem Fall hoffe ich, dass ich eine derartige „Währungsreform“ niemals erleben muss.

  13. Hier werden Studien verlinkt und falsch dargestellt: „Das globale Bitcoin-Mining ist für rund zwei Drittel des Energiebedarfs aller Kryptowährungen verantwortlich … Oft stammt der Strom aus dreckigen Energiequellen, etwa aus Erdgas- und Kohlekraftwerken.“
    Der verlinkte Artikel beschreibt genau das Gegenteil: „Energy consumption, per se, is not an issue in the context of climate change. For instance, clean generation resources, such as wind and solar, produce energy without emitting greenhouse gases … As miners seek locations with low electricity prices, other studies assume high shares of cheap renewable energy, which results in much lower emissions estimates.“
    Es gibt noch mehr Stellen im Text. Einige wurden schon von den Vorrednern genannt. Schlecht recherchierter Artikel der Studentin.
    Außerdem sollte man den Energiebedarf im Verhältnis des Nutzens betrachten. Goldminen Verbrauch ungefähr gleich viel Energie wie Bitcoin, der Banksektor, oder (Wäschetrockner ;)) benötigt weit mehr Energie als die Bitcoin Industrie… Sollte man das auch regulieren?

    1. Hallo Peter, ich beziehe mich hier auf diese Stelle der die Studie, in der steht: „Figure 2 illustrates the cu-
      mulative market capitalization and rated power of the top 20 cryptocurrencies: #1—Bitcoin—accounts for 2/3 of the total
      energy demand.“ Die Studie ist also korrekt verlinkt.

      1. Und ich beziehe mich mit meinem Kommentar auf den zweiten Satz (Oft stammt der Strom aus dreckigen Energiequellen, etwa aus Erdgas- und Kohlekraftwerken), der von der Studie nicht so wiedergegeben wird.

  14. Ich finde, der Irrsinn von Bitcoins Proof-of-Work wird nicht eindrücklich genug geschildert. Das wird immer hinter komplizierten mathematischen Rätseln versteckt, die für Laien nicht so recht zu durchdringen sind. Aber schauen wir uns das doch konkret an. Ein aktueller Bitcoinblock hat zum Beispiel den Hash 0000000000000000000687687b08331b973da335b176e5f39bd3e0c1f5251142. Das ist eine Hexadezimalzahl mit 256 Bit Länge. Wenn man diese Zahl im Binärsystem aufschreibt, dann beginnt sie mit 77 Nullen (jede Hexadezimalziffer 0 ergibt vier binäre Ziffern 0). Um so einen Hash zu bekommen, muss man einfach herumprobieren, die Wahrscheinlichkeit, ob eine der 256 Ziffern des Hashes 0 oder 1 ergibt ist gleich. Einen Hash mit 77 Nullen am Anfang zu finden ist also genauso wahrscheinlich, wie beim wiederholten Münzwurf 77 Mal hintereinander Zahl zu bekommen. Und bei Bitcoin passiert das derzeit alle 10 Minuten, dass irgendjemand 77 Mal hintereinander Zahl bekommt! Und als Belohnung bekommt man dafür auch alle 10 Minuten rund 200.000 Euro. Dieser Irrsinn muss so schnell wie möglich aufhören.

    1. Deiner Meinung nach ist das Irrsinnig. Jedoch ist die hohe Hashrate die Sicherung für das größte, dezentrale Netzwerk der Welt. Ein Netzwerk, welches vielen Menschen Chancen für finanzielle Inklusion ermöglicht. Menschen die eine jährliche Inflation von 20% haben und keine Möglichkeit haben zu sparen.

      1. Dann erkläre mal, wie diese Inklusion real für diese Menschen funktioniert. Denke daran, dass das viele mit vielen kleinen Transaktionen und laut Dir keinem Zugang zu anderweitiger Infrastruktur sind.

  15. Der Kommentar von 2018 von Mora et. al, der die fälschliche Annahme einer 2 Grad-Erwärmung durch Bitcoin in die Welt gebracht hat, wurde im selben Journal (Nature Climate Change) aufgrund gravierender fachlicher Mängel bereits mehrmals widerlegt. Von Mora et al. selbst:
    https://www.nature.com/articles/s41558-018-0353-0
    sowie auch von Masanet et al. 2019 (ebenfalls in Nature Climate Change) „Implausible projections overestimate near-term Bitcoin CO2 emissions“:
    https://www.nature.com/articles/s41558-019-0535-4

  16. Video: „An Unexpected Superhero“ (Vimeo, 8 Minuten) ––– die genau gegenteilige Ansicht, dass gerade Bitcoin der Katalysator sein wird, mit dem die globale Energieproduktion schneller und nachhaltiger auf regenerative Quellen umgestellt werden kann.

    Mit anderen Worten: Folgt man dieser Ansicht, müsste ein jeder, dem Umwelt- und Klimaschutz am Herzen liegen, Bitcoin und die Bitcoin-Wirtschaft unterstützen und fördern.

    https://vimeo.com/698811685

    1. (1) Erneuerbare Energien sind (bisher) nicht disruptiv. Der Klimawandel und dessen Folgen sind es.
      (2) Die Idee ist nicht blöd, die Bitcoinminer die Energiewende bezahlen zu lassen.
      (3) Man muss sie dann nur im richtigen Moment enteignen, damit es funktioniert.
      (4) „Trickle Down“ funktioniert nicht, vermutlich auch nicht mit Energie, die sich Miner hinstellen.
      (5) Es gibt Fortschritte und es wird weitere geben. Es kann gut sein, sofern nicht Menschen mit Patenten zuviel Geld verdienen wollen, dass wir in 5-10 Jahren Solarzellen haben, die sehr effizient und sehr langlebig sind, sowie recht leicht skalierbar zu produzieren sind, im Sinne von „gut genug“. Da wäre es klug, erst dann massiv zuzugreifen. Man weiß es leider nicht zu 100%.
      (6) Ansonsten sind weder Solar noch Wind Raketentechnologie, weswegen in China günstiger produziert wird, und in Deutschland Unternehmen pleitegehen. Es krankt eher an (politischer) Stabilität (nicht nur in (Nord-) Afrika).
      (7) Es braucht kein Disruptionsaxiom.
      (8) Vermutlich habe ich den Kern des Beitrags nicht verstanden.

    2. Wie soll das laufen?
      – Magie?
      – Trickle-Down?
      – Enteignung der Miner zum rechten Zeitpunkt?
      – Auf welcher Zeitskala?
      – Wie sind die Seiteneffekte, wenn man die Randbedingungen dafür Schafft (steuerfreie Spekulation usw.)?

      Ich sehe da vor allem Fragen.

  17. Ich fasse mal zusammen, es gibt tatsaechlich Menschen die glauben, dass die Zukunft des Geldes, ja unserer Gesellschaften in einer „Waehrung“ kiegen, die bereits jetzt etwa die Haelfte des Stroms des Bankensystems verbraucht, obwohl sie um den Fakter 2500 weniger Transaktionen abbildet und den Bruchteil des Oekosystems der klassischen Banken „befeuert“?
    Noch dazu wird von dezentralen Ansaetzen gesprochen, obwohl die Top 10 der Kryptoboersen zusammen ueber 70% Marktanteil haben und die vermeintliche Anonymitaet gefeiert, wenn saemtliche Transaktionen einsehbar sind.

    Das kann man sich ehrlich gesagt alles nicht mehr ausdenken… Was ein Wahnsinn!

    P.S. Selber 2 Jahre gemined und nein, ich bin alles andere als stolz auf meine damalige Gier!

  18. Der Kommentar von 2018 von Mora et. al über die angebliche 2 Grad-Erwärmung durch Bitcoin wurde im selben Journal (Nature Climate Change) aufgrund gravierender fachlicher Mängel bereits mehrmals widerlegt:
    „Implausible projections overestimate near-term Bitcoin CO2 emissions“ von Masanet et al.:
    https://www.nature.com/articles/s41558-019-0535-4
    Und auch von Mora et al. selbst (Publisher Correction):
    https://www.nature.com/articles/s41558-018-0353-0

  19. Die Marktteilnehmer eines freien Marktes entscheiden welche Technologie die effizienteste ist und sich am Ende durchsetzt.
    Jeder kann jederzeit einen Fork vom Bitcoin Algorithmus machen, auf PoS umstellen und mit der Blockchain live gehen.
    Macht das doch einfach liebe Netzpolitik. Sollte es die bessere Alternative sein wird es sich schon durchsetzen. Viel Erfolg damit!

    Btw verbraucht die Weihnachtsbeleuchtung alleine in den USA mehr Strom im Jahr als Bitcoin.
    Lasst uns doch lieber an solchen unnötigen Verschwendungen arbeiten.

    1. Und jetzt bitte darüber nachdenken, warum grundlegende Infrastruktur kein „freier Markt“ ist und auch nicht sein kann.

      „Effizientest“ ist übrigens abhängig vom angelegten Maßstab, und schon da haben unterschiedliche Leute unterschiedliche Präferenzen.

  20. Naja. Kaum eine Diskussion wird so heiß geführt über Energieverschwendung, die niemand wirklich braucht und trotzdem viele fördern:

    Inlandflüge und Flugreisen allgemein. Täglich 5 Fahrzeuge, die für Amazon irgendwelche Pakete an meine Nachbarn liefern. Mehrere Autos pro Haushalt. Drei Wäschetrockner im Waschkeller des 6-Parteien-Hauses, in dem ich wohne, obwohl jeder auch einen Balkon besitzt und eine Wäschespinne im Garten steht, auf denen sich Wäsche prima trocknen lässt – und genug Platz mit fest installierten Wäscheleinen unter dem Dachboden, die für alle Haushalte reichen. Mehrere Gefriertruhen im Keller des Wohnhauses, obwohl ein Supermarkt auf der anderen Straßenseite schon genug Truhen bereitstellt… die Liste kann beliebig fortgeführt werden. – Ich persönlich habe mich schon lange dagegen entschieden.

    Ich habe keine Hoffnung, dass die gedankenlose Verschwendung aufhört – selbst wenn Bitcoin eingestampft werden sollte. Aber es ist immer einfacher, mit dem Finger auf andere zu zeigen, statt die eigenen Gewohnheiten mal selbst in Frage zu stellen…

    1. Wenn die Gesellschaft erodiert, gibt es allerdings gewisse Fragestellungen, ob man wirklich Kleidung in den öffentlichen Raum hängen will.

      (Moderne) Wäschetrockner geben Planbarkeit, Geschwindigkeit, Flexibilität und Sicherheit. Das sind realte Werte ;).

      Verbietet erst mal stromteure Webseiten, Javascript auf Behördenseiten u.ä., Stampft alle inefizienten Industrieprozesse ein (da kommt vielleicht Bitcoin rein, wobei über Sinn und Wert zu streiten wäre), erzwingt die Verwendung hochwertigerer Komponenten, erzwingt Reparierbarkeit, externe hochwertige Multinetzteile für Mittel bis Kleinverbraucher, andere vom Markt, usw. usf.

      Die Freiheit der Industrie und Bitcoin ist das, was uns tötet. Da kommt der Klimawandel her.

    2. What about eigene Verschwendung…

      Fragen sie mal die US-Armee, was Verschwendung ist!
      Alle Großprozesse, die zu Lasten des „Energiebudgets“ der Menschen gehen, könnte man doch mal hinterfragen? So wie… oh richtig: Bitcoin.

    3. Die eigenen Gewohnheiten in Frage zu stellen, ist etwas anderes als Prozesse industriellen Maßstabs zu betrachten.

      Bitcoinfarmen sind das zumeißt, also quasi industrielle Betriebe. Solche Vorgänge hinterfragen sich nie jemals selbst, da hier der Kapitalismus, bzw. das jeweilige Landesgesetz zu interpretieren bzgl. maximalen Profits gelten.

      Bei Menschen in der Masse bedarf es zunächst erst mal seriöser Abschätzungen. Ein Pro-Kopf-Gasverbrauch, der die Industrie einrechnet, wäre für eine solche Betrachtung kein seriöser Ansatz.
      Dann weiter gibt es viele Sachen, bei denen mehr gespart wird als mit Wäschetrocknern, die aber gerne mal Eingriffe in unsere geliebte Industriefreiheit bedeuten würden. Jahrmärkte zu Holzpferden usw., jeder nur ein Hemd, schön in der Sonne trocknen… mir zu platt.

  21. Schade das Sie den Vorstoß von Greenpease promoten ohne das Thema Proof-of-Work verstanden zu haben – Stichwort: Oracle-Problem und Sicherheit in dezentralen Netzwerken!
    Bitte schauen Sie sich entsprechende Studien und Publikationen zu diesem Thema an. Davon gibt es mittlerweile genug.

    Ohne diese Erkenntnisse ist alles zu diesem Thema nur FUD!

    Zudem sollten Sie daran denken , dass ca. 1/3 der Menschheit kein Zugang zum Banksystem hat. Nicht jeder ist priviligierter Europäer! Für diese Menschen bringt Bitcoin und nur Bitcoin einen enormen Mehrwert.

    1. Hallo, danke für deine Hinweise, ich bin allerdings nicht der Meinung, dass Bitcoin allein einen Mehrwert für Menschen bringt, die keinen Zugang zum Banksystem haben.

      1. Das sehe ich leider total anders. Hier in Ägypten zum Beispiel haben viele keinen Zugang zum Bankensystem. Diese Menschen können außer mit Cash keinen Handel betreiben oder etwas sparen. Vor allem, da die Inflation hier in den letzten Jahren zwischen 7 und 20% beträgt. Vielleicht sollte mal die westliche Brille abgenommen werden.

    2. Wie genau soll Bitcoin denn jemandem einen Mehrwert bringen, der keinen Zugang zum Banksystem hat? Diese Gruppe dürfte doch überschaubar sein.

    3. Naja, ein State-Level-Player kann das System aber ziemlich schnell kaputtmachen. Weil es eben keine Sicherheit vor einer hinreichend großen Masse an bösen Teilnehmern bietet.

      Der böse Spieler muss sich ja nicht als „das böse Rechenzentrum“ anmelden. Ihm gehört ja ein Löwenanteil der Internetinfrastruktur, sowie Rechenzentren, sowie Kapabilitäten, andere zu behindern.

      Und dann kommt nämlich bei „möglichst vielen Teilnehmern“ doch noch mal die Frage nach dem Energieverbrauch für das Aufrechterhalten der Transaktionen, nur für den Fall, das die ganze Menschheit mitmacht, und kein böser Player nicht mal eben die Bevölkerung der Welt virtualisiert N-fach vergrößern könnte, zu seinen eigenen Gunsten, versteht sich.

      Mit dem Nutzen für Ausgeschlossene wird es auch irgendwann so gehen, dass man das nicht mehr legal machen kann. Werden Autokratien da mehr Spass dran haben? Es ist nicht mal klar, ob es nicht eine weitere Trennung der Welt geben wird, wo Bitcoin dann fast überall outlawed sein wird. Vielleicht wird Indien o.ä. einen Bitcoin-Austausch ermöglichen, solange es Vorteile hat. Ich sehe nicht wie sich Abhängigkeiten da mittel- bis langfristig verflüchtigen. Im Moment ist es irgendwie interessant, aber wer vor allem verdient und profitiert, scheint sich als „Kriminelle, Geldvormstaatinsicherheitbringer, Steuervermeider, Spekulanten, Investoren, einige wenige Glückliche, CIA“ zusammenfassen zu lassen.

  22. Wer mit der saubersten günstigsten Energie Mining betreibt gewinnt. Guckt euch mal an was die mit Iter bauen (Kernfusion) , also heult nicht Rum von wegen Energie. Alles ist Energie und das muss so sein. Bitcoin is the gamechanger. Bitcoin übt Druck aus auf staaten saubere freie Energie zu erzeugen. So viel Fehlinformation in diesem Text.
    https://btc21.de/bitcoins-energiebedarf/
    Hier Mal Nachhilfeunterricht, gern geschehen.

    1. Hallo, in diesem Text geht es um die Auswirkungen von Bitcoin und nicht um Kernfusion. Ich denke nicht, dass man die Diskussion mit dem einfachen Satz „Alles ist Energie“ abtun kann.

  23. Zitat: „…Die Blockchain wird mit jedem neu validierten Block ein bisschen länger. Damit wächst auch der Speicheraufwand der Kette und die Komplexität der Rechenaufgabe…“

    Diese Aussage ist nachweislich kpl. falsch (Stichwort: Difficulty adjustment). Somit ist fraglich, wie belastbar und ggf. oberflächlich die sonstigen Thesen recherchiert wurden.

      1. Tut mir Leid, aber was Majoka sagt, ist schlichtweg keine Meinung, sondern Fakt. Der Proof of Work funktioniert grob wie folgt:

        Vom Header eines neuen Blocks wird ein kryptographischer Hash gebildet, also eine Prüfsumme. Ein Teil des Headers (die Nonce) kann dabei beliebig gesetzt werden. Nun ist die Aufgabe, eine Nonce zu finden, sodass der sich ergebene Hash mit einer gewissen Anzahl von Nullen beginnt. Durch die Eigenschaften von kryptographischen Hashes ist das praktisch nur durch Exhaustive Search möglich, also durch das Durchprobieren verschiedener Werte für die Nonce. Je größer die Anzahl verlangter Nullen nun ist, desto mehr muss man durchprobieren, um eine passende Nonce zu finden.

        Nun wird eine solche Anzahl von Nullen verlangt, dass ca. 10 Minuten benötigt werden, damit jemand eine passende Nonce findet. Das ist soweit für die korrekte und sichere Funktionsweise von Bitcoin notwendig. Diese Anzahl hängt natürlich davon ab, wie viele Leute gerade Bitcoin minen und welche Hardware sie haben. Wenn nun der Kurs von Bitcoin extrem steigt, wird es auf einmal sehr profitabel, zu minen. Dann fangen mehr Leute damit an, die Gesamtleistung des Netzwerkes steigt und die Anzahl der Nullen, also die Schwierigkeit, muss erhöht werden.

        Die Länge eines Block-Headers hat nichts mit der Länge der Blockchain zu tun. Damit hängt der Energieverbrauch des Proof of Works nicht von der Länge der Blockchain ab, sondern nur von der Schwierigkeit und damit über Umwege vom aktuellen Bitcoinkurs (und natürlich auch Strompreisen, Hardwarepreisen usw.). Dass der Speicheraufwand für eine längere Blockchain steigt, stimmt natürlich. Jedoch ist für den Energieverbrauch der Proof of Work hauptverantwortlich und beispielsweise Bitcoinminer speichern auch gar nicht die gesamte Blockchain.

        Ich muss an dieser Stelle leider sagen, dass ich die Recherche für diesen Artikel und den Umgang mit den Kommentaren echt nicht gut finde. Mehrere Leute haben schon genau das kommentiert, was ich hier wiederholt habe. Dass der Stromverbrauch durch den Proof of Work aus der Länge der Blockchain resultiert ist leider grundlegend falsch. Und genau der Proof of Work ist ja eben der zentrale technische Bestandteil von Bitcoin, wenn man über den Energieverbrauch reden möchte. Hier wird es so hingestellt, als ob es die Natur der Blockchain ist, dass mit der Zeit immer mehr Strom verbraucht wird. Das ist falsch. Der immer höhere Energieverbrauch kommt zu großen Teilen vom hohen Kurs. Dass das ein Problem ist, kann man überhaupt nicht abstreiten. Aber es liegt wie gesagt woanders. Ich würde mir wünschen, dass hier in Zukunft etwas sorgfältiger vorgegangen wird. Und Fehler passieren. Aber wenn diese in den Kommentaren aufgezeigt werden, sollte man auch die Größe zeigen, darauf vernünftig einzugehen.

      2. So funktioniert der Algorithmus eben. Die Komplexität der Rechenaufgabe ist komplett unabhängig vom Speicherbedarf / Länge der Kette und wird NUR darauf angepasst, dass ein Block im Schnitt in etwa 10 Minuten gefunden wird. Es wird also geguckt, wie lange die letzten X Blöcke im Schnitt gebraucht haben und anschließend die Komplexität bzw. Schwierigkeit so verändert, dass wieder die 10 Minuten erreicht werden. Das hat übrigens auch den Zweck, dass die Kette nicht zu schnell zu groß wird, sodass jeder zuhause als Knotenpunkt am Bitcoin-Netzwerk teilnehmen kann. Mit anderen Kryptowährungen, bei denen die Kette sehr schnell wächst funktioniert das nicht, weil man dort dann schnell auf Speichergrößen von > 10 TB kommt. Die Bitcoin-Blockchain ist aktuell kleiner als 500 GB, also gut auf einer heimischen Festplatte zu handhaben.

        Ich muss auch zustimmen, dass ich den Artikel nicht gut recherchiert fand. Wenn man schon über den Bitcoin schreibt, sollte man zumindest grundlegende Kenntnisse des Algorithmus haben.
        Auch so Aussagen wie „Hacker finden immer wieder Wege, Coins zu stehlen“, sind absolut irreführend, da sie nichts mit der Netzwerksicherheit zu tun haben (obwohl jene direkt im vorherigen Satz genannt wurde), sondern mit der Schlampigkeit der Nutzer.

        1. Das ständige Anfassen sämtlicher Blockchains könnte theoretisch schon ein Faktor werden, was die Verfasserin allerdings wohl nicht im Sinn hatte.

          Banken bewahren Transaktionen auch nicht ewig auf. Es muss nun mal ein Konzept für das vergessen geben, sonst kann es eng werden, wenn das mal weltweit und über die Zeit skalieren soll. Spätestens bei der Besiedelung des Mars, oder weiter entfernter Orte, wird es interessant, ob mit der Sigfnallaufzeitdifferenz eine „heiße Kryptowährung“, bei der für die Funktion und Integrität des Systems stets Rechenpower von möglichst vielen Teilnehmern eingebracht werden muss, noch tragfähig ist.

          Als Instrument für Glücksritter, Spelulanten und Kriminelle ist das natürlich egal, solange möglichst viele Leute mitmachen, die echtes Geld an das System verlieren.

    1. Difficulty Adjustment und alles falsch: wurde bereits in einer Antwort differenziert: Natürlich wächst der Speicherbedarf und „die Komplexität“ mit der Länge der Blockchain. Speicherbedarf und Komplexität der Blockchain selbst allerdings, also was „das Netzwerk wissen und verwalten muss“, wobei dieser Umstand eben nicht das große Problem am Stromverbrauch ist. Der Teil des „Difficulty Adjustment“ sorgt für eine Skalierung des Rechenaufwandes. Vielleicht ist hier die Umgangssprache ursächlich, wo irgendwo ein „wachsen der Blockchain (Bitcoin)“ mal Synonym mit der Zahl der Teilnehmer verwendet wurde. Mit DEM Wachsen skaliert dann auch der Stromverbrauch direkt, gerade weil mittels Difficulty Adjustment der Zeitaufwand grob konstant gehalten wird.

      Energieverbrauch bei Blockchain vom hohen Kurs: Die Zahl der Vorgänge im System bestimmt den Verbrauch, und aufgrund der angeflanschten Geldvermehrung (für einige) sind das wohl hauptsächlich dicke, hässliche, zuzüglich alter Farmer. Vielleicht machen so viele mit, weil der Kurs hoch ist, aber das abzutun, ist äquivalent zu dem Wunsch, keiner solle die Währung nutzen. Wenn letzteres der Anspruch ist… na gut, aber wie kriegen wir jetzt den Kurs runter?

      Schlampigkeit der Nutzer: Die Software könnte theoretisch dennoch Fehler enthalten. Das Softwaredilemma ist hier: A) zentrale Software, die andere auf Sicht prüfen, gegenüber B) Referenzsoftware mit Protokollen, die jeder (N-te) für sich implementiert. Davon ab ist im Artikel ja ein Beispiel genannt, und ob das für die ralweltliche Verwendung von Cryptowährungen eine nötige Zukunft ist, sei mal dahingestellt. Das eigene Wallet zu verlieren ist vielleicht Schlampigkeit, allerdings sollte eine weit verfügbare Sache auch eine gewisse Robustheit gegenüber Schlampigkeit aufweisen, so dass hier wohl zu konstatieren bleibt, das Cryptowährungen ganz einfach nichts für die Massen ist. Die Rede ist ja von Handelsplattformen für Cryptowährungen, bei denen man theoretisch im Moment jedenfalls die Kontrolle über ein Stück Bitcoin für einen kurzen Moment abgeben muss, und jene somit für einen kurzen Moment den Händen der jew. Softwaremenschen sind. Da bräuchte es ein Metaprotokoll für atomische Transaktionen zwischen Währungen usw. usf., ändert aber nichts daran, dass im schlechten Moment die Börse Pleite ist, und dein Geld weg.

      Alles in allem ist der reale Umgang mit Crypto für Nichtfreaks ein echtes Risiko, und der Stromverbrauch des Systems hoch und in Konkurrenz zu der Idee, weniger Energie verbrauchen zu sollen. Daran ändert sich auch durch falsche Erklärungen nichts.

  24. Auch wenn hier im Artikel Falschaussagen stecken, so gibt es doch zumnindest in den Kommentaren Aufklärung. Ich hab mal auf den Spendenbutton gedrückt weil ich es gut finde, dass das Thema Bitcoin diskutiert wird.
    Leider werden keine Spenden in Bitcoin akzeptiert.

    1. Ich finde es sehr verständlich, dass keine Spenden in Bitcoin akzeptiert werden. Bis man die in echtes Geld eingetauscht hat, fallen elendig hohe Transaktionskosten und viel Arbeit an. Außerdem sind Bitcoin-Transaktionen ein ekliges Privacy-Risiko. Wer benutzbare, effiziente Systeme und Privatsphäre schätzt, sollte vollstes Verständnis für diese Entscheidung haben.

  25. Bitcoin ist für den Klimawandel verantwortlich. Nicht die chinesische/amerikanische Industrie, die keinerlei Interesse daran hat, erneuerbare Energien um implementieren. *Sarkasmus aus* Wenn alle Regierungen sich so ins Zeug legen würden um erneuerbare Energien für die einzelnen Bereiche zu entwickeln wie Bitcoin, wäre die Welt schon längst grüner. Danke

  26. Kryptowährung hat ein wichtigen Nachteil, sie ist digital. Gleich welchem (derzeit bekannten) Verfahren sie zugrunde liegt, der Aufwand für die Vermehrung des Geldes (nur ein Zahlungsmittel ja!) wächst. Über die Grade des Aufwandes kann man sich streiten, linear ist er aber auf jeden Fall nicht, mehr unberechenbar, gerade bei PoWork.
    Kryptowährung ist doch wieder nur zur Finanzanlage verkommen. Ratet mal, warum es die ganze Fürsprache dazu gibt! Auch hier in den Kommentaren. Das hört sich fast wie Invenstorenwerbung an…
    Übrigens war Kryptowährung wie Bitcoin niemals als Zahlungsmittel oder Finanzanlage vorgesehen! Es war mal ein Wissenschaftsprojekt. Aus bloßem Wohlfeil hat man das System dahinter umgemünzt(^^) um daraus ein überstaatliches Zahlungsmittel zu machen. Die Idee dahinter ist ja gut. Tauschmittel sollte es nicht zu knapp geben! Aber das gesamte Konstrukt dahinter ist als allgemeines Zahlungsmittel nicht geeignet, nicht nur wegen dem Energieverbrauch sondern auch wegen der Wertinkonsistens und der schlechten Verfügbarkeit.

    Es sollen sich doch einfach mal die Fürsprecher hier vorstellen, wie eine Welt nur mit Kryptowährung aussähe. Wie könnten also viele Milliarden Menschen die Werte die sie haben, damit untereinander tauschen?…..*lautes Schweigen*

    Der Aufwand ist größer als der Ertrag und am Ende würde sich die Kryptowährung selber korrumpieren. Bringt nix. Sinn hat Kryptowährung nur als begrenztes Tauschmittel. Und selbst dafür braucht es ein unregulierten Netzwerkzugang. Bei allen Visionen scheiterts nämlich schon genau da.

  27. Warum werden eigentlich immer Äpfel mit Birnen verglichen? Bitcoin ist ein Weltaufbewahrungsspeicher und sollte dementsprechend auch nur mit solchen verglichen werden.
    Bevor man herausposaunt, dass das Bitcoin Netzwerk einen Stromverbrauch von Schweden hat, was unvorstellbar hoch klingt, oder einen geschätzten CO2-Ausstoß wie Israel hat (beide Länder sind nicht besonders stark bevölkert), sollte man lieber schauen, was andere Wertspeicher an Strom verbrauchen. Man schaue sich bitte den Energieverbrauch von Gold an. Das erscheint nicht einfach in einem Tresor und liegt dann da rum. Nach Gold muss gegraben werden, es muss abgebaut und abtransportiert werden, was schon mal einen direkten Impact auf die Umwelt hat. Dann wird es eingeschmolzen und in Barren gegossen, ebenfalls ein sehr hoher Energieaufwand. Dann wird es wieder transportiert und eingelagert. Das Sichern von Gold passiert ebenfalls nicht stromfrei, sonst könnte jeder ein und ausspazieren. Der Handel von Gold kommt noch als kleiner Posten dazu.
    Gold ist nicht der einzige Wertspeicher, jede Landeswährung stellt Münzen aus Metallen her, die die selben Verarbeitungsprozesse durchlaufen. Physische Geldtransporte belasten ebenso die Umwelt. Jedes Währungssystem wird zudem durch hohe Rechenleistung der Zentralbanken gesichert, etc.
    Bitcoin wäre in der Lage, sowohl Wertaufbewahrung als auch weltweites Zahlungsmittel (mit entsprechenden 2nd-Layer-Lösungen) zu gewährleisten und das dezentral, sicher, korruptions- und inflationsfrei und zu einem Bruchteil an Energieaufwand, den klassische Wertsysteme benötigen.

    Um nochmal Äpfel mit Birnen zu vergleichen: Der Energiebedarf von (allein) amerikanischen Klimaanlagen oder Wäschetrocknern ist wesentlich höher!!!

    1. Der war gut, „dezentral, sicher, korruptions- und inflationsfrei“, wirklich 8)

      So verzweifelt, den Kurs zu stuetzen? Oder wirklich so wenig Wissen ueber Wirtschafts- und Geldsysteme und Kursmanipulationen?

    2. Dieser Kommentar ist mE auf mehreren Ebenen ernsthaft irreführend.
      1. Der Vergleich mit Gold ist bestenfalls irrelevant. Nur weil irgendein anderer schlechter Wertspeicher auch Energie verbraucht, heißt das nicht, dass Bitcoin-Mining plötzlich moralisch vertretbar ist, sondern einfach, dass beide schlecht sind.
      2. Bitcoin als Wertspeicher ist ein offensichtliches Pyramidensystem. Im Gegensatz zu klassischen Wertspeichern wie Aktien oder Immobilien generiert Bitcoin keinerlei Einkünfte und gibt dem Besitzer auch keine Rechte. Die einzige Möglichkeit, mit Bitcoin Gewinn zu machen, ist, jemand anderen zu finden, der bereit ist, einen höheren Preis zu zahlen. Aufgrund der horrenden Transaktionskosten und der vorherrschenden Informationsasymmetrie sowie der Möglichkeiten zur Manipulation zB durch Miner ist das nichtmal ein Nullsummenspiel (was schon schlimm genug wäre).
      3. Bitcoin ist auch als Geld völlig unbrauchbar. Der wichtigste, wenn auch bei weitem nicht einzige Grund dafür ist die Geschwindigkeit des Netzwerks. Daran ändern auch L2-„Lösungen“ nichts. Wer daran zweifelt, möge einmal ausrechnen, wie lange es dauern würde, für alle Deutschen (oder eine beliebige andere Teilmenge der Weltbevölkerung) ein Konto im Lightning-Netzwerk anzulegen.
      4. Wertspeicher und Geld sind nicht das gleiche, sondern haben widersprüchliche Zielsetzungen! Man kann eins nicht einfach durch das andere ersetzen. Wer sagt, dass Bitcoin irgendwann mal beides gleichzeitig sein könnte, lügt sich mE in die Tasche – selbst wenn man ignoriert, dass Bitcoin weder gutes Geld noch eine gute Wertanlage ist.

      Also: Bitcoin ist nicht schlecht, WEIL es soviel Energie verbraucht – Bitcoin ist einfach lächerlich schlecht in alldem, wofür Leute es angeblich nutzen wollen/sollen/können. Für so ein System dann noch derart viel Energie zu verbrauchen, ist grotesk.

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