Was vom Tage übrig bliebWelthandel, Wasserwerfer und wundervolle Winterkollektionen

US-Lobbyisten reiben sich die Hände über den britischen EU-Austritt, die deutsche Polizei rüstet sich mit Spritzwagen aus und der „Anti-Tracksuit“ wird 2020 der letzte Schrei beim Thema Mode sein. Die besten Reste des Tages.

Passend zum Advent hat wohl jemand ein Fensterchen geöffnet.

U.S. Lobbyists Prepare to Seize “Historic Opportunity” in Tory-Led Brexit to Shred Consumer Safeguards, Raise Drug Prices (The Intercept)
Der nahende EU-Austritt Großbritanniens sorgt für beachtliches Händereiben unter Vertretern der US-Wirtschaft. Lobbyisten hoffen nun etwa darauf, künftig mit Antibiotika vollgepumptes Schweinefleisch aus den USA nach England schicken zu können. Aber auch das Silicon Valley hat große Erwartungen: Eine künftiger Handelsvertrag mit den Briten solle festhalten, dass es keine Datenlokalisierungsgesetze geben darf, wünschen sich Lobbygruppen von der US-Regierung. Das soll verhindern, dass US-Konzernen wie Google und Facebook die Daten von britischen Einwohnern auf lokalen Servern speichern müssen.

Ethiopia’s surveillance network crumbles, meaning less fear and less control (Reuters)
Berichte über weniger Überwachung sind eine Seltenheit bei netzpolitik.org. Umso mehr freut sich der Sachverständigenrat, diese Geschichte der Nachrichtenagentur Reuters verlinken zu können. Ein Nachbarschaftsnetzwerk zur gegenseitigen sozialen Kontrolle und Überwachung, dass während der Diktatur errichtet wurde, hat im politischen Tauwetter unter Ministerpräsident Abiy Ahmed viel von seinem Schrecken verloren, heißt es. Schön.

Wasserwerfer 10000: Groß und klein gegen den kommenden Aufstand (CILIP)
Die deutsche Polizei rüstet stetig auf. Zur Aufstandsbekämpfung schaffte sie in fast jedem Bundesland die „Wasserwerfer 10000“ an, die nicht nur Wasser als Wand versprühen können, sodass sich die Ordnungshüter anpierschen können, sondern dem Wasser wohl auch Tränengas beimischen können. Nur das Land Berlin setzt noch einen Wasserwerfer drauf: den „Kinder-WaWe“ zum Training der Kleinsten. Unsere Autoren Matthias Monroy und Lennart Mühlenmeier berichten darüber bei CILIP.

Support our work by investing in a piece of e-clothing! (EDRi)
Unsere Brüsseler Lieblings-NGO fährt eine schöne Kampagne, in der Spender:innen einzelne „e-Kleidungsstücke“ bezahlen können. Zur 2020er-Kollektion gehören der „Anti-Tracksuit“ und die „Privacy Pants“. Wer wissen will, was es damit auf sich hat, sehe sich das Video von EDRi an.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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