Was vom Tage übrig blieb

Verordnung, Vertrauen, und Verkaufsvorschrift

WhatsApp wehrt sich gegen eine Überwachungsfirma. Der BND hat nur begrenztes Vertrauen zu Huawei. Auf Amazon wurden fragwürdige Ketten angeboten und eine NGO macht gegen die geplante e-Evidence-Verordnung mobil. Die besten Reste des Tages.

Die Mitglieder des Sachverständigenrates sind nach wie vor deprimiert über die Lichtsituation (vgl. mit den letzten beiden Beiträgen des Rates)

European Parliament must push for safeguards for journalists in „e-evidence“ proposal (Committee to Protect Journalists)
Die Europäische Union könnte mit einem Gesetzesvorschlag zum Austausch elektronischer Beweismittel die Sicherheit von Journalisten gefährden, fürchtet die NGO Committee to Protect Journalists. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission und der Mitgliedsstaaten sollen Ermittlungsbehörden in ganz Europa direkt Diensteanbieter auffordern dürfen, Daten von Verdächtigen herauszurücken. „Internetfirmen speichern sensible Informationen über Journalisten und ihre Quellen. Dieser Vorschlag würde es diesen Firmen überlassen, ob sie sie einer fremden Behörde überlassen oder nicht“, warnt Tom Gibson vom CPJ.

Wir haben Amazon gefragt, wieso sie weiter Hakenkreuz-Ketten verkaufen (VICE)
Eigentlich dürfen Händler bei Amazon keine Produkte anbieten, die „den Nationalsozialismus verherrlichen oder verharmlosen“. Bei einer Hakenkreuz-Kette dürfte diese Voraussetzung gegeben sein. Kaufen konnte man sie trotzdem. Vice wollte wissen, wie das sein kann. Inhaltliche Antworten von Amazon gab es zwar keine, erhältlich ist die Kette jetzt aber nicht mehr.

WhatsApp sues Israeli firm, accusing it of hacking activists‘ phones (The Guardian)
Die Facebook-Tochter WhatsApp geht gegen den israelischen Spyware-Hersteller NSO Group vor. WhatsApp sagt, dass die Technologie von NSO allein in einem Zweitraum von zwei Wochen in diesem Jahr benutzt wurde, um 1.400 WhatsApp-Nutzer:innen in 20 Ländern zu hacken. Zu den Betroffenen gehören laut dem Facebook-Konzern mehr als 100 Menschenrechtsaktivisten, Journalistinnen, Anwälte und Forscherinnen. NSO nutzte für seine Software Sicherheitslücken in WhatsApp. In der Klageschrift fordert WhatsApp, dass NSO sich nicht mehr Zugang zu seinen Systemen verschaffen dürfe. Die Hacks hätten kalifornisches und US-Bundesrecht verletzt. NSO Group gehört der Investmentfirma Novalpina, die von dem Österreicher Stefan Kowski, dem Deutschen Bastian Lueken und dem Briten Stephen Peel gegründet wurde.

Huawei – vertrauenswürdig oder nicht? (tagesschau.de)
In der gestrigen öffentlichen Anhörung des Parlamentarischen Kontrollgremiums ging es um den 5G-Ausbau – diesmal nicht aus Funklocksicht. Es wurde mal wieder diskutiert, ob man dem chinesischen Unternehmen Huawei vertrauen könne. BND-Präsident Bruno Kahl sagte, dass der 5G-Ausbau „kein Gegenstand ist für einen Konzern, dem man nicht voll vertrauen kann“. Und sein Vertrauen in Huawei scheint begrenzt.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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